Schottland – Äußere Hebriden
Juni 2010

Ja, eigentlich wollten wir schon letztes Jahr hier her – nach Schottland. Aber aus drei Wochen Sommerurlaub wurden leider nur zwei, die wir in Wales verbrachten. Dieser Urlaub war leider total verregnet – was er aber auch gewesen wäre, wenn wir ihn in Schottland, in Norwegen oder sonst wo im Norden verbracht hätten, denn zu unserer Urlaubszeit tummelten sich fleißige Tiefdruckgebiete im Norden!

Es gab auch ein paar Schönwetter-Tage in Wales und vielleicht trage ich den Urlaub auch irgendwann in unser Tagebuch nach.

Der diesjährige Ski-Langlaufurlaub fiel aus „beintechnischen“ Gründen leider aus – von Mitte Dezember bis Anfang Februar humpelte ich auf Krücken durch die Gegend und durfte mein linkes Bein nicht belasten. Danach musste ich erst mal eine ganze Weile Physiotherapie machen, die tatsächlich erst Mitte Juni beendet wird.

Der Winter 2009/2010 war in Deutschland außergewöhnlich kalt und schneereich … wenn ich gekonnt hätte, wie ich wollte, wären wir so manches Wochenende ins Sauerland zum Skilanglauf gefahren.

.Aber wir waren wieder in Halk (Dänemark) – diese Woche verlief in vertrauter Strandumgebung wie immer sehr erholsam und für Andreas fischreich.

Abreise und 1. Übernachtung
28.05.2010/29.05.2010

Freitag, den 28.05. ging es abends los, Richtung Calais. Wir verbrachten eine sehr ruhige Nacht kurz vor Calais auf dem Parkplatz vor einem Jugendzentrum in einem Neubaugebiet.

Letztes Jahr gab es bei der Hunde-Impfpass-Kontrolle an der Fähre Schwierigkeiten: Da das Impfbuch und hier speziell die Formularfelder für die Bandwurmbehandlung unseres weitgereisten Janosch seit einigen Reisen voll waren, haben deutsche und norwegische Tierärzte die Bandwurmbehandlung einfach auf der Innenseite des Buchdeckels bestätigt – so auch die Tierärztin, die das Gesundheitszeugnis für die GB-Einreise

Das aber wurde bei der Kontrolle durch die freundliche Mitarbeiterin der Fährgesellschaft nicht akzeptiert. Wir mussten also nach Calais zu einem ansässigen Tierarzt fahren, der einfach ein neues Impfbuch ausstellte und die letzten Einträge in das neue Buch übertrug – alles, ohne Janosch anzusehen. Wir verpassten die eigentlich gebuchte Fähre, konnten aber die nächste nehmen und waren ausgesprochen sauer!Dementsprechend hatten wir bei der Ausstellung des diesjährigen Gesundheitszeugnisses ein sehr wachsames Auge und Merle hat nun mit 3 1/2 Jahren ihren zweiten Heimtierausweis bekommen (denn auch bei ihr gab es in der Bandwurmabteilung keinen Platz für einen Eintrag mehr. Und wir hatten bei der Passkontrolle ein mulmiges Gefühl im Magen, doch diesmal hat alles gut geklappt! !Gründlich waren die Kontrollen des Wohnmobils: In Calais bat man uns freundlich, die Hecktüren zu öffnen. Die Beamten starrten auf die Rückwand unserer Nasszeller und erkundigten sich, was dahinter wohl wäre. Ich erklärte es ihnen und nun wollten sie das Ganze auch von innen besichtigen.In Dover angekommen, wurden wir beim rumgegurke in der Hafenanlage angehalten; ein netter Beamter frug, wohin wir den fahren wollten. Andreas antwortete „Scotland“ und der nette Beamte wollte wissen „why?“ Mir lag ja auf der Zunge „why not?“, Andreas war aber schneller und antwortete, weil es da schön sei. Der nette Beamte gab ihm Recht und ließ uns weiter fahren.Die Insel empfing uns mit Regen und heftigem Stau rund um London: wir hatten ein Bank-Holiday-Weekend erwischt und alle wollten in die Ferien! 2009 ausgestellt hatte.

29.05.2010/30.05.2010

Die Nacht verbrachten wir auf einem kleinen, sehr einfachen Campingplatz zwischen Sharp und Rosgill (nahe der M 6 am östl Rand des Lake District) , der zu einem Croft House gehört … hier sagen sich Pony und Esel gute Nacht … und guten Morgen. Gegen Abend ließ der Regen nach und wir konnten uns ein bisschen die Füße und Pfoten vertreten.

Der nächste Tag begann sonnig und nach dem Frühstück gingen wir noch ein mal spazieren, verabschiedeten uns von den vierbeinigen Bewohnern des Croft House und setzten unsere Fahrt gen Norden fort.

Auf dem Weg besichtigten wir eine alte Abtei.

Weiter ging’s und in Gretna machten wir eine Shopping-Pause: Andreas erstand für 10 Pfund einen Ersatz-Rucksack für unser kleines, zu Haus vergessenes Exemplar. Da wir gerade einmal da waren, besichtigten wir auch den Hochzeitstrubel in Gretna Green und waren somit auch endlich in Schottland angekommen.

30.05.2010/31.05.2010

Abbey bei Shap
Rosneath

Das Wetter wurde besser … der Regen blieb weg und gegen Abend wurde es richtig sonnig!

Unseren Übernachtungsplatz fanden wir in einer Siedlung, die offensichtlich von Mitarbeitern einer Marine-Basis bewohnt wurde – mit Blick auf die Bucht: Auf der Halbinsel Clynder ein Stück nord-westlich von Glasgow.

Am nächsten Morgen – Frühstück gab es bei Sonne draußen – verstrickten uns die einen oder anderen Anwohner in Unterhaltungen, plünderten ihre Fremdenverkehrsprospekte und ihre Keksvorräte, um uns und die Hunde zu bespaßen.

Dann ging es weiter, denn unsere Fähre von Oban nach Castlebay sollte um 15:40 Uhr ablegen. Wir wählten eine imposante Route über den Pass „Rest and be Thankful“, machten Stopps an einem ziemlich kaputten Castle und in Inveraray und kamen pünktlich am Fähranleger in Oban an.

Gretna Green

Oban

31.05.2010/01.06.2010

Die Überfahrt verlief recht ruhig, erst als wir in offenes Gewässer kamen, kamen Schaumkrönchen auf! Wir nutzten die ca. fünfstündige Überfahrt für Chips (ohne Essig!!), belgisches Bier und zum Duschen.

In Castlebay angekommen – wie der Name schon sagt: Mitten in der Bay steht ein Castle – fuhrten wir erst einmal an den südlichsten Zipfel der Insel nach Vatersay mitten in eine Ansammlung von kleinen Wohnhäusern mit Namen Bhatarsaigh.

Nach einem kurzen Strandspaziergang am östlichen Strand verbrachten wir eine ruhige Nacht.

Lismor Lighthouse
Kismul Castle (Castlebay)
Vatersay
Eoligarry
Wilde Müllkippe am Strand

01.06.2010/02.06.2010

Der nächste Morgen begann erst wolkig – die Wolken verzogen sich jedoch zügig und wir besichtigten den westlichen Strand von Vatersay. Dem Strandspaziergang schloss sich eine etwas ausgiebigere Begehung der angrenzenden Berge an: ein toller Rundumblick auf die Inselchen rundrum.

Das einzige Rudelmitglied, das nach dieser Wanderung nicht mehr hungrig gewesen sein dürfte, ist Merle: Schaf- und Kuh-Köttel, sei Dank! Trotzdem bekam sie, wie der Rest der Rudelschaft nach Rückkehr am WoMo etwas zu Essen.

Dann machten wir uns auf eine kleine Rundfahrt auf Barra mit kurzen Stopp in Castlebay und Besichtigung der Ostküste der Insel.

Vorbei an einem temporären Flughafen im Meer … besser gesagt, im bei Ebbe trockengelaufenen Meer, fanden wir unseren Stellplatz für die kommende Nacht an einer Jetty bei Eoligarry.

Ein langer Spaziergang an einem wunderschönen Sandstrand mit Schönheitsfehler (=ein Schrottplatz in den Dünen, der bei Flut vom Meer umspült  wird) schloss einen schönen und sonnigen Tag ab.

Diese recht windige Nacht verbrachten wir mit anderen Wohnmobilen an der Jetty. Auch der Morgen war windig – aber sonnig! Nach dem Frühstück gab es noch einen ausgiebigen Strandspaziergang, dann ein Mittagessen und anschließend eine Inselrundtour – diesmal die aber die Westküste lang, die wir aber nicht ganz so hübsch fanden, wie die Ostküste.

02.06.2010/03.06.2010

Überall auf den Felsen wachsen wunderschöne kleine Blumen mit rosa Blüten. Außerdem priest Grün aus dem Boden, das verspricht in absehbarer Zeit auch ganz toll zu blühen. Andreas vermutet, das es Iris ist … vielleicht haben wir ja Glück und bekommen die Blüte noch mit.Nach der eher unspektakulären Besichtigung der Ostküste fanden wir uns am Fähranleger ein, um nach Colleag auf Eriskay überzusetzen. Dort angekommen gesellten wir uns zu den anderen WoMos, die direkt am Fähranleger auf den Parkplätzen mit tollen Blick aufs Meer standen. Dann gab es – wie sollte es anders sein – einen Strandspaziergang. Die Nacht am Fähranleger war ruhig und der Morgen so schön sonnig, dass wir draußen frühstücken konnten.Auf Eriskay soll es wilde Ponys geben und da uns dies eine Familie bestätigte, die die Ponys am Vortag gesehen hatten, machten wir uns auf Pony-Safari. Dafür nahmen wir die süd-westliche Route um den Beinn Slac. Die Tour war anstrengend, schön, zum Glück nicht sehr sumpfig (was bei regnerischen Wetter mit Sicherheit anders aussieht) und absolut ponylos. Nach einer Pause mit Blick auf das Meer, die imposante Landschaft und ein paar Schafe machten wir uns auf den Rückweg.

03.06.2010/04.06.2010

Nach einem deftigen, typisch deutschem Mittagessen (Kartoffelpüree und Sauerkraut) machten wir uns auf, den Ponys von der nord-westlichen Route aus auf den Pelz zu rücken. Diese Tour war bei weitem nicht so lang und anstrengend wie die andere, aber genau so erfolglos: Bis auf Schafe und Kühen nichts zu sehen. Wir trafen einen einsamen Wandersmann der mich an Hatly aus der Serie Daktari (die älteren Semester erinnern sich vielleicht?) erinnerte und der auf dem Weg zu einer Tee-Einladung war. Er wußte zu berichten, dass es 18 Ponys gibt und die wohl zurzeit da sind, wo wir sie vormittags gesucht haben … Pech!

Wir gaben die Pony-Suche auf und machten uns auf den weiteren Weg gen Norden. Über einen Damm, der wohl recht häufig von Ottern benutzt wird, kamen wir auf die Insel South Uist.

Wir kamen aber nicht sehr weit, da ein wunderschöner Picknick-Platz (Geataidt ma Monadh) direkt an einem tollen Platz zum Übernachten einlud. Wir gesellten uns zu ein paar anderen Wohnmobilisten, machten einen schönen, abendlichen Strandspaziergang und beobachteten, wie die Sonne gegen 22:15 Uhr horizontnah in einer Wolkenbank versank.

Die Nacht war recht windig und der Morgen doch tatsächlich mal regnerisch. In einer Nieselregenphase gab es für die Hunde eine Agility-Bespaßung und dann wurde das Wetter für ein paar Stunden richtig garstig.

Wir packten unsere sieben Sachen und kurvten ein bisschen über die Insel. Es ist doch erstaunlich, was ein bisschen Sonne ausmacht – oder anders herum, wie trostlos die Landschaft bei Regen aussieht. Etwas was uns auch schon häufig in den dünnbesiedelten Gegenden Norwegens auffiel: Die Einheimischen verschandeln ihre im Überfluß vorhandene, wunderschöne Landschaft mit Müll: Was man nicht mehr braucht, läßt man an Ort und Stelle der Erkenntnis einfach liegen – vom Autobus über die Wachmaschine und bis zur Badewanne!

Was auch auffällt: Die Natur ist hier so hart: Auf unserer gestrigen Ponysuche haben wir mehrere tote Lämmer und ein erwachsenes, totes Schaf gesehen. Auch bei den Strandspaziergängen finden sich immer wieder Knochen von toten Tieren. Das Leben im hohen Norden ist hart!

04.06.2010-06.06.2010

04.06.2010-06.06.2010

Wir besichtigten ca. dreitausend Jahre alte Rundhäuser, machten zur Abwechslung mal wieder einen Strandspaziergang und fuhren ein Stück weiter, um eine sehr späte Mittagspause zu machen.

Am frühen Nachmittag wurde das Wetter besser und am Abend hatten wir wieder den schönen, sonnigen Nordland-Himmel. Unsere Übernachtungsstelle fanden wir an der Mündung eines Baches ins Meer bei Howmore. Natürlich gab es hier wieder den obligatorischen Strandspaziergang und eine Fotosafari auf einem uralten Friedhof. Zu uns gesellte sich ein älteres Paar, die schon die letzte Nacht hier standen und nur kurz weggefahren waren, um eine Angellizenz für den Bach zu besorgen. Tatsächlich fing der Mann am Abend eine Meerforelle und Andreas half mit seinem Kescher aus.

Howmore ist der örtlichen Touristen-Info-Tafel zufolge ein recht alter Ort. Ein verfallener Friedhof ist zu besichtigen. Die Inschriften der meisten Grabsteine sind nicht zu entziffern. Die letzte Beerdigung fand offensichtlich 1904 statt.

Am nächsten Tag war das Wetter so schön, dass wir beschlossen, noch eine Nacht an diesem schönen Platz zu bleiben.

Den Vormittag nutzte ich, um die Schotten auf Roll-Ski zu verwirren. Dann wurde gefaulenzt, am Strand spazieren gegangen, Austernfischer beobachtet und weiter gefaulenzt.

06.06.2010/07.06.2010

Auch der nächste Morgen war sonnig – ja, wenn man immer alles brav aufisst, hat man sogar auf den Äußeren Hebriden super Wetter, wenn sich die Temperatur auch eher bei Sonne um 17°C bis max. 19°C bewegt und immer ein kühler Wind weht.

Auf unserem weitern Weg nach Norden besichtigen wir die Statur „Our Lady of the Isles“, die am Hang gelegen einen prima Blick auf die Westküste von South Uist hat.

Dann kam schon die nächste Insel: Benbecula! Wir wählten, wie immer, die Westroute, machten an einem Strand einen Spaziergang und wurden da von einem schnell vom Atlantik heran wabbelnden Nebel überrascht.

Weiter konnten wir Benbecula aber nichts tolles abgewinnen und erreichten über dem nächsten Damm North Uist. Hier besichtigten wir zunächst eine Kapelle mit alten Grabsteinen, deren Ursprung im 13. Jahrhundert liegt. Weiter ging’s – diesmal in nord-östl. Richtung, wo wir einen wirklich tollen Spaziergang an Standing Stones (Pobul Fhinn) entlang und an einem Steinhügelgrab (Barpa Langass) vorbei machten. Wir hatten eine tolle Aussicht rings über die Insel – bei bestem Wetter.

Etwas macht mich aber mittlerweile stutzig: Gerade hier oben bei den Standing Stones und bei dem Hügelgrab war es sumpfig und wir sind nun doch schon einige Tage in Scotland unterwegs – aber ich habe bislang keinen einzigen Mückenstich. Ob das an dem stetig wehenden Wind liegt? Wir beendeten unseren Spaziergang und machten uns wieder auf, Richtung Westen.

Der Tag wurde mit einem genialen Stellplatz in den Dünen (bei Ruhba Dubh / der Beschilderung zum Picknick-Platz folgen) mit Blick auf eine kleine Inselgruppe im Nord-Atlantik (Hasgeir Eogoch und Eilean Hasgeir) gekrönt. Hier gab es erst einmal einen Whisky in den Dünen, dann einen Strandspaziergang mit Fußbad im Atlantik und dann einen ruhigen, gemütlichen und sonnigen Abend – so sonnig, dass wir die verdunkeln müssen, um unser Tagebuch zu schreiben.

07. 06.2010-09.06.2010

Am nächsten Morgen fiel es uns schon schwer, diesen genialen Platz in den Dünen zu verlassen, aber wir wollten ja noch weiter in den Norden. Also besichtigten wir die Nordspitze von North Uist und nahmen die Fähre von der kleinen Insel Berneray aus nach Leverburgh an der Südspitze von Harris.

Dort angekommen, besichtigten wir erst einmal die alte Kirche von Rodel und den dazugehörigen Friedhof. Man kann sogar auf den Kirchturm steigen wenn man sich traut, die engen Treppen zu nehmen – Vorsicht: Beulengefahr!

Dann fuhren wir wieder zurück und füllten in Balaigh erst einmal unsere Lebensmittevorräte auf.

Eigentlich hatten wir vor, wie vor fünf Jahren am Strand von Horgabost zu übernachten – aber leider läßt sich nicht alles wiederholen. Der fragliche Bereich der Dünen war einerseits recht überfüllt, anderseits durften Wohnmobile nicht an die wirklich netten Plätze und so fuhren wir an der Westküste weiter nach Norden. An allen netten Stränden von Süd-Harris war die Übernachtung eher unerwünscht und so bereuten wir es schon, unseren wunderschönen, letzten Übernachtungsplatz verlassen zu haben. Auf der anderen Seite wußten wir – ebenfalls von unserem Besuch vor fünf Jahren – von einem einsamen kleinen Ort namens Hushinish mit einem schönen, kleinen Strand. Dort fuhren wir hin, verbrachten mit einigen anderen Campern, Schafen und Kaninchen eine ruhige Nacht.

Am nächsten Morgen schien mal wieder die Sonne und wir beschlossen eine kleine Wanderung zu unternehmen. Während Andreas eigentlich nur die Besichtigung eines breiten Strands, den man nur zu Fuß oder mit dem Boot erreichen kann, im Kopf hatte, dachte ich eigentlich mehr an eine richtige Wanderung – eine Rundtour, die auf unserer Karte eingezeichnet war.

Unterwegs überzeugte ich Andreas zu der kleinen Rundtour – aber irgend etwas ist bei der Wegfindung ziemlich schief gegangen und so wurde aus einer kleinen Wanderung, die sicher schon unwegsam genug gewesen wäre, eine sechsstündige, recht anstrengende Tour, bei der wir die letzten Kilometer lieber die Straße entlang gegangen sind.

Endlich zurück hat Andreas mal eben noch für sich und die Hunde ein paar Makrelen gefangen (die erste Beute in diesem Urlaub!), dann gab es eine Dusche und ein Abendessen. Der Abend klang bei wohlverdientem Whisky und Rotwein aus.

Der nächste Morgen begrüßte uns mal nicht mit Sonne, sondern zu dem Wind, der heute einmal stärker ausfiel, als die vergangenen Tage, gesellte sich ein bisschen Regen. Der Regen und die Wolken verzogen sich zügig, der starke Wind blieb aber leider.

Wir verließen den netten, kleinen Strand und machten uns auf nach Callanish, um die Steinkreise zu besichtigen. Wir verbrachten recht viel Zeit bei Callanish No. 1, wo Andreas erwartungsgemäß tolle Fotos gemacht hat. Ich hielt es jedoch wegen des starken Windes nicht ganz so lange zwischen den Steinen aus.

09.06.2010/10.06.2010

Auf dem Parkplatz des Visitor Centers trafen wir die vierköpfige, englische Familie wieder, die uns schon auf Eriskay den „Pony-Tipp“ gegeben haben, wieder.

Nach einem späten Mittagssnack ging es weiter nach Nordwesten. Wir besichtigten die kleine Insel Great Bernera und kauften in einer Kombination aus Mini-Markt, Post und Tankstelle Baguette-Brötchen (für’s Frühstück – anderes Brot trauen wir uns nicht einzukaufen!) und Rotwein ein. Dann fuhren wir auf der B 8011 weiter Richtung Adroil, wo wir für 2 Pfund pro (Menschen) Nase auf einem kleinen Parkplatz im breiten Dünengürtel übernachten konnten. Einen abendlichen Strandspaziergang brachen wir wegen des unverändert starken Windes ab – wer möchte schon im Urlaub gesandstrahlt werden?

Während des Abendessens traf auch die englische Familie auf dem Parkplatz ein.

Das Wetter hatte sich etwas verschlechtert, war aber immer noch schottisch-gut. An diesem Tag ließen wir es recht ruhig angehen. Wir besuchten einen kleinen Strand mit Blick auf imposanten Felsnadeln (Mangersta) und fuhren bis ans Ende der kleinen Straße, von wo aus wir eigentlich einen Blick auf Hushinish vermuteten. Das hat aber leider nicht geklappt.

10.06.2010/11.06.2010

Wir machten Mittagspause und in der Zwischenzeit kam auch die englische Familie auf Fahrädern an diese Stelle. Die Frau – Lis, wie sich wenig später herausstellte unterhielt sich mit uns und erzählte, das sie in der Nähe von York wohnen. Sie lud uns ein, auf unserem Weg nach Dover bei ihnen einen Stopp zu machen. Das ganze klappt jedoch zeitlich leider nicht. Wir tauschten auf jeden Fall die E-mail-Adressen aus und erhielten auch Lis Telefonnummer.

Auf dem Rückweg besichtigten wir noch einmal andere Felsnadeln, auf denen irgendwelche Kletterer unterwegs waren.

Und dann war da noch der Supermarkt, in dem sich offensichtlich eine Beerdigungsgesellschaft zum gemeinschaftlichen Shoppen eingefunden hatte – so viele Leute hatten wir schon seit längeren nicht an einer Stelle getroffen.

Unseren Übernachtungsplatz fanden wir ein kleines Stück nordöstlich von dem letzten an einem kleinen Strand bei Bhaltos.

Auch am nächsten Morgen hatten wir nicht mehr das ganz so strahlende Wetter, das uns in der ersten Hälfte des Urlaubs verwöhnt hat, obwohl wir immer brav aufgegessen hatten.

Wir fuhren über Callanish zurück, dann die westliche Route nach Norden.

Wir besichtigten den Dun Carloway Broch – eine Art doppelwandiger Bienenkorb aus Fels, in dem vor geraumer Zeit irgendwelche Urschotten hausten und ein Blackhouse, in dem bis 1974 noch Leute gewohnt haben, die Harris-Tweed gewoben haben.

Den nächsten Stopp gab es am Butt of Lewis, dem, wie uns Lis zu versichern wusste, windigsten Platz von ganz Great Britan – und es war tatsächlich recht windig. Ein netter Engländer erklärte mir, dass er sein Stativ zum fotografieren nicht benutzen konnte, weil es im Wind zu stark wackelte. Ich warf einen Blick die Steilküste herunter ins tosende Wasser, Andreas machte „tosende Wasser Bilder“ und dann suchten wir uns eine einigermaßen windgeschützte Stelle an einen winzigen Strand in der Nähe des Butt, wo es zum Mittagessen erst einmal Rosinenpfannkuchen gab.

An den Hängen rings um den Strand konnte man zahlreiche junge Möwen beobachten, die in den nächsten Tagen bestimmt ihre Nester verlassen werden.

11.06.2010/12.06.2010

Der Wind war in der Zwischenzeit immer stärker geworden – bei den Bedingungen hatten wir keine Lust weit zu fahren, um einen Übernachtungsplatz zu finden. Wir gesellten uns bei Eoropie zu ein paar anderen Wohnmobilisten – ausnahmsweise fast alles Deutsche, bisher waren Nicht-Briten eher eine Ausnahme – auf einen kleinen Parkplatz an einem Spielplatz.Bevor Wetter und Wind noch garstiger wurden, machten wir am nahe gelegenen Strand erst einmal einen Spaziergang und verbrachten im Schutz der Dünen die Nacht.Philipp und seinem nicht geschützten WLAN sei Dank: an diesem Abend konnten wir endlich einmal e-mails abrufen, versenden und den ersten Teil des Reisetagebuchs hochladen.

Am nächsten Tag stand Shoppen in Stornoway auf dem Programm: Hebridische Ohrstecker und Lebensmittel. Im Schmuckgeschäft, in dem wir vor fünf Jahren schon einmal eingekauft hatten, gab uns eine glückliche Verkäuferin den Tipp, mit den Hunden doch die parkähnlichen Castlegrounds zu besuchen: Die nette Frau hatte recht: Um das örtliche Castle gruppieren sich – für die äußeren Hebriden völlig untypisch – eine Unmenge Bäume. Es gab ein Tiergehege, das wir aber nicht besichtigten, statt dessen gingen wir am Rand des offensichtlich riesigen Geländes mit Blick auf den Hafen von Stornoway. Irgend wann machten wir aber kehrt, gingen zurück nach Stornoway-City. Auf dem Weg dorthin überholte uns ein kleiner, drahtiger Schotte mit Baskenmütze und fragte uns, ob wir ihn helfen könnten: Er suche ein paar starke Leute, die ihm helfen könnten, ein Boot umzudrehen. Mit Blick auf Andreas fügte er dann noch hinzu „… and you look pretty strong!“. Andreas sicherte seine Hilfe zu und der kleine Schotte fuhr weiter. Tatsächlich tummelten sich ein paar Meter weiter ein Haufen Leute im Schlick um ein recht großes Boot. Dieses Boot wurde dann von den zusammengetrommelten Helfern von der einen Seite auf die andere, geschubst, um offensichtlich einen neuen Anstrich zu erhalten.

12.06.2010/13.06.2010

Nach getaner Arbeit wollte Andreas in Stornoway Chips and Fish organisieren und ging hierfür in den zuständigen Imbiss – hier konnte man auch sitzend seine Chips zu sich nehmen. Ich wartete mit den Hunden draußen und da es recht windig und kühl war, frug Andreas, ob Hunde denn drinnen denn erlaubt seien. Nein, leider nicht … aber weil die Hunde doch so süß und artig waren, gab die Bedienung Andreas für die Hunde eine Wurst mit! Chips und Fish sowie das Würstchen gab es für die Zweibeiner dann in WoMo – die Hunde bekamen eine hundegerechte Leckerei.

Dann fuhren wir aus Sornoway raus, Richtung Norden und suchten uns einen netten Übernachtungsplatz an einem Strand am Ende der Straße (B 895) am Tolsta Beach. An einem tollen, langen Strand gab es dann den obligatorischen Strandspaziergang mit Blick auf jagende Tölpel.Am nächsten Morgen gab es dann einen fleißigen Sonntags-Nieselregen. Wenn es bislang mal morgens geregnet hatte, verzog sich das ganze bis nach dem Frühstück – allerspätestens, wie auf South Uist bis zum späten Vormittag wieder, diesmal aber nicht. Irgend wann packten wir dann doch unsere sieben Sachen, sahen uns die Bridge to Nowhere an und fuhren zurück nach Harris. Je weiter südlicher wir kamen, um so „heller wurde der Regen“ und auf Harris angekommen, machten wir bei freundlichen Wetter einen langen, ausgedehnten Spaziergang am Luskentyre Beach.


Tölpel bei der Jagt!

13.06.2010/14.06.2010

Unsere Suche nach einem geeigneten Übernachtungsplatz an der Golden Road gestaltete sich recht schwierig.

Unterwegs lasen wir ein etwas desorientiertes, älteres Paar aus London auf, die sich wohl in der Strecke eines etwa halbstündigen Spaziergangs vertan hatten. Wir nahmen sie bis zu einer Stelle mit, von der sie meinten, dass sie nun gut zu ihrem Campingplatz zurück kämen. (Am nächsten Tag stellten wir fest, das wir die beiden eigentlich gar nicht so weit weg von ihrem Campingplatz aufgegabelt haben – nun gut!)

Unseren Übernachtungsplatz fanden wir auf der „alten Straße“ in der Nähe von Manish Township mit Blick auf Skye, wohin wir morgen übersetzten wollten.

Am Abend verzogen sich die restliche Wolken und auch der frühe Morgen des nächsten Tags war wunderschön sonnig, wie gesagt, der frühe Morgen, denn gegen 9:00 Uhr waren die Wolken wieder aufgezogen. Es blieb aber trocken und in Richtung Osten aber über Skye schien die Sonne.

Wir frühstückten, packten zusammen und fuhren an die Stelle, wo wir die beiden Londoner gestern wieder abgesetzt hatten, um ein bisschen zu laufen.

14.06.2010/15.06.2010

Die Stecke, die die beiden gestern noch bis zum Campingplatz zu bewältigen hatten, war wirklich überschaubar: vielleicht 20 Minuten.

Um 15:30 Uhr sollten wir uns zum einchecken am Fähranleger in Tarbert einfinden. Es war zwar noch recht früh, aber wir fuhren einfach schon einmal nach Tarbert, wo wir eine Mini-Stadtrundfahrt und eine Mini-Shopping Tour machten, frisches Wasser tankten und dann am Fähranleger Mittagspause machten.

Eine meiner besten Ideen in diesem Urlaub war, die langen Fährüberfahrten für eine Dusche zu nutzen. Schon auf der Fahrt von Oban nach Castlebay haben wir auf der Fähre geduscht – diesmal war die Dusche für uns beide aber wirklich nötig! Den Rest der Überfahrt genossen wir bei Sonne im Windschatten auf dem Sonnendeck.

Skye bot mit seinen satt-grünen Hängen und den Bäumen erst einmal nach zwei Wochen äußeren Hebriden einen ungewohnt, frischen Anblick.

Auf Skye angekommen fuhren wir auf dem „Finger“ Trotternish nach Nord-Westen und suchten uns auf einem Pass (Quiraing) mit grandiosem Blick auf das Mainland einen Übernachtungsplatz auf einem Parkplatz.

Beim Abendessen fuhren zwei Transporter auf den Parkplatz, aus denen ein paar Männer einen Haufen Grünzeug und Holz ausluden und einen Trampelpfad hoch schleppten. Als dann der Teil des Parkplatzes, auf denen wir nicht standen, mit Pylonen abgesperrt wurde, hat Andreas gefragt, was denn da passieren sollte. Ein netter Schotte erklärte ihm daraufhin, dass hier am nächsten Morgen ein Werbespot gedreht werden soll – ab 6:00 Uhr morgens soll es losgehen!

Am frühen Morgen schlich sich Andreas für 1 1/2 Stunden bei tollem Licht raus, um Fotos zu machen – der Rest des Rudels schief weiter den Schlaf der Gerechten. Gegen 6:00 Uhr blieb der angedrohte Ansturm der Werbespot-Dreher aus. Wir dachten schon, die hätten für heute Ihr vorhaben aufgegeben, denn der Himmel zog wieder zu. Da Andreas, der zwischenzeitlich von seiner Foto-Tour zurück war, seinen Schlaf nachholen und selbst Merle mal nicht den Weckdienst ausüben wollte, blieben wir bis 9:00 Uhr in unseren Kojen – und dann kamen sie doch, die Beleuchter und die Träger und der Catering-Service und die Wichtigen und Unwichtigen Leute des Film-Dreh-Geschäfts. Ausrüstung wurden auf ein Plateau geschleppt und mit Funkgeräten wurde kommuniziert. Handys klingelten – warum haben die Empfang und wir nicht? Das Frühstück war auf jeden Fall sehr unterhaltsam!

Nach dem Frühstück beschlossen wir trotzt Filmgeschäft und bewölkten Himmel die erste Bergtour an diesem Tag anzugehen und bis zum Sattel zu wandern, um einen Blick auf die grandiose Landschaft zu werfen.

Tatsächlich hatten die Film-Leute ihre Bäumchen aufgestellt, Klappstühle positioniert, Kameras, Scheinwerfer und weiße Wände mitten auf einem kleinen Plateau aufgestellt. Eine Unmenge Filmleute tummelten sich auf der Strecke vom Parkplatz bis zum Plateau. Wir passierten die Stelle und gingen wieder bis zum Sattel, um die Aussicht zu genießen.

15.06.2010/16.06.2010

Auf dem Rückweg versuchten wir heraus zu finden, was da eigentlich gefilmt werden sollte. Am Drehort manipulierten in der Zwischenzeit ein Haufen Männer Gänseblümchen mit Taschenmessern (kein Witz!!). Ich fragte eine Gruppe Männer, ob hier der Highländer neu verfilmt werden sollte. Nein, nein … aber was gefilmt werden sollte, sagte man uns nicht. Eine wichtig aussehende Frau behauptete, hier würde eine Dokumentation gedreht, aber deshalb baut man doch keine Bäume auf und positioniert Gänseblümchen neu, oder? Eine andere, unwichtig aussehende Frau meinte, hier würde ein Werbespot für einen Softdrink gedreht – na, vieleicht bekommen wir das ja irgend wann im Fernsehen mit?

Wir räumten unsere Sachen zusammen und verließen den Set, machten einen kleinen Stopp an den Kiltrocks und fuhren zum Old Man of Storr. Da es mittlerweile kräftig nieselte machten wir erst mal Mittagspause.

Dann ging die Tour los – erst durch einen ungewohnt dichten und dunklen Nadelwald und später über das gewohnt offene Gras- und Heideland steig bergauf bis zum Fuß des Old Man, der hier oben angekommen aussah, wie ein von Obelix verlorener Hinkelstein. Auf 1,8 km sehr gut angelegte Strecke mit 300 Höhenmeter. Die Höhenmeter sind für den geneigten Touristen über Treppenstufen aus Felsbrocken recht nett zu bewältigen – die Steigung bleibt, es gibt keinen Lift!

Wieder unten angekommen – es war mittlerweile schon recht spät, hatten wir keine Lust auf eine ausgedehnte Suche nach einem Übernachtungsplatz. Also fuhren wir zurück nach Steffin und stellten uns, wie vor fünf Jahren an die Jetty zwischen Schafen und Kühen.

Der nächste Tag begann mit 17°C um 9:00 Uhr außergewöhnlich warm und die Temperaturen steigerten sich im Laufe des Tages auf bis zu 20,5°C!

16.06.2010/17.06.2010

Wir fuhren nach Partree, kauften ein und machten einen „Stadtbummel“. Am Hafen gab es bei schwül-warmen Wetter die obligatorische Portion Fish und Chips. Anschließend fuhren wir auf die Spitze der Halbinsel Watersay – vorbei am Dunvegen-Castle und gelangten an den offensichtlich einzigen sandähnlichen Strand Skyes (Coral Beach) – strandtechnisch waren wir bisher besser bedient worden, aber der Fußweg zum Strand war ganz nett und bot unseren Vierbeinern so mache Gelegenheit, uns durch Sheep-Shit-Snacks zur Weißglut zu treiben.

Den recht ruhigen Tag ließen wir an unserem Stellplatz an einer Jetty (an einer Seitenstraße der A 863, die nach Harlosh führt) ausklingen.

Andreas kompetierte an diesem Abend noch die Fischvorräte, bevor es sich bis in die frühen Morgenstunden an die Fotobearbeitung begab

17.06.2010/18.06.2010

Der Morgen begann sehr neblig. Während des Frühstücks verzog sich der Nebel und gab die Sicht auf die Bucht frei. Wir zogen weiter an den Cuillin Hills, an dessen Rand wir einen ca. zweistündigen Spaziergang auf einer alten Straße machten. Ob es an unserem leicht verschwitzten Zustand oder an dem fehlenden Wind lag – gegen Ende unseres Spaziergangs wurden wir von Miggies belästigt.

Am Abend sollten wir mit der Fähre auch die Insel Skye und somit die Hebriden (Fährverbindung: Ardvasar – Mailaig) verlassen.

Zurück auf dem Mainland kauften wir in einem Aldi in Glasgow deutsches Schwarzbrot (unsere Vorräte an haltbaren Vollkornbrot waren vor einer Woche aufgebraucht worden). auf dem weiteren Weg hatten wir zunächst Schwierigkeiten ein Übernachtungsplatz zu finden. Erst im Örtchen Glenfinnan (an der A 830) gesellten wir uns zu zwei WoMos auf einen nicht mit „no overnightparking“ verzierten Parkplatz.

Die Besatzung des kleinen, alten WoMos war ein aus Mönchengladbach stammendes, junges Pärchen mit denen wir erst einmal ein Schätzchens hielten. Dies ging aber nicht lange gut, denn die Miggies sammelten sich zum Überfall, so dass sich jede Partei in sein WoMo verkroch. Sollte ich heute die ersten Mückenstiche in Schottland bekommen haben?

Die Nacht war absolut unruhig: Wir waren umzingelt von Billionen winzigen Miggies, die auf unseren Gesichtern, Armen und Füßen herum krabbelten. Aus Norwegen hatten wir noch Anti-Mücken-Räucherstäbchen, die nun in Gang gesetzt wurden. Das hatte aber einen Hacken: Die Miggies sollten ja nun durch die Räucherstäbchen verjagt werden, also mussten wir ein Fenster öffnen. Leider hielt das die Miggies von draußen nicht davon ab, ins WoMo zur Mahlzeit einzutreten.

Nur die Verwendung von Autan auf Haut und Haaren verschaffte uns eine halbwegs ruhige Nacht.

18.06.2010/19.06.2010

Am frühen Morgen ließ die Wirkung des Autans nach und wir beschlossen in aller Hektik das Lager aufzugeben und das Weite zu suchen. Mit geöffneten Fahrer- und Beifahrerfenstern sowie geöffneter Dachlucke fuhren wir die A 830 weiter Richtung Fort William und hielten erst auf dem Parkplatz eines Industriegebiets um ein miggiefreies Frühstück zu bekommen. Danach entfernten wir unzählige Miggie-Leichen und nahmen eine Dusche.

Die Miggies hatten, wie ich bis dato dachte, nur „Knutschflecke“ hinterlassen. Erst im Laufe des späteren Tages musste ich feststellen, dass sich die Knutschflecke zu äußerst juckenden Stellen wandelten, die mich in der Nacht aufwecken würden.

Den ersten Teil der weiteren Reise verschlief ich leider – incl. der Fahrt durch Glen Coe. Der Anblick der Cuillin Hills tröstete misch jedoch. Und genau dort hatten wir auch einen harmlosen, wenn auch auf dem letzten Stück Miggie-bestückte, kleine Wanderung.

Dann ging es weiter auf der A 1 (M) Richtung Süden. Unseren heutigen Übernachtungsplatz fanden wir In der Nähe von Grantham (von der A 1 auf die A 52 , zwischen Muston und Redmile) an einem kleinen Bach. Aus Angst vor Miggies lie0en wir Türen nicht lange offen und dachten gar nicht dran, irgendwelche Fenster zu öffnen. Übernächtigt, wie wir waren, verkrochen wir uns früh in unsere Kojen und verbrachten zum Glück eine ruhige und miggiefreie Nacht.

Am nächsten Tag besichtigten wir auf dem Weg nach Dover Cambridge bei leider recht schlechtem Wetter. Bei der Besichtigung einer kleinen Kirche wartete Andreas mit den Hunden brav draußen. Als ich wieder aus der Kirche heraus kam, war gerade eine nette Dame aus der Information der Kirche an Andreas heran getreten, um ihn zu erklären, dass er auch mit den Hunden in die Kirche gehen könnte.

Nach der Besichtigung von Cambridge machten wir uns weiter auf den Weg nach Dover und nahmen die Fähre nach Calais. Zurück auf dem Kontinent mussten wir uns erst einmal auf eine fast  einstündige Suche nach Diesel machen um dann unsere fünf – Ländertour (England, Frankreich, Belgien, Holland und Deutschland) mit unserer Ankunft um ca. 1:45 Uhr am Sonntagmorgen zu beenden.  

Resümee

Scotland, wir kommen wieder … extra haben wir nicht alle Pfund ausgegeben!
Die Schotten haben sich, wie schon 2005 als sehr höfliches, hilfsbereites und kommunikatives Volk erwiesen.
Die Landschaft, die Sandstrände sind einfach grandios. 
Hundeverrückt sind offensichtlich Schotten, wie Engländer.
Wir werden das stetige Rauschen der Wellen und des Windes, das Rufen der Austernfischer und der Möwen und den Sand in den Socken vermissen!