Die Geschichte unserer Hunde

Man zieht einen Welpen groß, pflegt ihn, wenn er krank ist, spielt mit ihm, ärgert sich, wenn er Quatsch macht, beobachtet ihn und freut sich, über so manche Situation.

Der Hund wird älter und man versucht sich zu erinnern, wann hat er das erste Mal …, wann war noch mal das …, wann wird er das letzte Mal … ?
Und so war es auch in den letzten Jahren, als Janosch anfing, die gesundheitlichen Baustellen zu sammeln. Also habe ich beschlossen, die Geschichte von Janosch aus der Erinnerung aufzuschreiben und auch die bisherigen neun Lebensjahre von Merle aufzuschreiben und fortzuschreiben. Und dann haben wir ja seit 8 Wochen Baby Grit – ja, knapp 7 Wochen lang waren wir ein Dreigenerationen-Hundehaushalt!

Meine Kindheit mit Tieren

Als Kinder hatten wir immer irgendwelche Haustiere: Wellensittiche, Nymphensittiche, ein weißes Kaninchennamens Mucki, das nachts immer ausbrach, um Stromkabel anzufressen und damit meine Eltern zur Verzweiflung trieb.

Als ich in die vierte Klasse kam, bekam ich und später auch meine drei jüngeren Geschwister jeder ein Meerschweinchen. Aus vier Schweinchen wurden sechs und wir vier Geschwister hatten jeden Samstag Großreinemachtag für die Schweinchen und lernten dabei Verantwortung für unsere Haustiere zu übernehmen – auch meine beiden jüngeren Schwestern, die damals noch in den Kindergarten gingen, halfen mit.

Als ich 12 Jahre alt war, bekamen wir unseren ersten Hund: Tony – ein absolut cleverer und selbstbewusster Pudelmischling.
Zu der Zeit ging mein Vater mit uns vier Geschwistern bei schönen Wetter Sonntags immer auf Tour: Von Zuhause aus (gelegen zwischen dem Bochumer Unicenter und der Hustadt) wanderten wir am Botanischen Garten der Ruhr Uni runter an den Kemnader See, der damals noch nicht als Freizeitzentrum erschlossen war. Im Gegensatz zu heute war das Wandern am Kemnader See entlang da noch richtig entspannend: Kaum Menschen und ab und zu eine Schafherde. Entlang der aufgestauten Ruhr ging es dann Richtung Hattingen und rauf in die Altstadt wo es nach dem obligatorischen Blick vom Turm der Burg Blankenstein ein Eis gab. Danach ging es wieder nach Hause.
Nach einer dieser gut 25 km langen Wanderungen wuselte ein Welpe in der Wohnung herum. Bis auf meinem Vater waren alle hin und weg. Mein Vater bestand drauf, das der kleine Rüde bitteschön alleine im Wohnzimmer zu schlafen hatte und am nächsten Tag entweder dorthin zurück zu bringen wäre, wo er herkam oder ins Tierheim musste.
Nachts alleine im Wohnzimmer hat der kleine Welpe erstmal ordentlich rumgeheult, so dass meine Mutter mit ihrem Bettzeug auf das Sofa zog. Zu guter Letzt holte mein Vater dann Beide ins Schlafzimmer zurück und ging am nächsten Tag für Tony einkaufen.
Tony hatte die Familie richtig gut im Griff und es ist mir als Studentin wegen ihm sehr schwer gefallen, von Zuhause auszuziehen. Tony wurde 18 Jahre alt und blieb nicht der letzte Hund meiner Eltern. Zu seinen Lebzeiten gesellten sich zwei Hündinnen dazu und bis heute teilen meine Eltern Haus und Garten mit Pudeln.
Einer von Ihnen war Ginaro, genannt Gino. Meine Mutter suchte ihn sich im Spätsommer 1999 aus einem Wurf einer Bochumer Züchterin aus und zeigte bei unseren Besuchen begeistert Fotos von den Welpen. Das Resultat war, dass Andreas irgendwann beim Frühstück zu quengeln anfing: Er wollte auch einen Hund … gerne einen Pudel aus dem gleichen Wurf, aus dem meine Mutter den Welpen bekommen würde. Außerdem begründete er die Anschaffung eines Hundes damit, dass ich so gezwungen wäre, Mittagspausen zu machen und nicht den ganzen Tag durchzuarbeiten, um dann abends ungenießbare Laune zu haben.
Anfangs war ich gar nicht begeistert. Ich war zu dem Zeitpunkt schon selbstständig und arbeitete von Zuhause aus, also recht günstige Voraussetzungen, um einen Hund zu halten. Ich wusste aber schließlich aus meiner Kindheit, was ein Hund so für Verpflichtungen und Einschränkungen mit sich bringt. Unter anderem wären mit Hund unsere Sommer- und Langlaufurlaube in Norwegen passe, aber das war Andreas erstaunlicherweise egal. Also meldeten wir uns zum Welpenbesuch bei der Züchterin an.

Janosch – Gründungsmitglied des Wallbaumrudels

Und so kamen wir zu Janosch – oder, wie Andreas immer betonte: Janosch hatte ihn ausgesucht, indem er ihn angepinkelt hatte. Egal – wir waren gleich hin und weg von dem kleinen Welpen mit „Webfehler“. Janosch und sein Bruder Ginaro wurden am 21. September 1999 geboren. Sie waren black and tan (also schwarz – braune) Pudel. Janosch hatte ein ausgeprägtes weißes Lätzchen auf der Brust und ein weißes Kinnbärtchen. Das war der Webfehler und deshalb war Janosch auch ein Sonderangebot, denn drei Farben Pudel sind vom Zuchtverband nicht zulässig. Das war uns aber völlig egal und wir konnten es kaum erwarten, dass er bei uns einziehen durfte. Am Abend zuvor sind wir – entgegen unserer Neigungen – in ein klassisches Konzert gegangen, weil meine Schwiegereltern zwar Karten hatten, aber nicht selbst hingehen konnten. Ich weiß noch genau, wie ich dachte, dass so etwas jetzt wohl nicht mehr so häufig geht. Meine Eltern hatten ihre Hunde, wie auch ihre Kinder immer über behütet und ich hatte gedacht, so müsste das auch mit unserem Hund gehen. Wir holten den kleinen Kerl am 17. November 1999 ab.
Janosch hatte sich sehr schnell bei uns eingewöhnt. Er war sehr schnell stubenrein. Nur morgens macht er regelmäßig ein Häufchen im Essbereich in die hinterste Ecke unter der Treppe. Ich Doofi habe nämlich gedacht, wir könnten erst mal ganz gemütlich frühstücken und uns waschen und dann erst mit dem Welpen rausgehen. Erst Jahre später habe ich begriffen, dass das so mit einem Welpen nicht funktioniert. Der kleine Kerl musste morgens ganz dringend Ballast los werden und ist so weit er konnte raus aus seinem Lebensraum gegangen, um sein Häufchen zu machen und das war aus seiner Sicht die Ecken unter der Treppe. Auch fand er es nicht toll, seine Geschäfte im Garten zu verrichten … er zwängte sich, solange er klein genug war durch den Drahtzaun in Nachbars Garten. 
Schon am zweiten Tag begleitete Janosch mich bei einem Geschäftstermin im Technologiezentrum der Ruhr Uni. Wir fuhren mit dem Bus und Janosch beobachtete mit Staunen Menschen mit Regenschirmen.
Meinen Termin mit dem netten Geschäftspartner musste ich für eine Toilettenpause kurz unterbrechen. Janosch überließ ich der Obhut des netten Mannes und als ich wieder zurück kam, lag der nette Herr in Stoffhose, Hemd und Krawatte auf dem Boden, um mit Janosch zu spielen. In den nächsten Tagen lernte Janosch die Gegend um sein neues Zuhause kennen. So blieb er minutenlang an der Hecke eines Schrebergartens sitzen, um sich den Schornstein einer Laube anzusehen.
Sein erstes Bad wurde fällig, weil Ottis, ein Retrieverrüde ihn angepinkelt hatte. Als er platschnaß in der Badewanne stand, wurde mir klar, dass wir für 800 DM viel Luft gekauft hatten.
Janosch war schon immer ein schlechter Esser. Regelmäßig fuhr ich mit ihm mit dem Bus zu meinen Eltern, damit er mit seinem Bruder Gino toben konnte und aus Futterneid ein bisschen mehr aß, als alleine Zuhause. Bei einer der Rückfahrten – ich stand mit Janosch im Arm schon am Ausstieg, weil wir an der nächsten Haltestelle aussteigen musste – bremste der Busfahrer so stark, dass ich Janoschs Bauch drückte und das schöne Abendessen auf meiner Jacke landete.
Andreas kaufte für den eher Vegetarierhaushalt einen Fleischwolf, so dass es für Janosch und Andreas ab und an unvegetarische Leckerbissen gab, wie z.B. Leberwurst – für Janosch natürlich ohne Salz, Zwiebeln und anderen Gewürzen.
Janosch war sehr auf seine Omas, fixiert. Bekannten und vor allem Fremden gegenüber war er eher reserviert um nicht zu sagen scheu. Da gab es den Schmackomann – ein Schrebergärtner mit Schirmmütze, Stock und Leinenbeutel, der immer mit Schmackos gefüllt war. Der Schmackomann hatte bei jedem Treffen versucht unsern Janosch mit den Schmackos zu bestechen, so dass er sich streicheln ließ. Janosch nahm jedes Mal mit Begeisterung das Schmacko und wich dann aber den recht plumpen Annäherungsversuchen des Schrebergärtners aus. Ich fand das nie gut und bat den Herrn mehrfach, das Ganze zu lassen.
Janosch und später auch Merle waren so fixiert auf den Schmackomann, dass sie jedes Mal wenn sie ihn – oder jemand der zufällig eine Schirmmütze, Stock und einen Leinenbeutel dabei hatte – sahen, ihre gute Erziehung vergaßen und da hin rannten. 
Später benutzte der Schmackomann einen elektrischen Rollstuhl, der von Vorne aussah, wie eine Vesper. Nachdem unser Musterknabe Janosch bei meinen Schwiegereltern über die Straße rennen wollte, weil auf der anderen Straßenseite eine Vesper stand, verbot ich dem Schmackomann, meine Hunde mit Schmackos zu füttern. Ich glaube, er hat nie verstanden, warum Janosch war sehr gut in unserem Alltag integriert. 
Den normalen Alltag verbrachten wir zusammen im Büro und unterbrachen die Arbeit für einen ausgedehnten Mittagsspaziergang. Wenn ich mehr als für vier, fünf Stunden unterwegs sein musste, ging Janosch zu einer seiner Omas.
Er ging mit uns auf Reisen – ich glaube, nicht viele Hunde sind so viel in Europa herum gekommen. Ganz besonders bemerkenswert waren die Langlaufurlaube in Norwegen mit viel Bewegung und fast ohne Hundeleine!
Die einzige Reise, auf der er uns nicht begleitete, war ein viertägiger Romaufenthalt. In dieser Zeit hatte er Urlaub bei seiner Oma in Dortmund. Eigentlich wollte ich gar nicht nach Rom – Großstädte geben mir wenig. Andreas meinte aber, Rom wäre keine Großstadt, wie ich sie im Sinn hatte und er behielt Recht. Ich habe den Besuch in Rom genossen, als wir aber mit dem Flieger wieder in Dortmund landeten wäre ich am liebsten sofort zu meinen Schwiegereltern gefahren, um meinen Hund abzuholen. 
Häufig fuhren wir um Ostern an die Ostsee – Andreas zieht es da um die Jahreszeit hin, um Meerforellen zu angeln. Das taten wir auch, als Janosch sieben Jahre alt war. Am Tag unserer Ankunft gab es natürlich gleich einen ausgedehnten Strandspaziergang. Auf dem Rückweg wuselte uns ein mittelgroßer Hund entgegen mit so einer komischen Löwenschur. Zu der Zeit hatte ich schon mal etwas von sogenannten Wasserhunden gehört und die Löwenschur ließ mich vermuten, dass das ein Wasserhund war. Anders als Janosch war der Hund – es war eine Hündin alles andere als reserviert und schmiss sich in Andreas Arme der sie durchknuddelte. Die dazu gehörige Dänin fing an über ihre Hündin zu schwärmen und mich beschlich der Verdacht, dass wir nun doch bald unser Rudel erweitern würden.

2006 – Merle wird Rudelmitglied

Janosch war sieben Jahre alt, als Mad Merle bei uns einzog und er war ein strenger aber gerechter Altrüde. Wie im Lehrfilm konnte ich mehrfach beobachten, wie er Merle über die den Schnauze griff, wenn sie mal wieder zu frech war.
Ab jetzt setzte Janosch seinen gewohnten Alltag mit Mad Merle fort.
Gleich am ersten Tag machte Merle mit mir einen Ausflug nach Witten – mein Auto musste zur Inspektion. Wir tranken Kaffee bei Mc Donelds, guckten uns Frauen an, die Einkaufswagen schoben und besuchten den Tierartz.
In der Adventszeit machte ich mit Merle den Härtetest: An einem Werktag-Vormittag besuchten wir bewaffnet mit Küchenpapier, Müllbeutel und Febreez den Ruhrpark und fuhren auch mit verschiedenen Fahrstühlen – alles kein Problem für die kleine Merle. Wo es zu voll war, nahm ich sie lieber auf den Arm, damit sie nicht getreten wurde. Mehrfach wurde ich von Passanten angesprochen – eine Dame hielt Merle zunächst für ein Stofftier … . 
Im folgenden Januar – es war das Jahr 2007 – hatte Janosch nach langer Zeit wieder eine seiner Schmerzattacken. Wir waren sehr häufig beim Tierarzt, er wurde mehrfach gründlich untersucht und bekam über einen langen Zeitraum Schmerzmittel. Morgens massierte ich ihm, wie der Tierarzt mir riet den Rücken und er bekam von Mir warme Umschläge und Infrarotbestrahlung. Ich machte zu der Zeit nur kurze Spaziergänge ohne Mad Merle mit ihm und bei einem der morgendlichen kurzen Spaziergänge ohne Leine um den Block lief Janosch weg. Er war gut zwei Stunden verschwunden, in dem ich ihn zusammen mit zwei Hundefreundinnen verzweifelt suchte – eine verflixt lange Zeit, in der ich mir ausmahlte, wie er von einem Auto angefahren bei Nieselregen im Gestrüpp lag. Zum Glück kam er von sich aus – bis auf seine Schmerzen – gesund wieder. Da zu diesem Zeitpunkt viele Hündinnen läufig waren und ich nicht wusste, ob er wegen einer Schmerzattacke oder wegen läufiger Hündinnen weggelaufen war, ließ ich ihn im Februar lieber kastrieren – so etwas wollte ich nicht noch einmal mitmachen. Es hat bis Ostern gedauert, bis Janosch wieder schmerzfrei war.
Im Jahr drauf machten wir im Sommer Urlaub in Norwegen und gegen Ende des Urlaubs fing Janosch an zu husten. Der Tierarzt fand nichts und ich beschloss, eine Bronchoskopie in der Tierklinik in Duisburg machen zu lassen. Man fand weiße Knötchen in den Bronchien und wir dachten an Krebs. Nach zwei Wochen kam mit dem Ergebnis der Gewebeproben die Entwarnung – die Knötchen waren das Resultat einer andauernden Entzündung und Janosch bekam über einen längeren Zeitraum Antibiotika. Der Husten blieb.

Merle macht Agility

Als Merle ca. 2 1/2 Jahre alt war, fand ich eine Agility-Gruppe in Dortmund Oespel, die just for fun Agility machte. Man, hatte Merle einen Spaß – sie war regelrecht übermotiviert und die ersten beiden Jahre hat Merle im Parcurs mehr oder weniger ihr eigenes Ding gemacht – ich war Ihr eh zu langsam. So manches mal kniff sie mir in den Unterarm oder in den Hintern – eine Übersprunghandlung.
Leider gab die Trainerin irgendwann den Platz und das Tranig auf, und wir tingelten von einer Trainingsgruppe zur nächsten.
An eine echte Agility-Kariere war mit Merle nicht ernsthaft zu denken, da sie sehr unpräzise arbeitete und die erforderliche Begleithundeprüfung mangels Geduld auch nie bestanden hätte. Aber, und das war für mich das Wichtigste: es hat ihr richtig Spass gemacht! Obwohl sie keine Hitze mochte, ist sie an so manchem heißen Sommertag immer wieder zum Startpunkt des Parcours zurück gelaufen, um erneut starten zu dürfen.

Ich meine, es war Silvester 2010, als wir unsere Freunde Anita und Harald in der Schweiz besuchten; sie wohnten damals in der Nähe von Basel. Nicht, dass es bislang für Lanosch oder Merle ein Problem mit der Silvester-Knallerei gegeben hätte – aber das angenehme ist, dass in der Schweiz private Knallerei und Feuerwerk verboten ist. In der Silvesternacht gibt es da ein von der Stadt Basel organisiertes Feuerwerk und das wollten wir uns ansehen. Auf dem Weg zu einer Anhöhe, von wo aus man wohl einen guten Blick auf Basel hat, rollte ein angezündeter, zischender und funkensprühender Böller auf uns zu. Merle bekam schreckliche Angst und ich hatte ernsthafte Schwierigkeiten mit ihr zurück zu dem Haus zu kommen, in dem Anita und Harald wohnten. Janosch kümmerte das alles nicht, aber für Merle war das ein traumatisches Ereigniss und seit dem hatte sie Angst vor der Knallerei, die mit dem Alter immer schlimmer wurde.

Im Jahr 2010 konsultierte ich die Tierklinik in Recklinghausen wo Janosch bis zu seinem Tod Patient blieb. Hier wurde Janosch über die nächsten Jahre gut und gründlich betreut und hier wurde auch festgestellt, dass Janosch einen Herzklappenfehler hatte, den wir ab jetzt jährlich kontrollieren ließen. Er bekam Medikamente, die das Herz stärken und entlasteten und schließlich wurde Janosch mit diesen gut eingestellten Medikamenten und der sorgfältigen tierärztlichen Betreuung fas 16 Jahre alt. Der Husten, der laut Tierärztin nichts mit dem Herzklappenproblem zu tun hatte, blieb. Dazu kamen über die nächsten Jahre noch Blasensteine, die mit einem speziellen Diätfutter aufgelöst wurden; dass Futter musste Janosch aber bis zu seinem Lebensende fressen, auch wenn er es nicht wirklich mochte. 
Zwischenzeitlich hatte ein anderer Tierarzt der Tierklinik Recklinghausen auch Spondylose und Arthrose in der Hüfte festgestellt – die gesundheitlichen Baustellen bei unserm alternden Janosch verdichteten sich so ab dem 11 Lebensjahr und ich fing an darüber nachzudenken, wie lange wir unseren Janosch noch haben würden.
Ob es einen Zusammenhang gab mit der Spondylose oder ob Janosch da den Sausack raushängen ließ weiß ich nicht: irgendwann wollte er die zwei Stufen zwischen Wohn und Essbereich nicht mehr hochgehen – aber runter. Im ersten Obergeschoß waren die zwei Stufen aber kein Problem.
Den Vogel schoss Janosch mit einer seiner größten Lemmingtaten ab: Im späten Herbst 2013 hat er wohl ein Stück Plastik gefressen, dass im Magen aushärtete, da blieb und am 08. November 2013 per Bauch OP entfernt werden musste.
Trotz der ganzen Baustellen blieb Janosch lange richtig fit – die täglichen Spaziergänge von gut 3,7 km machte er locker mit bis er gut 14 ½ Jahre alt war. Ich kann keinen anderen Hund aus meinem Umfeld nennen, der so lange so fit war – ich hoffe, dass ich das später auch über meine anderen Hunde sagen kann. Selbst die recht lange Pause nach der Bauch OP steckte er gut weg, um aber dann nach vielleicht einem halben Jahr merklich abzubauen. Er ging weiter mit Spazieren, wurde aber deutlich langsamer. Auch sah und hörte er immer schlechter – als Rentner darf man das auch.
Mittlerweile bekam er über den Tag so viele Tabletten, die wohl auch nicht alle gut schmeckten, dass ich ihm die nicht ehr als Leckerchen verkaufen konnte. Ich fing an mit Reisbällchen zu experimentieren, um die Tabletten darin zu verstecken, entdeckte dann aber den Trick mit Kartoffelpüree, dass ich zu Bällchen rollte und die Tabletten darin versteckte.
Nach unserem Sommerurlaub – einer Tour durch den Süden Deutschlands – beschlossen wir, einen Hundeanhänger zu kaufen, der auch als sehr geräumiger Hundebuggy benutzt werden konnte.
Ab da schob ich Janosch im Buggy den ersten Kilometer unseres täglichen Spaziergangs bis zur höchsten Stelle und er lief den Rest ganz normal weiter. 
Im Januar oder Februar 2015 kam mir der Gedanke, einen jungen Portie ins Rudel zu nehmen, solange Mad Merle noch fit war. Auf einem der Spaziergänge habe ich Andreas gefragt, wie er zu einem dritten Hund steht. Seine Antwort kam spontan und sehr bestimmt „nein, kein dritter Hund“. Nach ein paar Minuten setzte ich noch mal an „lieber einen Rüden oder eine Hündin“. Auch jetzt war kam die Antwort sehr spontan „… lieber eine Hündin“. Ich machte mich auf die Suche nach einem Rudelnachwuchs und wurde wieder bei Silke Hollje-Schumacher fündig – die Züchterin, von der wir auch unsere Merle bekommen hatten. 
Während Janosch im Jahr zuvor im Langlaufurlaub immer hin noch die Hausrunde von ca. 3,2 km mitlaufen konnte, die wir jeden Morgen für ihn einschoben war im März 2015 nicht daran zu denken. Ich hatte ihm im Winter 2014/2015 ein ganz besonderes Fleece- Mäntelchen genäht, dass entgegen der herkömmlichen, kaufbaren Hundemäntel den Bauch schön warm hielten. Das zog ich ihm in diesem Winterurlaub häufig an und wir machten einen Spaziergang die Straße entlang oder in ein benachbartes Hüttendorf.

Deutlich wurde, dass er gegen die grelle Sonne im Schnee nichts mehr sehen konnte.
Im März / April gab es im Hause Silke Hollje-Schumacher Nachwuchs: Zwei Würfe, die ca. 3 Wochen auseinander lagen. Bei unseren Besuchen viel uns eine kleine, schwarze Hündin auf, die wild mit einem orangenen Gummispielzeug kämpfte und sich mit ihren Geschwistern, Nichten und Neffen vergnügte. Wir erfuhren, dass sich eine ältere Dame das kleine, wilde Mädchen ausgesucht hatte. Aber die Züchter überredeten die Dame Gretel zu nehmen, eine andere, ähnlich hübsch gezeichnet Hündin, wie unsere Merle. Nun mussten wir warten, bis wir unser neues Rudelmitglied mit nach Hause nehmen konnten.

In der Zwischenzeit hatte ich für Merle einen neuen Verein gefunden, in dem wir Agility machen konnten – wir durften auch in die Gruppe für die Fortgeschrittenen, obwohl Merle den Slalom nicht toll fand und da immer wieder Fehler gemacht hat.

Ab April 2015 musste Janosch immer häufiger seinen Spaziergang unterbrechen und sich im Buggy ausruhen. Er wurde immer wackeliger auf den Hinterbeinen und auch im Kopf immer schusseliger. 
Den Urlaub in Mai auf Gotland verbrachte Janosch weitestgehend im und um das Wohnmobil; es war ihm nicht mehr möglich, weitere Strecken zu gehen und das wurde auch Zuhause nicht besser.

2015 – Grit zieht ein

Am 15.06.2015 zog Grit bei uns ein – nun hatten wir einen drei Genarationen-Hundehaushalt.
Wie auch Janosch und Merle, so gab es keine Anzeichen dafür, das grit in irgend einer Weise eine Eingewöhnung brauchte – sie war gleich bei uns Zuhause.
Am zweiten Tag bei uns war das Wetter suboptimal und somit fiel die Outdoor-Beschäftigung eher dürftig aus. Abends rannte Grit wie wild im Wohnzimmer hin und her – wir waren absolut erstaunt, wieviel Power in dem kleinen Mädel steckte. Zum Glück war das Wetter in den darauf folgenden Tagen wieder besser. 
Aufgrund der Sommerferien und des extrem heißen Sommers fanden wir keine Welpengruppe in der unser Powerpaket in Spielen mit anderen Welpen gute Sitten und Umgangsformen lernen konnte. Die Kamaraden auf dem Feld mussten hierfür herhalten. 
Nie werde ich die erste Begegnung von Grit mit dem netten Herrn vergessen, der den Labradormischling sam ausführte: Wir wollten gerade eine Straße überqueren, als sich Grit auf den Boden warf, in die Leine bis und sie hin und her warf. dabei machte sie wilde Kampfgeräusche. Der nette Herr blieb stehen, lachte und meinte dann „Du bist ja ein ülkiger Vogel“ … ja, das traf es genau – Grit war von Anfang an ulkig, albern aber auch schwer zu motivieren. Kein Vergleich zu Merle, die für ein Leckerchen alles tat, außer schwimmen! 
Merle entpuppte sich als Guvernante als völlig unfähig: Statt Grit mal so einen anständigen Schnautzengriff zu verpassen, wenn es ihr zu bunt wurde, stand sie da und schimpfte. So musste ich Grit häufig in ihre Schranken weisen.

Janosch – ein Abschied auf Raten

Janosch verbrachte auf den Hundespaziergängen mehr Zeit im Buggy, als das er selbst lief. 
So fing ich an, mit Ihm nur noch durch den benachbarten Schrebergarten und später nur eine abgekürzte Runde durch den Schrebergarten zu gehen und dann mit Merle und Grit den normalen Spaziergang zu machen.
Ob wegen der Schusseligkeit im Kopf oder weil Janosch nicht mehr richtig sehen konnte: Irgendwann häufte es sich, dass er die zwei Stufen zwischen Essbereich und Wohnzimmer herunter fiel. Er fiel sogar zweimal den ca. 80 cm hohen Sockel herunter, so dass wir beschlossen ihn immer gleich ins Wohnzimmer zu setzten und ihn nicht mehr auf die obere Ebene zu lassen.
Auch fanden wir immer öfter ein Häufchen von Janosch, wohimngehend Grit bis auf wenige Ausnahmen stubenrein war. 
Schon vielleicht zwei Jahre vorher war zu beobachten, dass Janosch in meinem Büro offensichtlich im Schlaf ganz kleine Kotkleckse verlor. Die Kleckse wurden über die Zeit größer und die Ereignisse häufiger, immer öfters auch nachts. Wenn wir Glück hatten, wurden wir vom Geruch wach, wenn nicht trat einer von uns am Morgen hinein. Ich hatte den Verdacht, dass er bedingt durch die Hinterhandschwäche den Schließmuskel nicht mehr richtig beherrschen konnte, denn das mit dem Pinkeln konnte er erst in seinen letzten Wochen nicht mehr immer beherrschen. Zu der Zeit ging er auch nur noch morgens die abgekürzte Schrebergartenrunde. Mittags war nur noch eine Blockrunde möglich und immer häufiger nicht mal die. Immer häufiger pinkelte er schnell, sobald wir das Haus verlassen hatten, wurde dann immer langsamer und fing an zu züngeln – wollte also ganz offensichtlich nicht weiter gehen. Die Häufchen landeten also im besten Fall im Garten und im schlechteren Fall im Wohnzimmer, wo er, wenn wir nicht aufpassten X-mal durchging. 
Er hatte Probleme aufzustehen und offensichtlich auch, sich hinzulegen. Wenn er denn mal aufgestanden war ging er häufig ewig lange im Kreis – ein deutliches Zeichen für Demenz bei Hunden.
Wenn ich mit den anderen Hunden rausging und es nicht zu heiß war oder regnete, ließ ich Janosch im Garten, wo ich kleine Stückchen Schmackos verteilte. So hatte er etwas zu tun, bis wir zurück waren und er hat immer alle Schmacko-Stückchen gefunden. Bei ungünstiger Witterung gab es das Prozedere im Wohnzimmer wobei ich ihm dann auch ein Kinderwindelhöschen anzog, wenn vorher nicht ein Häufchen fiel. Es war für mich sehr traurig zu beobachten, was aus meinem kleinen, cleveren Pudelchen geworden war.
Er aß nur noch die besonders leckeren Sachen, wie den Hüttenkäse und die Kartoffelpüreebällchen mit seinen Tabletten. Klar, auch den gedünsteten Fisch, den Andreas ein paar Tage vor Janoschs Tod an die Hunde verteilte oder das leckere Hundeessen mit Hühnchenherzen, das es bei der Gemüseplattenoma gab; nicht aber seine Blasendiät.
Mittlerweile konnte er nur schwer aufstehen – nachts wurde ich manchmal von den Geräuschen wach, wenn er versuchte aufzustehen. Damit er nachts trinken konnte, wenn er wollte, positionierte ich den Wassernapf in seine Nähe. Zu der Zeit beobachtete ich ihn einmal, wie er sich mit den Vorderläufen über die Terrasse zog, den Hintern dabei aber am Boden hatte.
Jetzt pickte er auch nicht mehr alle Schmacko-Stückchen auf – in seinen letzten Tagen blieb er zwischen etlichen Stückchen einfach liegen. Am 09. und 10. August konnte er mehrmals nicht alleine aufzustehen. Diese Beobachtung zusammen mit der Tatsache, dass er seine Schmacko-Stücke nicht mehr alle aufaß und dem Züngeln, wenn ich ihn dazu drängte, ein paar Schritte zu gehen bewegten mich mit einem ungutem Gefühl im Bauch einen Termin für den 11.08. um 12:30 Uhr in der Tierklinik zu vereinbaren.
Die behandelnde Tierärztin fand Janoschs Zustand bedenklich, aber nicht dramatisch. Es wurde ein großes Blutbild gemacht, dass sehr schlechte Nieren- und Leberwerte zeigte und sein Puls war stark verlangsamt – alles für sich allein gesehen nicht dramatisch. In Summe jedoch ergab sich keine Perspektive, ihm durch Medikamente oder eine abgeänderte Diät noch ein paar angenehme Wochen zu bescheren. So entschied ich mich, ihn schlafen zu lassen. 
Ich hätte nicht gedacht, dass mich diese Entscheidung nach dem recht langen Hundeleben und der Krankengeschichte so heftig umhauen würde. Ich hoffte, dass die Kranken- und Altengeschichte meiner anderen Hunde nicht auch so lang wird.

Merle und Grit – ein gutes Team

Merle und Grit waren ein gutes Team. Nach dem Fressen ging jede zum anderen Freßnapf, um ihn auszulecken. Es gab nie Streit zwischen den Beiden und Beide waren bemüht, den Unsinn des anderen zu toppen. 
Da gab es die Sache Ostern 2016: Ich wollte mit Grit wegen ihrer resoluten Spielvarianten lieber nicht, wie jedes Jahr, nach Dänemark. Also suchte sich Andreas Fehrmann für das diesjährige Ostern-Angeln aus. Während Andreas angelte, unternahm ich mit den beiden Mädels Spaziergänge entlang der Küstenlinie. Auf einem dieser Spaziergänge näherte sich uns ein Reh. ich bemerkte es erst, als die gerade erst abgeleinte Merle wie gemannt an mir vorbei starrte und da war es auch schon zu spät: Beide Mädels waren nicht zu bremsen und hetzten das Reh … zum Glück ist niemanden etwas passiert. Seit diesem Ereignis war mir klar, die beiden lasse ich da, wo mit Wild zu rechnen ist, besser nicht mehr von der Leine.
In den nächsten Jahren war schön zu beobachten, wie die beiden Mädels zusammen spielten und sich den Quatsch der anderen abguckten und sich gegenseitig beobachteten.
Wenn ich z.B. Grit von irgendwo zu mir rief, ging Merle auch an die Stelle und sah mich an. „He, ruf mich auch – ich will auch ein Leckerchen verdienen“, schien sie zu denken.
Sehr schön zu beobachten war, wenn die eine die andere zum Wettrennen aufforderten oder Grit Merle ein Stöckchen hinhielt, damit man ein schönes Ziehspiel spielen konnte. 

Bevor Grit zu uns zog, gab es das „Hunde im Bett-Verbot“, dass Janosch nie in Frage gestellt hatte. Merle war dagegen ein paar mal ertappt worden, als sie es sich auf unserem Bett gemütlich gemacht hat. Das war gut zu erkennen, wenn man sich vom Arbeitszimmer aus der Schlafzimmertür nähert. Dann kann man nämlich in einem Spiegel, der rechts neben der Tür im Flur hängt, das Bett sehen. Wenn Merle auf dem Bett lag und meine Schritte hörte, hob sie aufmerksam den Kopf und lauschte. Wenn sie merkte dass ich näher kam, huschte sie vom Bett und legte sich rasch in ihr Körbchen.
Mit Grit änderten sich die Sitten: Wenn ich Grit vom Bett runter schickte, legte sie sich auf den Rücken, machte sich schwer, wie ein nasser Sack und fing an zu strampeln.
Nun war zu beobachten, dass auch Merle nicht mehr vom Bett huschte, wenn ich mich näherte. Irgendwann gab ich auf und kaufte eine Tagesdecke. – die Mädels hatten gewonnen. 
Grit machte in ihren ersten beiden Lebensjahren sehr viel selbstgefährdenden Unsinn. Da war z.B. die Sache mit der Lupe, die sie von meinem Schreibtisch geklaut hatte. Mir viel auf, dass auf dem Bett um Grit herum so komische kleine, schwarze Brösel herum lagen. Ich hob einen auf und erschrak – es war zerkauter Kunststoff. Ich ignorierte Grits Protest, hob sie vom Bett und fand eine Lupe, von deren Griff nur noch ein angekauter Stummel übrig war. Ich rief sofort in der Tierklinik an und meldete einen Notfall an. Mit Grit und dem Überbleibsel der Lupe raste ich zur Tierklinik nach Recklinghausen. Hier wurde Grit erst gerötgt. Zum Glück hatte sie den sehr harten Griff in kleine Stückchen geschreddert, die noch fast alle im Magen waren. Nur zwei kleine Stückchen waren schon im Darm. Die Tierärztin gab Grit erst Sauerkraut zu fressen und ließ sie nach einer Weile Sauerkraut mit schwarzen Stippen erbrechen. 
Nun beschloss ich, Grit in eine überdimensionierte Gitterbox zu schicken, wenn ich sie alleine lassen musste. Um sie an diese Box zu gewöhnen, warf eich einen Streifen getrocknetes Rindfleisch in die Gitterbos und sagte „Grit, geh ins Gefängnis“. Schwups war Grit in der Box und fraß das Rindfleisch auf, während ich das Türchen schloss. Selbstverständlich bekam Merle auch ein Stück getrocknetes Rindfleisch. Nach gut 30 Minuten wurde Grit wieder aus dem Knast entlassen. Am nächten Nachmittag waren beide Mädels im Erdgeschoss, als ich wieder sagte „Grit, geh ins Gefängnis“. Selten habe ich die beiden so schnell die Treppe hoch und ins Schlafzimmer rennen sehen. Grit stürzte ins Gefängnis, ich schloss das Türchen und holte dann zur Belohnung – natürlich für Beide – das getrocknete Rindfleisch. Von wegen Hunde brauchen 100 Wiederholungen, bis sie etwas gelernt haben
Diese extrem schnelle Auffassungsgabe beider Hündinnen war immer wieder zu beobachten und so gingen die nächsten Jahre dahin.

Im Schottlandurlaub 2016 fing Merle an zu lahmen. Das wurde so schlimm, dass Merle für’s fressen nicht mehr aufstehen wollte und ich gab ihr Novalgintropfen, die ein fester Bestandteil unser Haus- und Reiseapotheke waren. Da sich keine Besserung einstellte suchten wir in Stornoway (Lewis / äußere Heriden) einen Tierarzt auf. Nach einer gründlichen Untersuchung gab man mir für Merle Metacam mit und verordnete mehere Tage Ruhe. Tatsächlich ging es Merle wieder besser, so dass sie im August im stolzen Alter von fast 10 Jahren im vom eigenen Hundesportverein ausgetragenen Agility-Fun-Turnier den ersten Platz belegte.
Leider kam die Lahmheit wieder und wir konsultierten mal wieder die Tierklinik Recklinghausen. Der Arzt hatte zunächst den verdacht eines Kreutzbandanrisses, was sich aber im Verlauf der nächsten Wochen nicht bestätigte. Auf dem Röntgenbildern war aber zu erkennen, dass die 2015 festgestellte Spondylose fortgeschritten war. Der Verdacht kam auf, das die Spondylose etwas mit der Lahmheit zu tun hatte, was durch ein MRT bestätigt wurde: Die Nerven, die die Hinterläufe versorgten waren an den Austrittskanälen wegen Kalkablagerungen gereizt und angeschwollen. Merle bekam nun Cortison, Metacam und über viele Wochen Ruhe verordnet. Das erste mal in ihrem Leben machte Merle auf mich einen unausgeglichenen Eindruck.
Ende Sptember war der Spuk vorbei – aber auch Merles Agility- Kariere. Wir probierten es mit Rally-Obedience: Hier werden Schilder mit verschieden Aufgaben in einem Parcours gelegt. Auch das hat Merle gerne gemacht – schließlich konnte man sich Leckerchen verdienen. In unserer ersten Stunde war ich mit den Aufgaben doch recht überfordert und nachdem ich mich zusammen mit Merle durch den Parcours gearbeitet hatte, nahm mich die Trainerin zur Seite, um mir noch einiges zu erklären. Merle hingegen ging zu einem Schild und wollte weiter machen – ich war tief beeindruckt von meiner Merle, die ganz offensichtlich begriffen hatte, das die Dinger, die da auuf dem Rasen rumlagen, etwas mit der Chance auf ein Leckerchen zu tun haben.

Wärend Merle besser kein Agility machen sollte, machte Grit schnell Fortschritte: Sie nahm brav die Kontaktzonen und lernte schnell, was an welchem Hindernis und bei welchem Befehl zu tun war. Sie war gut durch den Agility-Parcours zu lenken – kein Vergleich mit Merle im gleichen Alter. Nun war es an der Zeit, die sogenannte Begleithundeprüfung abzulegen, die der Schlüssel zu allen offiziellen Hundesportarten ist. Nur diese sture Schrittfolge der Begleithundeprüfung machte Grit nun so gar keinen Spaß. das war in den Übungsstunden sehr gut zu sehen und führte dazu, dass wir erst bei der dritten Prüfung am 01.05.2018 bestanden. Nun konnten wir endlich richtige Turniere laufen … und ich hatte kaum Zeit. Immerhin haben wir es im ersten Agility-Jahr geschafft, mit wenig Aufwand soweit zu kommen, dass wir nur noch eine Qualifikation benötigen, um in die A 2-Klasse aufzusteigen.

Protokoll eines Albtraums

Ob es irgendwelche versteckten Vorzeichen im Späthebst und Winter 2018 gab, kann ich nicht sagen. Auf jeden Fall habe ich Merle doch ein bisschen aufmerksamer beobachtet. Bestimmte Charakterzüge hatten sich verstärkt, wie ihre Ungeduld oder ihre Verfressenheit – eigentlich nichts, was Anlass zur Sorge sein sollte unjd ich schob es auf ihr Alter. So war scheinbar alles in Ordnung – Merle schien nach wie vor für ihr Alter top fitt zu sein: Sie spielte mit Grit und Passanten glaubten nicht, wenn ich auf Nachfrage berichtete, dass Merle schon über 12 Jahre alt war. 
Wegen ihrer starken Angst vor Solvester-Böller bekam sie seit dem 16.12. Pexion – ein Medikament gegen Epilepsie, das die Reizschwelle hoch setzt und der Hund somit nicht so starke Angst vor den Silvester-Böller hat. Unter dem Medikament war Merle etwas alben und noch vberfressener, als ohnehin, aber tatsächlich waren Merle die Böller nun egal. Dafür reagierte Grit leicht auf die Böller.
Und dann kam der späte Abend des 30.12.2018: Ich war vor dem Fernseher eingeschlafen, als ich von Andreas entsetzten Rufen wach wurde. Er kniete neben Merle auf dem Wohnzimmerboden und hielt sie fest, wärend Merle wild mit den Läufen in der Luft herum ruderte und das Maul weit aufriss. Mein erster Gedanke war, dass sie etwas verschluckt hatte und dachte an die Erste-Hilfemaßnahme „Luftröhrenschnitt“ nach, sobald sie bewußtlos werden würde. Dann war der Spuk vorbei. Merle schien erst benommen und dann sehr unruhig zu sein. Ich rief in der Tierklinik an, dass wir vorbei kommen würden. Dort angekommen, war Merle noch etwas unruhig aber die Untersuchung durch die Tierärztin ergab keine Auffälligkeiten. ich hatte den Verdacht, dass die Tierärztin mit nicht glaubte, dass Merle einen Krampfanfall hatte. Sie eminte, dass der Vorfall eine Nebenwirkung des Medikaments wäre. Auf meinen Einwand, dass es doch komisch wäre, wenn mein Hund unter einem Medikament gegen Epilepsie einen epileptischen Anfall bekommen hat, ging sie nicht weiter ein. 
Aufgrund der dubiosen nebenwirkungen beschlossen wir, das Medikament am Neujahrstag abzusetzen und erstaunlicherweise hielt die positive Wirkung an, dass die Knallerei Merle nicht zusetzte. 
So fuhren wir wieder nach Hause. Da in den nächsten Tagen nicht mehr Auffälliges passierte wiegten wir uns in Sicherheit bis zum Morgen des 07.01., als Merle nach dem Frühstück wieder einen epileptischen Anfall bekam.
Ich rief in der Tierklinik an und man erklärtte mit, dass das medikament noch mit einer Konzentration im Körper präsent wäre, der den Anfall als Nebenwirkung hervorgerufen hätte. Ich konnte das eigentlich nicht glauben, aber tatsächlich ließ auch eine Rakete, die auf unserem Spaziergang gezündet wurde, Merle kalt. Seit dem Vormittag hatte ich Durchfall, Übelkeit und außerdem bekamm ich in windeseile eine heftige Erkältung. 
In dieser hatte Merle täglich epileptische Anfälle: drei generelle, d.h. Zuckungen am ganzen Körper und mehrere fokale, hier zuckten nur die Lefzen. In jedem Fall verlor sie das Bewußtsein. Ich fuhr mit ihr zur Tierklinik und es wurden die ersten Untersuchungen durchgeführt: Blutbild und röntgen des Thorax – beides ohne Befund. Man erklärte mir, was ich auch bereits aus dem Internet wußte: Wenn Hunde im fortgeschrittenen Alter epileptische Anfälle bokommen, hat das in aller Regel organische Ursachen – häufig einen Hirntumor. Das konnte und wollte ich mit nicht vorstellen, denn schließlich war Merle doch noch so fitt und bis auf die Verstärkung ihrer Ungeduld und Gefräßigkeit gab es keinerlei Verhaltensauffälligkeiten. 
Am Samstag hatte Merle dann mehrere fokale Anfälle und sie war extrem unruhig. Das war mir unheimlich; ich hatte Angst, dass ein schwerer epileptischer Anfall bevor stand und ich ihr ein Notfallmedikament rektal geben müsste. Ich beschloss, Merle zur Beobachtung stationär in der Tierklinik aufnehmen zu lassen.
Samstagabend wurden die inneren Organe per Ultraschall untersucht – oiach ohne Befund, was laut Tierärztin ein gutes Zeichen war.
Merle blieb bis Sonntagvormittag, dann konnte ich sie wieder abholen. Merle bekam seit dem Sonntag (13.01.2019) Luminal – ein anderes Medikament gegen Epilepsie.Zunächst war ich erleichtert, bemerkte aber recht schnell, dass sich Merles Motorik verändert hatte. Sie ließ die Rute, die sie sonst immer halbhoch gehalten hatte, hängen und lief irgendwie hackelig. Auch hatte sie starke Koordinationsprobleme. Ich schob das zunächst auf die Nebenwirkungen des Luminal, durch dass sich Merles Appetit weiter verstärkt hatte.
Im Laufe der nächsten Tage hatte Merle mehrere fokale Anfälle, verlor aber nicht mehr ihr Bewußsein. Die Koordinationsschwierigkeiten wurcehnschwächer und auch die fokalen Anfälle seltener. 
Das Luminal mussten wir sehr pünktlich um 7:00 Uhr morgens und 19:00 Uhr abends geben. Damit wir das nicht verpassten, stellten wir den Wecker unserer Handys. Wenn wir abends nicht da waren, kam unsere Freundin Beate vorbei, um Merle die Tablette zu geben.
Ich vereinbarte in der Tierklinik Duisburg Astalagen für den 11. Februar einen MRT-Termin, um abzuklären, ob Merle einen Hirntumor hatte. In der Zwischenzeit blieben die fokalen Anfälle glücklicherweise aus. Dagegen bemerkte ich Anfang Februar, dass Merle die Quelle für Geräusche nicht mehr orten konnte. Wenn sie etwas härte, orientierte sich Ihr Geicht nach links. Ein paar Tage später fing sie an mit der rechten Körperseite gegen Gegenstände zu laufen. Offensichtlich konnte sie rechts nichts mehr hören und sehen.
Rückblickend ist mir klar, dass ich uns das MRT hätte sparen können. Als ich Merle am 11.02. zur Tierklinik brachte, hatte Merle gut zwei Kilo abgenommen. Ich hatte Grit mitgenommen, weil ich wußte, dass es Nachmittag werden würde, bis wir wieder nach Hause konnten. 
Natürlich musste Merle nüchtern sein und so gab es für Merle und Grit kein Frühstück. Nachdem die Ärztin Merle zur Untersuchung mitgenommen hatte, ging ich mit Grit zum Auto, wo ich ihr das verspätete Frühstück anbot. Als wir aus dem Gebäude kamen war offensichtlich, dass Grit nach Merle Ausschau hielt. Ihr Frühstück wollte sie nicht fressen und auf dem zweistündigen Spaziergang trottelte Grit lustlos hinter mir her.
Wir waren gerade zurück, als die Ärztin mich zur Besprechung in einen Behandlungsraum rief und mit die eigentlich zu erwartende, niederschmetternde Nachricht überbrachte, dass Merle einen bereits sehr großen, unbehandelbaren Hirntumor hatte. Die Ärztin bot an, Merle gleich in der Narkose zu lassen, was ich aber ablehnte, weil Merle am Tag vorher noch mit Grit gespielt hatte und auch Komfortverhalten seigte. Wieviel Zeit uns mit Merle noch blieb, konnte uns di Ärztin nicht sagen.
In den nächsten Tagen wurde mir aber klar, dass es nicht mehr viel Zeit war, die uns blieb. Wir nahmen den Rat der Ärzte und unbserer Freunde an und machten Merle noch ein paar möglichst schöne Tage. Ich beobachtete sie genau und registrierte Verhaltensänderungen, wie ihren Heißhunger auf Papier. 
Am Samstag (16.02.) bekam Merle Beuch von Sabine und Peter mit Suri. Sie brachten einen leckeren Hundekuchen vorbei. An diesem Tag beobachtete ich das erste Mal das im Kreis gehen, was in den nächsten Tagen immer Rastloser wurde. Sabine und Peter bestätigten meine Beobachtung, dass es Merle wohl noich recht gut ging. Sie schlief entspannt und strecke sich im Schlaf wobei sie, wie gewohnt, ihr genüssliches Tedybär-Brummen von sich gab. 
Am Dienstag (19.02.) kam Tini vorbei. Tini hatte zwei Hunde durch Krebs verloren und hat ab und an auf Merle und Grit aufgepasst, wenn ich den ganzenm Tag unterwegs war. Auch Tini meinte, dass Merle einen entspannten Eindruck machte und sie offensichtlich schmerzfrei war.
Am folgenden Tag hgaben wir den normalen Spaziergang gemacht und selbst jetzt ging Merle noch auf Grits Spielaufforderungen ein. Als wir wieder Zuhause waren, schlief Merle ein – auch jetzt noch einmal das Strecken und brummen. Gegen 15:00 Uhr wurde sie wieder wach und begann energisch und schnell im Kreis zu laufen. Dabei stieß sie ständig mit der rechten Körperhälfte an Schreibtisch, Stuhl und Bücherregale. Ich begann mir Sorgen zu machen. Gegen 18:00 Uhr bemerkte ich, wie Merle wiederholt mit der rechten Pfote über ihre rechte Gesichtshälfte strich und dabei auch mal umfiel. Ich kontrollierte, ob sie etwas am Auge hatte, oder etwas in ihrem Fell hing – nein, da war nichts. Später strich sie die rechte Gesichtshälfte auch über den Teppich. 
In den letzten Tagen musste ich immer wieder weinen und hoffte, den richtigen Moment zu erkennen, wann ich Merle einschläfern musste. Jetzt war ich ganz ruhig – ich war mir sicher, dass das nun der richtige Zeitpunkt war. 
Fast unheimlich war, dass ausgerechnet jetzt eine sehr gute Bekannte anrief, um sich nach Merles Befinden zu erkundigen. Christel bot an, vorbei zu kommen und ich rief auch Tini an, die dazu kam. Beide gaben mir recht. 
Tragischerweise war Andreas bei einem Termin, wo ich ihn kaum erreichn konnte.
Tini und Christel begleiteten mich nach Recklinghausen, wo Merle dann eingeschläfert wurde.

In den ersten Tagen nach Merles Tod suchte Grit im Haus ganz offensichtlich nach Merle, wenn wir nach Hause kamen. Das gab sie bald auf, wollte dafür aber ein paar tage lang immer wieder in den Garten. Auch das ließ nach, aber Grit war sehr ruhig und alberte nicht so rum, wie wir es von Ihr gewohnt waren. Sie ließ sich aber ablenken und spielte dann auch – und sie fraß gut!

Mit Verwandten, Freunden und guten Bekannten verabredeten wir, dass sie uns in der nächsten Zeit besser nicht auf Merles Tod ansprechen sollten.
Die Begegnungen mit den Menchen, die Merle kannten und sich bei mir nach ihrem Verbleib erkundigten, waren aber nicht zu vermeiden und sie fielen mir sehr schwer. Einige Menschen hatten Tränen in den Augen, als sie erfuhren, dass Merle tot war … .

… und jetzt?

Eigentlich wollte ich mir ein, zwei Monate Zeit nehmen, um Grit fitt als Ersthund fitt zu machen und mich nach einem passenden Wurf umzusehen. Klar war, dass es keinen Ersatz für unsere Merle geben konnt, sondern ein neues Rudelmitglied, dass keine Lücke zu schließen, sondern einen eigenen Platz im Rudel finden sollte. 
Eine erste Abfrage bei den mir durch eine Liste des VDH bekannten Züchtern für portugiesische Wasserhunde war ernüchternd. Einige Züchter und einige Verpaarungen kamen für mich von Anfang an nicht in Frage – ich wollte nicht ein Elternteil mit HD C haben. 
Ich führte Telefonate mit einigen Züchtern, von denen ich sehr gerne einen Welpen nehmen würde: kurzfristig anstehende Würfe waren bereits versprochen und zukünftige Würfe wären erst ab dem Spätsommer oder Herbst vermittelbar.
Es gab die Option eine 4 1/2 Monate alte Hündin aufzunehmen, die aber im ländlichen Bereich südlich von Stuttgart lebte. Ihre Sozialisierungsphase war bereits beendet und ich war mir nicht sicher, ob sie sich bei uns in Bochum gut einfinden würde und ob sie sich mit Grit verstehen würde. Ich wollte es nicht verantworten, das Experiment einzugehen, die junge Hündin aus ihrem gewohnten Umfeld abzuholen, um sie im Zweifelsfall ein paar Tage später wieder zurück zu bringen. Also schlug ich der Züchterin vor, für ein paar Tage zu uns nach Bochum zu kommen. Sie nahm den Vorschlag an, aber wir fanden erst einen möglichen Besuchstermin für Ende März – da wäre das Mädchen schon über 5 Monate alt.
Ich war ratlos und Andreas und ich überlegten, einen Kleinpudel in unser Rudel aufzunehmen. Ein Telefonat mit Merle und Grits Züchterin Silke Hollje-Schumacher eröffnete die Option, einen Welpen von einer Züchterin zu nehmen, die nicht Mitglied im VDH war – warum nicht? Ein erster Kontakt ergab, dass diese Züchterin in Tittling (in der Nähe von Passau) einen 7 Wochen alten Wurf hatte und noch zwei Mädchen zu vermittel waren: Eine schwarze und eine schwarz-weiße Hündin, die glücklicherweise keine zu große Ähnlichkeit mit unserer Merle hatte, suchten noch ein Zuhause.
Wir telefonierten noch am späten Sonntagabend (03.03.2019) und wir bekamen erste Fotos und am nächsten Tag die Ahnentafeln der Eltern.
Mir fiel ein Stein vom Herzen, sah es doch so aus, als ob wir doch noch einen Portie-Welpen bekommen würden.

Am Freitagabend (08.03.2019) machten wir uns mit dem Wohnmobil auf den Weg nach Tittling. Auf der langen Fahrt ging mir immer wieder durch den Kopf, dass da doch was nicht stimmen könnte – so ein hübscher Welpe und noch kein neues Zuhause? Das Hundemädchen hatte von der Züchterin den Namen Gloria bekommen … damit waren wir nicht so glücklich, so dass die Züchterin dem Welpen den Namen Gina gab.

Samstagvormittag besuchten wir die Züchterin, sie uns ein nicht mehr ganz so kleines Hundemädchen vorstellte. Gina war in den ersten Minuten unserer Begegnung etwas zögerlich, taute dann aber auf, ließ sich kraulen und spielte mit uns. Andreas und ich waren uns einig: Gina kommt mit.

Wir lernten Ginas Mutter kennen – eine stattliche Portie-Dame! Und natürlich auch die ganze Rasselbande mit der Gina die ersten acht Wochen ihres Lebens verbracht hatte.

Im Garten der Züchterin gab einen ersten Versuch, Gina und Grit zusammen zu führen, aber Gina hatte zunächst Angst vor Grit. Da brauchen wir wohl ein bisschen mehr Zeit.

Nachdem wir die Formalitäten erledigt hatten, machten wir uns mit unserem Wohnmobil auf und da es Mittagszeit war, wollten wir uns ein Plätzchen für eine kleine Hunderunde und Mittagspause suchen. Andreas fuhr eine kurvige Strecke durch ein Waldgebiet und Gina kotzte das erste Mal in ihrem Leben ins Auto. Das war der einzige Zwischenfall während der langen Heimfahrt mit einer Übernachtung in Würzburg – kein Bächlein und kein Häuflein im Wohnmobil, nur viele Pinkelpausen.

Entgegen meiner Überzeugung durfte Gina während der Fahrt auf meinem Schoß sitzen. Das fand Grit wohl garnicht gut: immer wieder knurrte sie Gina an und ich hatte die Idee, das Grit mit der Erziehung wohl deutlich strenger werden würde, als Merle mit Grit.

Zuhause angekommen setzte ich Gina im Wohnzimmer auf den Fußboden und war sehr gespannt, wie sich Grit nun verhalten würde. Grit brachte Spielsachen und von nun an gab es immer wieder eifrige Spielphasen … von wegen strenge Grit.

Die nächsten Wochen verliefen sehr angenehm. Gina hat sich von Anfang an so benommen, als ob sie nie woanders gelebt hätte – so wie unsere anderen drei Hunde auch. Da mir die Spiele der beiden Mädchen zu wild waren, kam eine von beiden in Grits große Gitterbox, wenn ich die beiden nicht beaufsichtigen konnte.

Gina entwickelte sich prächtig und mit Ginas Erziehung kam ich schnell voran – es war mein vierter Hund und ich war ja nun auch Hundetrainer in unserem Hundesportverein.

Mit 14 Wochen begann Gina auf den Spaziergängen zu markieren – anders als Grit, die das von Anfang an getan hatte.

Jetzt ist Gina sechs Monate alt, ein kleines Stückchen größer und 1 1/2 Kilo schwerer als Grit war, verlor Grit an den wilden Spielen schnell die Lust und ich musste Gina so manches mal in ihrem Eifer bremsen … wir sind sehr gespannt, wie die Geschichte weiter geht.

Grit vergisst Merle nicht

Es gab Gelegenheiten, an denen Grit offensichtlich Merle suchte, wie z.B. in der Tierklinik oder auf Turnieren. Es war für mich ein sehr erschütterndes Erlebnis, wie Grit bei der Ankunft in der Tierklinik hefig an der Leine ziehend hin und her rannte, dann ins Gebäude rein und den Gang zu den Behandlungszimmern untersuchte. Während der Anmeldung war sie extrem unruhig und inspizierte die wartenden Menschen und Tiere. Ich dachte , Grit wäre es zu voll und bin mit ihr wieder raus gegangen, aber da wollte sie die kleine Stichstraße entlang, die links am Gebäude vorbei führt – mir wurde klar: Grit sucht Merle. Ähnliche Situationen gab es dann z.B. auf einigen Agility-Turnieren.

Jetzt verstehe ich, warum manche Leute sagen, es wäre wichtig, dass die zurückbleibenden Hunde Gelegenheit haben sollen, Abschied zu nehmen.