Norwegen
Sommer 2011

Eigentlich wollten wir in diesem Sommer mal wo ganz anders hin: in die Toskana – und zwar Ende Mai/Anfang Juni. Aber zu dieser Zeit war es bei Andreas und mir im Büro einfach zu hektisch, so dass wir unseren Urlaub kurzerhand auf einen unbekannten Zeitpunkt verschoben. Im dienstlichem Termingewirr des restlichen Sommers blieb nur noch die letzte Juni- und die ersten beiden Augustwochen übrig – zu spät für die Toskana, aber gerade richtig für  Norwegen.

Doch am Tag vor unserer Abreise musste Merle im Agility-Fun-Turnier noch eben mal in den drei Fun-Disziplinen den ersten Platz absahnen – zugegeben, beim Monopoly teilt sie sich den ersten Platz mit einem zweiten Team.

Abreise am 23.07. und erste Übernachtung

Also ging es diesmal erst Samstagnachmittag (erster Schulferientag in NRW und zwei weiteren Bundesländern!!) bei mäßig gutem bis teilweise schlechten Wetter gen Norden Richtung Puttgarden.
Nach einem recht langen Stau bei Hamburg erreichten wir am späten Abend Puttgarden und verbrachten eine erstaunlich ruhige Nacht auf einem extra hierfür vorgesehenen Parkplatz direkt neben dem Fähranleger (für  8 €).
Eigentlich hatten wir überlegt, noch an diesem Abend nach Dänemark überzusetzten – ein langer Stau vor der Fährabfertigung hat uns aber davon abgehalten – zum Glück, denn wie wir am nächsten Tag erfuhren, hätten wir mit unserem vorbestellten Ticket am Samstag noch gar nicht fahren können.

24.07.2011/25.07.2011

Wir hatten ja ein bisschen Sorge wegen der Grenzkontrolle, weil am Freitag (22.07.) irgend ein total verrückter Norweger erst eine Bombe in unmittelbarer Nähe zum Regierungssitz hat hochgehen lassen – dabei sind offensichtlich 7 Menschen ums Leben gekommen. Dann ist er auf eine Ferieninsel gefahren und hat wohl über 90 Jugendliche (Kinder von Angehörigen der Regierungspartei) erschossen. Unbegreiflich, was ein einziger Mensch – offensichtlich war er alleine, dass ist zumindest unser Urlaubs-Kenntnisstand – für  ein Unglück anrichten kann. Bei der Durchfahrt durch Oslo gab es dann eine merkwürdige Situation: Um 12:00 Uhr blieben auf der Autobahn plötzlich alle Autos stehen – ob das eine Schweigeminute für  die Opfer war?

Bis auf Unmengen Lkw-Fahrern war jedoch an der Zollkontrolle kein besondere  Auflauf. Die Kontrolle der Hunde-Impfbücher war gründlich wie immer – diesmal garniert mit der Ermahnung, innerhalb der ersten sieben Tage in Norwegen einen Tierarzt zwecks amtlichen Einwurfs der mitgeführten Bandwurmtabletten aufzusuchen.
Wie immer im Sommer, verbrachten wir die erste Nacht an der kleinen Marina in Fredrikstad an einem Arm der Glomma. Der Regen ließ gerade nach, so dass wir einen halbwegs trockenen Abendspaziergang durch die historische Altstadt machten konnten.

25.07.2011/26.07.2011

Nach einem gemütlichem Frühstück bei vielversprechendem Wetter – es sah nicht ganz so verregnet aus, wie während der Fahrt durch Dänemark und Schweden – setzten wir unsere Fahrt gen Norden fort. Nach diversen Zwischenstopps, einer in Fagernes zwecks oben beschrieben Einwurfs einer amtlich dokumentierten Bandwurmtablette beim uns aus den Winterurlauben besten bekannten Tierarzt, erreichten wir das verregnete Fjordland – genauer den Laerdalsfjord. Auf einem kleinen Rastplatz irgendwo zwischen Laerdalseryi und Vindedalen haben wir zusammen mir einem Wohnmobil und einem Wohnwagengespann übernachtet.

26.07.2011/27.07.2011

Ja, das Wetter kann am äußersten Rand des Fjordlands doch nur besser werden, oder? Am nächsten Morgen nahmen wir die Fähre von Aspevik, um uns am nördlichen Rand des Sognefjords nach Nordwesten zu hangeln.
Unseren heutigen Übernachtungsplatz entdeckte Andreas auf der letzten Fährüberfahrt für den heutigen Tag nach Askvoll am Vinesfjorden am Ende einer kleinen Straße direkt am Meer.
Andreas hatte für  sich und die Hunde einige Fische gefangen.

Nach einer angenehm ruhigen Nacht versprach der Morgen sehr schönes Wetter. Wir konnten draußen frühstücken und hatten überhaupt keine Lust weiterzufahren – warum auch? … wir haben Urlaub. So angelte Andreas weiter, und ich ging mit den Hunden über die Felsen und entlang der kleinen Straße spazieren.
Da gab es auch einen kleinen Agilityplatz – Merle und ich sahen aber von einem Gastspiel ab!

Wir wollten an diesem schönen Platz auch Mittagessen und auch die Hunde sollten ihre Fischmahlzeit hier bekommen. Andreas hat den Fisch für die Hunde gekocht … und Janosch wurde „elektrisch“, denn dass weiß er genau: gekochter Fisch ist für Hunde bestimmt. Nun sollte der gekochte Fisch im Topf unter freiem Himmel abkühlen, während wir einen weiteren kleinen Spaziergang entlang der Straße machten. Janosch hat uns angeguckt, als ob wir nicht mehr alle Tassen im Schrank haben: Seinen Fischtopf unbewacht stehen lassen … . Es hat uns doch sehr viel Überredungskunst gekostet, den kleinen Kerl von SEINEM Fischtopf wegzulocken und auf dem Rückweg war er besonders schnell. Die Fischmahlzeit hat beiden Hunden und dem Chef-Angler gemundet. 

27.07.2011/28.07.2011

Norwegen ist groß … und deshalb haben wir am späten Nachmittag dann doch den netten Platz bei Askvoll verlassen.
Die Besichtigung diverser Halbinseln blieb ereignis- und übernachtungsplatzlos, so dass wir in Svelgen (am Nordgulen / an der 614) an einer schmucklosen Marina unseren Übernachtungsplatz fanden.

Am nächsten Tag war das schöne Wetter weg – leider.
Weiter ging es nach Norden – auf dem Weg lag der Kannestein auf der Insel Malöy. Wir waren vor Jahren schon einmal da. Damals stand der Stein unscheinbar an einem Steinstrand und wir haben an dieser Stelle übernachtet. Heute geht da von einem Parkplatz aus, an dem locker 7 bis 8 Pkw stehen können mit dazugehöriger Imbissbude und No Camping-Schild, ein angelegter Weg auf den Steinstrand raus.
Da zu viele Touris anwesend waren blieben die Hunde an der Leine und später im Auto. Andreas machte diverse Fotos und ich kletterte auf den Felsen herum.

28.07.2011/29.07.2011

Unser Übernachtungsplatz lag in der gleichen Bucht gegenüber des Kannesteins auf einem kleinen, netten Parkplatz, von dem ein Trampelpfad aus zu einem wahnwitzig angelegten Leuchtturm (Hedanes Fyr) führte.

Immerhin war am nächsten Morgen das Wetter wieder so gut, dass wir draußen Frühstücken konnten.
Überhaupt muss ich zugeben, dass die Temperaturen für norwegenmäßig-schönem Wetter sehr moderat sind. Und nachdem wir das innere Fjordland verlassen haben, hat es auch nicht mehr geregnet.
Nach einem weiteren, morgendlichen Besuch des Leuchtturms ging es weiter.

29.07.2011/30.07.2011

Die heutige Fahrt führe uns zum Westkapp, einem recht hohen Felsen mit freilaufenden Pferden, der jedoch zum Zeitpunkt unseres Besuchs leider in einer Wolke weilte.
Auch ein ausgedehntes Kaffeetrinken half nicht .. die Wolke wollte sich nicht auflösen.
Unseren nächsten Übernachtungsplatz fanden wir in Aheim (an der 620 am Vanyivsfjord).

31.07.2011/01.08.2011

Der weitere Weg nach Norden brachte uns nach Alesund, eine recht nette Stadt zu der zwei wahnwitzige Tunnel führen. Ein Spaziergang durch Alesund brachte uns nicht Allzuviel – auch nicht die erhoffte Pizza, so dass wir auf eine der nordwestlich von Alesund gelegenen Inseln ein verspätetes Mittagessen einnahmen. Dann fuhren wir noch auf eine andere Halbinsel, die wieder durch einen wahnwitzigen Tunnel zugänglich gemacht ist. Merke: In Alesund und um Alesund drumrum wohnen Tunnelbauer mit einer Vorliebe für unterirdischen Steigungen und Gefälle.

Unser Übernachtungsplatz lag auf der Insel Godöy direkt hinter dem nächsten wahnwitzigen Tunnel nach Alnes.
Ein abendlicher Spaziergang zum klassisch rot-weiß-gestreiften Leuchtturm rundete den Tag ab.
Am nächsten Morgen gab es eine norwegische Wanderung entlang der Nordspitze zu der ersten der angezeigten und offensichtlich recht bedeutungslosen Sehenswürdigkeiten (ein Grillplatz). Da die Wanderung Norwegisch und gewohnt sumpfig war, waren wir froh, dass sie an einem schönen Sandstrand endete, an dem wir die Hundepfoten säubern konnten.

30.07.2011/31.07.2011

.. ein weiterer, diesmal recht ereignisloser Fahrtag brachte uns an einen tollen Übernachtungsplatz auf der nord-westlichen Spitze der Insel Nerlandsöy oberhalb eines verwunschenen Sandstrands, an dem wir einen ausgedehnten Abend- und einen schönen Morgenspaziergang machen.

Ich lerne: Mad Merle ist beim Anblick von Schafen nicht mehr ganz so mad und muss nicht zwangsläufig angeleint werden.
Selbst Schafsköttel kann sie wiederstehen!

01.08.2011/02.08.2011

Auf Wunsch eines Einzelnen führte uns die heutige Route an die Atlantashavsven, eine witzige Kombination von Brücken und Straßen, die am äußersten Atlantikrand entlang führen und einen tollen Blick auf den Atlantik mit den Scheren bietet.

Auf dem Weg hierhin gab es die erste Blaubeerpflückerei, in diesem Urlaub. Bedingt durch das doch recht schlechte Wetter in diesem Sommer gibt es nicht wirklich viele Blaubeeren und auch die Erdbeerstände an den Straßenrändern lassen zu wünschen übrig.

Die Ermahnung des Haus- und Hoffotografs nicht nur künstlerisch wertvolle sondern auch touristische und reisebuchtaugliche Fotos zu machen, bringt mir die Ehre ein, über eine eigene Kamera, zeitweise sogar mit Objektiv (!) zu verfügen.
Wir übernachten zwischen zwei Brücken zusammen mit einigen anderen Wohnmobilien auf einem sehr schön angelegten Parkplatz.

02.08.2011/03.08.2011

Am nächsten Morgen hatte wir wunderschönes Wetter … den Rest von meinem Frühstücks-Tee genoss ich in der Morgensonne auf dem Bordstein sitzend.
Wir fuhren weiter, machten den einen und den anderen Spaziergang … unter anderem an einem schönen Rastplatz, an dem es später auch den ersten Freiluft-Blaubeerpfannkuchen in diesem Norwegenurlaub gab .

Die Suche nach dem heutigen Übernachtungsplatz gestaltete sich schwierig. Nachdem wir endlich ein genehmes Fleckchen mit unmittelbarem Zugang zum Meer gefunden hatten, kam der dazugehörige Bauer und wollte 100 Kronen (ca. 12 €), Das fanden wir dann doch etwas zu teuer (keinerlei Infrastruktur, wie Trinkwasser) und packten zusammen. 

…  Man könnte sagen: was für  ein Glück, denn ein Stück weiter, die 680 lang sahen wir vielleicht 40 Hirsche auf einer großen Wiese … wir hatten vorher noch nie Hirsche in freier Wildbahn gesehen. Einige hundert Meter weiter sahen wir dann noch einmal Hirsche, diesmal aber nicht so viele … sehr beeindruckend! Von den Hirschen gibt es leider keine Bilder, dafür aber von diesen Kameraden … .
Übernachtet haben wir dann an einer Marina an der 680 südlich von einem kleinen Ort namens Taftoya.

03.08.2011-05.08.2011

Am nächsten Morgen hatten wir wieder sehr schönes, warmes Wetter, so dass es das Frühstück auf den marinaeigenen Holzbänken gab.
Die Mittagspause legten wir in der Nähe eine Leuchtturmsein, zu dem wir dann auch einen Spaziergang machten. Von hieraus hatte man eine Tolle Sicht auf den Trondheimfjord.

Der heutige Übernachtungsplatz befand sich in der Nähe des Städtchens Botngard (an der 710) an einem für
 norwegische Verhältnisse weitläufigen und sehr gut ausgestatteten Badeplatz.
Hier gab es ein Schwätzchen mit einem norwegischen Tierarzt, der überaus stolzer Halter einer braun-weißen spanischen Wasserhündin war und ein schottischen Whisky in der norwegischen Abendsonne!

Außerdem gab’s hier

  • am sehr frühen Morgen des nächten Tags eine Angelei mit insgesamt 9 gefangenen Fischen – dass hieß eine Fischmahlzeit für die Vierbeiner und zwei für Andreas.
  • die erste, aber sehr lange und heiße Dusche in diesem Urlaub im badestrandeigenen Sanitärhäuschen.
  • einen Einkaufsbummel in das Städtchen.
  • eine große Portion Himbeeren, die es am folgenden Tag in Römme mit Pfannkuchen geben sollte.

Kurz: wir blieben einen zweiten Tag an diesem netten Plätzchen und ließen es uns gut gehen!

05.08.2011/06.08.2011

Wenn man irgend wann wieder nach Hause muss, aber keine Lust hat in zwei oder drei Tagen eine Mammutfahrt 

Richtung Süden zu unternehmen, muss man  mal anfangen den Rückweg anzutreten. Unser Plan war also, dass unser heutiger Übernachtungsplatz der nördlichste in diesem Urlaub sein sollte und dass wir durchs Landesinnere zurückfahren wollten.

Wir fuhren entlang des Trondheimsfjorden auf der 755 noch ein Stück nach Norden, machten  Halt, um am Vormittag einen ausgedehnten Spaziergang zu einer vereinsamten Hütte und am späteren Nachmittag um einen kleinen See zu machen und verfuhren uns ein bisschen, weil wir die Karte falsch interpretiert hatten.
Zwischendurch gab es die Pfannkuchen mit der Riesenportion Himbeeren – lecker!
Unser heutiger Übernachtungsplatz lag unterhalb einer tollen Brücke an der 755 bei Skansundet, an der sich im Verlauf des Abends immer wieder Angler einfanden, um mehr oder weniger erfolgreich ihr Equipment auszuprobieren.
Andreas fing zwar keine Fische, aber ein paar Kleinwale mit der Kamera ein.

Trotz einer Gruppe von 6 biertrinkenden Finnen, die vielleicht gerade ihren Schulabschluss hinter sich gebracht hatten und mit einem Wohnmobil ihrer Eltern neben uns hielten, um weiter Bier zu trinken und zu grillen, hatten wir eine ruhige Nacht. Die Finnen waren wohl nach dem Grillen weitergefahren – am nächsten Vormittag sahen wir deren Wohnmobil irgendwo auf einem Parkplatz stehen. Wer von denen noch fahren konnte, war uns nicht klar.

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06.08.2011/07.08.2011

Ob es nun an der Wetterlage lag oder daran, dass wir uns ins Landesinnere bewegten – wer weiß? – der Luftdruck fiel und das Wetter wurde schlechter. Während unserer Fahrt auf der E 6 und später auf der E 39, 65 und 700 Richtung Süden gab es immer wieder den einen oder anderen Schauer.
Andreas hat sich die Generallizenz zum Angeln in Binnengewässern gekauft – mal sehen, ob er noch den einen oder anderen Fisch an den Hacken bekommt?
Mittagessen gab es in Lökken Verk an der Haltestelle einer kleinen Touristen-Bahn.
In der Hoffnung, dass der Regen am nächsten Tag nachlassen würde und wir eine Fjellwanderung unternehmen könnten. haben wir uns einen Übernachtungsplatz auf einem sehr geräumigen und einsamen Wanderparkplatz im Trollheimen gesucht.

07.08.2011/08.08.2011

Das Wetter des nächsten Tags hatte – zumindest bis zum späten Nachmittag – nichts mit dem Wetter des Vortags zu tun: Bestes Wetter, Sonnenschein und warm! Wir frühstückten und rüsteten und für eine Wanderung zur Joldalshytta.

Der Fango-Trail

Merle hatte saumäßig Spaß und sah temporär aus, wie eine Sau! Bedingt durch den starken Regen am Vortag war der Sumpf sumpfiger, als gewohnt. Dafür
 gab es überall frische Pilze – auch Pfifferlinge, die wir zu einer kleinen Mahlzeit einluden. Damit wir sie nicht die ganze Strecke mit uns mitschleppen mussten, deponierten wir sie irgendwo im Gebüsch.

Weit sind wir leider nicht gekommen: Nach eineinhalb Stunden kamen wir an einen Bach – natürlich ohne Brücke und natürlich durch die Regenfälle stark angeschwollen. Wir hätten Schuhe und die Hosenbeine der Zip-Hosen ausziehen müssen und auf jeden Fall Janosch – vielleicht auch Merle herübertragen müssen.

Also kehrten wir um, sammelten die Tüte mit den Pfifferlingen ein und gingen zurück zum Wohnmobil: Immerhin eine kleine Wanderung von gut drei Stunden und frische Pfifferlinge in Römme mit Nudeln!

Nach unserem späten Mittagessen packten wir unsere sieben Sachen und führen mit dem Ziel Dovrefjell weiter. Auf der Fahrt fing es kräftig an zu regnen. Das Gebiet des Dovrefjells, das wir zum Ziel hatten war

  • Militärisches Übungsgebiet
  • verbunden mit einer Maut von 60 Kronen, die wir mangels Kleingeld nicht bezahlen konnten.

Also änderten wir unsere Pläne und führen in die Rondane.

08.08.2011/09.08.2011

Nach langem hin und her fanden wir endlich im strömenden Regen einen Übernachtungsplatz gegenüber dem Rondane-Städtchens Folldal an der 29 direkt am (knapp im) Flüsschen Folla.
Wie am Tag zuvor fehlte am Morgen das prasseln des Regens auf dem WoMo-Dach – strahlender Sonnenschein!
Wir besichtigten einen sehr alten Gutshof (einer der wenigen Minner-Hinweise folgend, die sich wirklich mal lohnten!

Dann gab es einen ausgedehnten Spaziergang zu einem Wasserfall. Der erste Teil des sehr schön angelegten Weges führte über trockene Pfade durch ein lichtes Wäldchen mit sehr viel Rentiermoos und Pilzen. Kurz vor dem Wasserfall gab es dann die unvermeidliche Fango-Einlage. Meine Trekkinghalbschuhe liefen mit Schmuddelwasser voll und stinken bis heute. Merle hatte mal wieder ihren Spaß.
Über den Wasserfall führte eine Holzbrücke. Der Anblick war beachtlich und der Rückweg abwechslungsreich mit den gewohnten Schlammeinlagen versehen.

Zurück am WoMo setzte Andreas einen Hefeteich an – heute sollte es ein Pizza-ähnliches Gericht aus unserem Omnia-Campingofen geben.
Wir fuhren ein kleines Stück die 27 (Rondane-Touristenweg) entlang und machten am Ufer des Flüsschens Atna Mittagspause.
Die Omnia-Ofen-Pizza war sehr lecker!

Nach der Mittagspause fuhren wir die 27 wieder ein kleines Stück zurück und gesellten uns zu einem deutschen Wohnmobil an das Ufer der Alta.

09.08.2011/10.08.2011

Hier verbrachten wir eine ruhige Nacht.
Die anderen Deutschen waren so nett, uns 100 Kronen in zwei 50 Kronenscheine zu wechseln, damit wir diesmal passendes Kleingeld für die Maut durch die Rondane hatten. An der Bomstation stellten wir fest, dass zu den 70 Kronen Maut, die wir ja nun passend parat hatten, 30 Kronen für’s Camping hinzu kamen – wir hatten umsonst Geld gewechselt.

Insgesamt 100 Kronen, die sich aber gelohnt hatten! Die Streckenführung der kleinen Straße war bei recht angenehmen Wetter einfach genial. An der Grimsdalshytta gab es einen sehr einfachen Campingplatz direkt an einem Flüsschen in das ein anderer Bach mündete. Wir stellten unser WoMo in die Nähe der Einmündung des einen Bachs in das Flüsschen mit Blich auf eine etwas windschiefe, aber stabile Brücke. Diese Brücke wurde von Wanderern wie auch von Schafen genutzt. 

Leider ist es uns nicht gelungen, die Überquerung der Brücke von Schafen zu fotografieren.

Dafür ist Andreas aber ein Foto von einem Marder gelungen, der seinen Bau an der Brücke über den kleinen Bach hatte.
Von diesem Campingplatz aus gingen verschiedene Wanderrouten los.

Während Andreas im Flüsschen erfolglos angelte, probierte ich mit den Hunden die ersten Kilometer zweier Wanderrouten aus. 

Die erste verwandelte sich recht bald zu einem erneuten Fango-Trail, so dass ich umkehrte, um einen anderen Weg auszuprobieren. Weit bin ich aber auch da nicht gekommen, weil ich sonst zu spät zu meiner Verabredung zu einem verspäteten Mittagessen gekommen wäre.
Nach Essen machten wir uns noch auf, zu einer Besteigung eines Bergrückens nördlich des Campingplatzes und hatten eine geniale Sicht in die Rondane!

10.08.2011/11.08.2011

Abends war Andreas noch einmal angeln. Es wurde sehr kalt, leider war unsere Standheizung kaputt, so dass wir die Nacht mit Extrapullover und eingehüllt in unseren Schlafsäcken verbrachten.
Am nächsten Morgen war das Wetter wieder sehr schön und so beschlossen wir den zweiten Teil der Wanderroute, die ich am vorigen Vormittag ausprobiert hatte, weiter zu gehen. Wir gingen über dichtes Rentiermoos auf einen der kleinen Gipfel – natürlich wieder mit grandioser Aussicht!
Nach einem einfachen Mittagessen verabschiedeten wir uns von diesem sehr schönen Übernachtungsplatz und fuhren den Rest der Strecke Richtung Dovre und dann ein Stück die E 6 entlang durch Otta hindurch, wo sich Andreas bremsen musste, die dritte gusseiserne Pfanne zu kaufen.

11.08.2011/12.08.2011

Übernachtet haben wir diesmal an einer kleinen Parallelstraße der 257 kurz vor Heidal mit dem Getöse der Sjoa im Ohr.
Am nächsten Tag ging es auf der 51 weiter Richtung Maurwangen.
Wir besichtigten den Ridderspranget, an dem sich einer Sage nach ein Ritter mit einer nicht gegen ihren Willen geraubten und natürlich schönen Frau mit einem beherzten Sprung über eine kleinen Schlucht gerettet hat.

Durch die kleine Schlucht presst die Sjoa mit voller Wucht ihr Wasser. Eine wirklich beeindruckende Stelle!
An einer kleinen Krambua erstanden wir zwei Eis und Smör, denn Andreas wollte heute im Omnia-Campingofen Rohrnudeln machen.
Wir kamen an dem wohlbekannten Parkplatz bei Mauervangen vorbei, von wo aus man die noch bekanntere Wanderung über den Besseggen starten kann. Bei unseren letzten Besuchen in Mauervangen war der Parkplatz immer eher spärlich belegt. Heute waren da Unmengen Pkw und Wohnmobile sowie der eine oder andere Reisebus. Platzeinweiser kassierten die Parkgebühr in Höhe von 70 Euro pro Tag und wiesen auf die Möglichkeit hin, mit dem Schiff über den Gjende nach Memurubu zu fahren. Andreas überlegte für  einen Moment, die Nacht hier zu verbringen. Mir war der Parkplatz aber zu voll – außerdem hatten wir nicht vor, den Besseggen zu gehen, so dass wir ein Stückchen weiterführen und bei Valdresflya Stopp machten. Hier gab es dann die leckeren Rohrnudeln und anschließend einen schönen Spaziergang auf die Kvernkö- hier waren wir auf dem Rückweg von den Lofoten vor drei Jahren schon einmal, und ich wusste: es gibt hier ein GIPFELBUCH in einer Metallbox – von Andreas vehement verneint. Diese Höhe hat drei partielle Gipfel, die wir alle abklappern mussten, um auf dem letzten tatsächlich das Gipfelbuch in der Metallbox vorzufinden.

Auf diesem gut zweistündigen Spaziergang mit Höhenmetern machten sich bemerkenswerte Charakterschwächen unserer beiden Hunde bemerkbar: Leckere tote und getrocknete Lemminge überall im Fjell zwangen unsere Hunde zum Ungehorsam – aber weiß ich, woran die Kleinen so massig gestorben sind? Es gibt hier keine Abgründe, in die sie sich hätten stürzen können. 

12.08.2011/13.08.2011

Nachdem schon der Rondane-Weg so toll gewesen war investierten wir noch einmal 80 Kronen für die Maut für den Jotunheimweg, der sich auf der Nordseite des Vinstervatnet entlang schlängelt.

Wir hatten die Chance einen Blick auf die Rückseite des Skaget zu werfen – den Hausberg von Yddin, unserem Lieblings-Skilanglaufgebiet!

Wir fanden einen sehr schön gelegenen Parkplatz bei Kvaseter – ausgezeichnet mit drei Herzchen – am dazugehörenden Plumpsklo. Von hieraus hatten wir geniale Sicht auf eine Bergkette und der davor liegenden Ebene.

Am nächsten Tag besichtigten wir die Rekonstruktion der Falken-Fangstation, und machten einen schöne Fjellwanderung bis an den Fuß des Vangstulkampen.
Auf dem Rückweg mussten wir noch auf allgemeinen Wunsch eines Einzelnen ein Steinhaufen errichten – das Ganze wurde alle drei Sekunden fotografisch dokumentiert. Als ich mir am Abend die Bilder angesehen habe, habe ich Tränen gelacht.

13.08.2011/14.08.2011

Die letzte Nacht in Norwegen haben wir da verbracht, wo unsere Norwegenrundfahrt gestartet hat: in Fredrikstad.
Der Rest der Tour ist Reise-Routine: Die Rückfahrt durch Schweden, Dänemark und Deutschland! Über Fehmarn lag zum Teil Bodennebel – dass sehr sehr toll aus.
Wir fuhren die Nacht durch, so dass wir um 0:30 Uhr zuhause waren.

Resümee

Insbesondere im Fjordland hatten wir den Eindruck, dass die Norweger der vielen Wohnmobilisten überdrüssig geworden sind. Die Wahrnehmung ist wohl: Die gurken durch unser Land, geben kein Geld aus und wollen auch noch kostenlos übernachten. Ganz verdenken, kann ich ihnen diese Haltung nicht!
Im Binnenland entschärft sich das Ganze wohl auch aufgrund der Unmengen Fjell-Landschaft.

In diesem Jahr gab es, offensichtlich bedingt durch sehr starke Regenfällen (teilweise waren wohl Abschnitte der Hauptverkehrsader E 6 gesperrt) wenig Blaubeeren, wenig Stände mit Erdbeeren, viele durch Erdrutsche und Unterspülungen beschädigte Straßen und dementsprechend sehr viele Baustellen.
Obwohl wir ja nun schon sehr häufig im Sommer in Norwegen waren, gibt es immer wieder etwas Neues zu entdecken, so dass dieser Sommerurlaub mit Sicherheit nicht der Letzte in diesem Land der Berge, Fjorde und wahnwitzigen Tunnel und Brücken gewesen ist!