Schottland
August und September 2005

Nadja, Andreas und Janosch einmal Schottland roundabout

Unser diesjähriger Sommerurlaub sollte uns mal wieder in den hohen Norden und diesmal nach Schottland führen.

Bevor Ihr den Reisebericht lest und dann enttäuscht seid, weil Ihr hier wenig Empfehlungen über Pubs oder Museen findet, hier ein paar Infos zu unseren Urlaubsgewohnheiten: Ziel unserer Urlaube ist, Landschaft vom Auto, zu Fuß oder auch mal vom Campingstuhl aus zu erfahren, mal ein Schwätzchen mit den Einheimischen zu halten, Andreas angelt, Nadja läuft und Janosch (unser Hund) buddelt für sein Leben gerne Löcher.

(Hier findet Ihr Reisetipps für Schottland!)

27.08.2005: 
Reisebeginn / Calais – Dover / Süd-Nord-Rutsche

Nach einer arbeitstechnisch sehr stressigen Woche und einem turbulenten Tierarzt- und Packtag sind wir gestern gegen 20:00 Uhr von Bochum in grobe Richtung Calais aufgebrochen. In Belgien (kurz vor der französischen Grenze) haben wir in einem Gewerbegebiet eine ruhige Nacht verbracht und ein gemütliches Frühstück eingenommen. Natürlich hat Janosch (wie immer) sein Frühstück bekommen – diesmal jedoch ein besonders leckeres (0,5 bis 1h bevor es auf die Fähre geht), damit wir auch sicher gehen konnten, dass er sein Hunde-Valium für die erste überfahrt vollständig zu sich nimmt! 

Am Fähranleger wurden dann unsere Papiere (2 Personalausweise und ein EU-Heimtierausweis incl. Gesundheitszeugnis) von einer etwas mürrisch aussehenden Dame überprüft. Blamiert haben wir uns dann, als wir selbst Janosch’s Chip auslesen sollten. Die Prozedur hat bestimmt 10 Minuten gedauert. (Vielleicht könnt Ihr ja bei Euerem Tierarzt üben!) Die Fähre nach Dover (154,- retour mit Seafrance, davon 45,- allein für den Hund!) war zwar etwas klapprig, hat es dann aber doch nach ca. 1h 15min geschafft.

Von hinten durch’s Auge um London rum (auf der Autobahn!) haben wir uns dann durch die Industriereviere Mittelenglands in Richtung Norden aufgemacht. Unseren übernachtungsplatz haben wir gefunden, indem wir die Ausfahrt (Jct.) 41 und dann eine kleine Straße Richtung Wagten genommen haben. Von der sind wir dann rechts ab (aber leider nicht spontan auf der linken Fahrbahn gelandet), Richtung Hutten Marr und haben hier für 7,- bei einem Bed & Breakfast auf einem umgebauten Schulgelände übernachtet (Duschen kosten extra).

28.08.2005: 
Ankunft in Schottland / Caerlaverock Castle / Dumfries / Kirkcutbright
Etappe 1 in Karte

In Hutten Marr konnten wir auch am nächsten Morgen Ver- und Entsorgen (Abwasser in einen Gully in einer Haltebucht)!

Gegen 11:00 Uhr heute Vormittag haben wir dann Schottland erreicht! Unsere erste Touri-Station war Caerlaverock-Castle an der E18. Eigentlich wollten wir nicht rein, sondern nur drum rum, aber dafür wollte ein wild gewordener Clan von uns 4,- pro Person, was wir dann doch für etwas übertrieben hielten und weiterfuhren (auch wir können manchmal Schotten sein). Ein kleines Stückchen weiter konnte man ohne Eintritt den Caerlaverock-Castle Wood besuchen. Auf dem hierfür angebotenen Parkplatz kann man sicher auch ganz gut übernachten. In diesem Wäldchen gab es auch noch die Grundmauern einer offensichtlich sehr viel älteren Festungsanlage zu beugen.

Der nächste Stopp an der E16 war Dumfries, eine nette schottische Stadt. Müllansammlungen auf den Bürgersteigen zeugen von einem Fest und Plakate an den Laternen wiesen auf eine Monet-Ausstellung in Kirkcutbright hin („heute letzter Ausstellungstag“). Kirkcutbright ist ein Künstlerstädtchen, das für uns irgendwie günstig auf dem Weg lag und so wollten wir uns ein bisschen Kultur denn doch nicht durch die Lappen gehen lassen.

Diese Ausstellung war in Anbetracht der doch namhaften Künstler die neben Monet die Impressionisten vertraten (Degas, Cezanne, van Gogh, Gauguin, Renoir, Seurat, …) kostenlos. (Wie sagte Obelix doch immer?) Nachdem wir uns an Chips ohne Essig(!) gestärkt hatten, ging es auf der B727 weiter an der Küste lang, wo wir unseren ersten übernachtungsplatz in Schottland an einem Badestrand-Parkplatz (N5448.906′ / W00405.436′) fanden – die Kröning eines ersten, schönen Urlaubstages bei schottisch-schönem Wetter (bedeckt und sehr windig). 

30.08.2005: 
Kirkcudbright / Forrest of Galloway mit Loch Trool / Alisa Craig bei Girvan / Dunure Castle
Etappe 2 in Karte

Der nächste Tag überraschte uns mit super Wetter, so dass wir erst einmal keine Lust zum Weiterfahren hatten. Nach einem schönen Frühstück mit Strandblick verbrachten wir einen netten Tag mit Wattspaziergängen, bei denen wir das Gerippe eines havarierten Schoners fanden und in der Sonne rumbummelten.

Heute morgen haben wir diesen netten Ort dann doch verlassen, nachdem wir den Fäkalientank geleert und Frischwasser (mittels eines langen Gartenschlauchs aus dem Ladiesroom – durchs Fenster!) getankt hatten.

Unsere nächste Station war der Galloway Forrest Park (Loch Trool). Hier wollten wir vor einem verspäteten Mittagessen eine 10km Wandertour zum Loch Vally unternehmen, was normalerweise kein großes Unternehmen für uns ist. Der Wanderweg entpuppte sich als Expedition des höchsten Härtegrades durch schulterhohes Farn, so dass wir in Anbetracht des fehlenden Proviants und des bislang ausgebliebenen Mittagessens nach ca. 15 Minuten umkehrten. Stattdessen schlenderten wir noch ein bisschen einen geschotterten Weg entlang und blickten auf Bruce’s Stone.

Dann ging es auf der A714 und später B734 (und für die, die schon mal für die härteren Single Tracks üben möchten: B7044) zurück Richtung Küste.

In Girvan gab es für Nadja und Janosch einen Strandspaziergang und für Andreas eine Angelpause mit einem Schotten, dem eine Reihe Schneidezähne fehlten, der dafür aber Deutsche und deutsche Autos toll fand – alles mit Blick auf Alisa Craig, einer skurril geformten Vogelinsel, auf der der Granit für die Curling-Steine abgebaut wird.

Und weiter ging’s auf der A77, A719 nach Norden. Bei Dunure besichtigten wir ein Castle vor genialer Felsenküste und bei genialem Abendlicht.

Die Suche nach einem übernachtungsplatz in diesem Teil Schottlands viel schwer: „No Overnight Parking“ und keine Campingplätze. Nach langer und nerviger Sucherei fanden wir dann in Fairlie doch einen Rastplatz am Meer (in der Nahe des örtlichen Klärwerks mit einem gespenstig anmutenden nächtlichen Ausblick auf eine Art vorgelagerten Umschlaghafen mit Beleuchtung, aber sehr ruhig. (Von der Durchgangsstraße kurz vor der Total-Tankstelle links ab.)

01.09.2005
Loch Lomond / Inverary / Oban / Mull: Fionnphort, Iona, Fidden-Farm
Etappe 3 in Karte

Gestern haben wir uns ein bisschen an der Westseite des Loch Lomond (RUNRIG lässt grüßen) umgesehen. Der See mag ja ganz nett sein, aber wir haben nicht so viel davon gesehen: Teils war die Sicht sehr schlecht, teils kommt man einfach nicht an den See ran. An einem touristisch aufgemachten Ort namens Loss (an der A82) sind wir ein bisschen am Strand auf und ab gegangen und haben gehofft, einen Blick auf den Gipfel von Ben Lomond werfen zu können. Der hielt sich jedoch leider mit Wolken bedeckt. (Als RUNRIG-Fan meint man, Loch Lomond sei ein Muss, man kann es aber auch ausfallen lassen – außer vielleicht, man möchte an der Ostseite wandern?)

Nach 1 1/2 Stunden Faulenzen ging es auf der A82 weiter Richtung Norden und dann auf der A83 Richtung Nord-Westen – stellenweise glaubt man im norwegischen Fjell zu sein. In Inveraray haben wir uns bei einsetzenden Regen ein bisschen die Füße vertreten und einen Blick auf das örtliche Castle geworfen, das im Gegensatz zu den bisher beugten Castles noch ganz ist. Der Regen trieb uns jedoch schnell wieder in unser Cookie und wuchs sich zu einem lang anhaltenden Sturzregen aus. Geeignete Stellplätze waren auf unserem Weg mit einem netten Schild „No Overnigth Parking“ versehen, so dass wir irgendwann in Oban ankamen. Oban hat 2 Campingplätze, beide recht nett gelegen – natürlich steuerten wir zunächst den an (und es ist wahrscheinlich der einzige in Great Britain), wo Hunde nicht erwünscht sind. Am zweiten Campingplatz waren Hunde, Frauen und Angler erlaubt und so suchten wir uns im Regen einen Stellplatz.

Wie sagt der Schotte: „Wenn dir das Wetter jetzt nicht gefällt, dann warte einfach 2 Stunden, bis es anders wird!“. Der heutige Morgen fing vielversprechend an: Sonne und Schönwetterwolken und der Tag hielt, was der Morgen versprach. Andreas fing in unmittelbarer Nahe des Campingplatzes drei Fische unter Janosch’s strenger Aufsicht, während Nadja mal wieder laufenderweise die Gegend unsicher machte. Nachdem wir die zweibeinigen Insassen und das Geschirr gründlich gereinigt und Ver- und Entsorgt hatten, ging es zum Fähranleger nach Mull. Auf dem Weg dorthin und auf der erfolglosen Suche nach einer Tankstelle haben wir ein anderen Cookie gesichtet (vielleicht ein MdF?). Wie es der Zufall will, stellt sich der Cookie am Fähranleger direkt hinter uns (doch kein MdF; ein links gelenkter Engländer). Als die Fähre (98,- Kombinationsticket „Hopscotch“ für Mull, Movern und Skye) ablegte, hatten wir einen tollen Blick auf ein Colloseum, was ein spendabler Schotte im 19. Jahrhundert zur Beseitigung der Arbeitslosigkeit in Auftrag gegeben hatte. Die Bauarbeiten wurden aber mit seinem Ableben eingestellt und die Arbeitslosigkeit war wieder auf dem alten Niveau. Die überfahrt gestaltete sich bei schönem Wetter, einem professionellen Filmteam und etlichen Hunden an Oberdeck abwechslungsreich.

Auf Mull angekommen sind wir erst mal bei weiterhin tollem Wetter nach Fionnphort gefahren. Wer will, kann von dort aus mit einer kleinen Fähre zur Missionarsinsel Iona fahren – von dort aus wurde Schottland christianisiert. Die Abteien und Gebäude sind von Fionnphort aus gut zu sehen und für eine überfahrt war es auch schon zu spät. Andreas schwang am Fähranleger die Angel um die nächsten 3 Fische auf’s Trockene zu holen, während Nadja eine Robbe beobachten konnte, die die Fischer erfolgreich anbettelte.

An unserem Parkplatz gab es ein unscheinbares Hinweisschild „Fidden Farm Camping / 1 1/4m“ und da sind wir dann auch hin. Die Kröning dieses Tages ist ein genialer Stellplatz auf einer Schafweide der Fidden-Farm (Zufahrt durch eine große aber flach Pfütze etwas abenteuerlich). Hier tummelten sich vereinzelte Camper, Möwen, Schafe und unser schwarzes Locken-Pudel-Schaf – und das bei genialem Spätnachmittagslicht. Das war uns dann auch erst einmal einen Whisky in der Spätnachmittags-Sonne wert.

04.09.2005: 
Mull: Calgary-Bay, Tobermory / Mainland: Lochaline / Resipole am Loch Sunart
Etappe 4 in Karte

Mull ist eine wirklich schöne und abwechslungsreiche Insel. Sehr zu empfehlen ist die Scenic Route an der Küste entlang, wo in der Calgary-Bay unser letzter Stellplatz lag. An einem schönen Sandstand ist das wildcampen ausnahmsweise ausdrücklich erlaubt! Wir verbringen einen auszuschließen und faulen Nachmittag an diesem Strand und flüchten am Abend bei einschlafendem Wind vor den Midgies. Für Nadjas Socken-Hosenbein-Grenze des rechten Beins leider zu auszuschließend – mit „Abend draußen genießen“ war nix!

Gestern haben wir die Mull-Rundfahrt beendet und haben uns das örtliche Tobermory angesehen, das wirklich ganz nett ist. Hier haben wir unsere Lebensmittelvorräte aufgefüllt, Nadja hat für 5,- eine sehr gute Fleece-Mütze ersteigert (die Mitnahme ihrer Zuhausegebliebenen hatte sie in Anbetracht eines Sommerurlaubs ja dummerweise verweigert (siehe Tipps für das Reisegepäck) und Andreas hat seine Angelködervorräte aufgestockt sowie fix 2 Makrelen gefangen.

Später haben wir die Fähre von Craignure nach Lochaline genommen und auf der Fährüberfahrt Chips und Trauben gegessen. In Lochaline angekommen hat Andreas unter der wie immer strengen Aufsicht von Janosch – schließlich geht’s auch um sein Abendessen – geangelt, während Nadja mal wieder berglauf und -ab gelaufen ist. Nach einer ausgiebigen Dusche am Fähranleger im Cookie (eine wirklich tolle Sache, die wir in unserem zweiten Urlaub mit dem Gefährt auch kräftig ausgekostet haben) ging es weiter zu unserem übernachtungsplatz: Der Campingplatz bei Resipole am Loch Sunart.

05.09.2005: 
Halbinsel Movern / Mullaig / Skye: Camuscross
Etappe 5 in Karte

Die Halbinsel Movern zwischen Mull und Skye war ganz nett, aber nicht ganz so spektakulär – wir sind schon ganz schön verwöhnt. Gestern sind wir von Mullaig (eine olle, schmuddelige Hafenstadt) nach Ardasan auf Skye übergesetzt und haben dann erst einmal die nach Westen führende Straße (Richtung Aird of Sleart) abgeklappert. Hier ergaben sich schon einige Möglichkeiten den Rest des Tages und die Nacht zu verbringen, aber es war noch recht früh.

Da diese Stellen einen tollen Blick, aber keine Beschäftigungsmöglichkeiten boten, sind wir noch ein kleines Stück weiter gefahren. Wir stehen nun bei Camuscross (N5708.087′ / W00548.347′) auf einem Auszuschließender Wiese an einer sehr schwach befahrenen Auszuschließendem am Sound of Sleat mit tollem Blick auf die Bucht und die imposanten Berge des gegenüber liegenden Mainlands.

Mit dem Wetter hatten wir bisher großes Glück: Bis auf den heftigen Regen vor / bei Oban blieb es bisher trocken, wie z.B. gestern: Sehr warm und sonnig!

06.09.2005:
Skye: Elgol, Black Cullin Hills, Whisky-Destille Talisker, Dunvegan mit Castle der McLeods, Portree, Old Man of Storr, Kilt Rock
Etappe 6 in Karte

Gerade wollte ich an unserem genialen, abendlichen Stellplatz die Fußmatte raus legen, aber das lass‘ ich wohl besser: Es ist nämlich total windig. Unser Stellplatz liegt in der Staffin Bay (auf der südlichen Seite der Halbinsel Trotternish – die Westseite haben wir in Anbetracht des stürmischen Winds besser gemieden!) – man folge der Ausschilderung „Jetty“ in Staffin.

Gestern Vormittag haben wir uns den Ort Elgol angesehen. Ort ist eigentlich übertrieben: Es handelt sich um eine Ansammlung von Gebäuden und einer kleinen Grundschule direkt am Hafen. Vom Hafen aus kann man Touren mit einem kleinen Boot zu Seehundkolonien und Loch Coruisk starten. Außerdem hat man von hier aus einen tollen Blick auf die Black Cullin Hills, die eigentlich eher Berge (z.T. fast 1000m hoch) als Hügel und ein bekanntes Wandergebiet sind.

Am Nachmittag gab es dann eine Besichtigung der Whisky-Destille Talisker – natürlich mit Kostprobe (5,- / Person). Man bekommt erklärt, wie dieses leckere Gebräu hergestellt wird und dass eigentlich keinerlei Zutaten bis auf das Wasser von Skye stammen. Auch abgefüllt wird woanders. Wir haben uns einen 10 Jahre alten Whisky gegönnt – sehr lecker!

Die letzte Nacht haben wir auf einem Campingplatz in Dunvegan verbracht, den wir nach einer völlig orientierungslosen Irrfahrt über den „McLeod’s Table“ gefunden hatten. Am heutigen Morgen konnte Nadja die gestern Abend unbeabsichtigt erworbenen Ortskenntnisse für einen 2 1/2 Stundenlauf über den „McLeod’s Table“ nutzen und schon mal Bekanntschaft mit dem heftigen Wind schließen. Nach einer ausgiebigen Dusche und einer gründlichen Ent- und Versorgung haben wir einen Blick auf das Castle der McLeods erhascht, ohne den Eintritt von 6,- / Person für einen Auenrundgang zu berappen. Dann ging es zurück auf die A850 gen Westen. In Portree haben wir uns etwas die Füße vertreten und Fish & Chips gegessen („don’t feed the Gulls!“).

Dann ging es weiter am „Old Man of Storr“ und am „Kilt-Rock“ vorbei. Prinzipiell kann man von einem Wanderparkplatz von der Straße aus zum „Old Man of Storr“ hochwandern, worauf wir aber in Anbetracht des garstigen Winds gerne verzichtet haben.

08.09.2005:
Skye: Skye Museum of Island Life, Uig / Harris: Tarbert, Sound of Taransay
Etappe 7 in Karte

Der Wind hatte im Laufe des Abends immer weiter zugelegt und unser Cookie fing an, sich heftig zu schütteln. Mittlerweile standen auch ein paar Schotten ‚rum und sahen sich besorgt ihre Boote an. Das Ganze war uns dann irgendwann nicht mehr geheuer und Andreas parkte uns so um, dass die Cookie-Nase mehr im Wind stand.

Zwei Schotten sprachen uns an und empfahlen, das WoMo in den Windschatten eines zerfallenen Hauses zu stellen, wo bis vor einer halben Stunde noch eine kleine Herde Rinder Zuflucht gesucht hatten. Also parkten wir mit freundlicher Unterstützung der Schotten erneut um. Andreas hatte Angst, dass Teile des Dachs auf unser Cookie fallen könnten und diskutierte dies mit den Schotten, die seine Besorgnis teilten. 

Man empfahl uns, die Straße ein Stück zurück zu fahren und dort zu übernachten, was wir dann unter schottischer Eskorte auch taten. Die beiden zeigten uns einen Platz, an dem es doch tatschlich windstill war. Wir bauten die Betten und schliefen beruhigt ein. Gegen 1:00 Uhr riss uns dann erneut der inzwischen gedrehte Wind aus unseren Trumen. Nach kurzem hin und her brachen wir noch einmal das Lager ab und fuhren die Straße noch mehr zurück ins Landesinnere. Für den Rest der Nacht hatten wir nun wirklich Ruhe!

Trotz der stürmischen Nacht war Andreas, der zu Seekrankheit neigt, dazu bereit die ca. zweistündige überfahrt nach Lewis and Harris zu wagen. Es ging also auf der A855 um die Nordspitze von Trotternish herum – mit Zwischenstopp an einer Art Freilichtmuseum, wo man sich ein Bild über das Leben der Highlnder machen konnte – sehr interessant und wirklich lohnend.

n Uig erstanden wir für 148,- ein 5-Tage-Ticket für Lewis and Harris (bei Interesse Tipps zu den Hebriden-Fähren beachten!). Die überfahrt nach Tarbert gestaltete sich zum Glück sehr ruhig und bequem. In Tarbert angekommen, fuhren wir erst einmal weiter nach Süden über die „Halbinsel“ Harris, wo wir bei einsetzendem Regen erst einmal viele und beindruckend breite Sandstrände beugen konnten, die in der Karibik können nicht schöner sein – was fehlt ist das Badewetter + Badetemperaturen!

Wir fuhren bis an die Südwestspitze von Harris, die uns bei dem Regenwetter sehr trostlos erschien. Also ging es zurück an die Auszuschließenden, wo wir wie geplant unser Lager am Sound of Taransay (zusammen mit einigen anderen Campern) aufschlugen. Janosch nutzte seinen ersten Strandspaziergang gleich, um sich in irgend etwas eklig-riechendem zu wälzen. Also wurde er in einem Bach, der hier ins Meer strömt, zugunsten menschlicher Nasen behandelt.

Abends hat Andreas Wind und Regen getrotzt und sich am Strand platziert, um Fische zu fangen. Er hatte auch ein paar Bisse, aber das Highlight war die Sichtung eines Hais (Dornhai?) in unmittelbarer Strandnähe.

Heute Morgen ist tolles Wetter, aber immer noch viel Wind. Beim Frühstück können wir Tölpel beobachten, die sich bei der Fischjagt ins Meer stürzen und Andreas stürzt immer wieder mit dem Fotoapparat ‚raus.

Ein netter Schotte (und Lachsangler), der sein WoMo nebenan platziert hat, empfiehlt uns, den Rest unserer Zeit auf Lewis and Harris doch an diesem Strand zu verbringen, da es keinen schöneren Platz auf Lewis and Harris gebe. Trotzdem hat er zum Rest der Insel noch einige gute Tipps zu bieten.

Es Muss aber sein – schließlich berappen wir doch nicht so viel Geld für die überfahrt, um 4 Tage an einem Strand zu verbringen, so schön er nun auch wirklich ist, denn langsam beschleicht uns der Verdacht, dass sich die Schotten viele Wahnsinnstrände in die Gegend gebaut haben!

Harris: Hushinish, Castle Amhuinnsuidhe / Lewis: Standing Stones of Callanish, Dun Carloway Broch, Arnol Black House, Butt of Lewis, Trushel Stone, Barvas
Etappe 8 in Karte

Zum Glück kam Andreas gestern auf den glorreichen Gedanken, die Rückfahrt nach Skye für Samstag zu reservieren (Sonntags gibt’s keine Fähre!). Es stellte sich nämlich heraus, dass die Samstagsfähre komplett ausgebucht war. Wir konnten also nur noch morgen zurück – das ist nun doch etwas wenig Zeit für Lewis und Harris! Verärgert disponierten wir für einen Aufpreis von schlappen 72,- um auf die überfahrt Stornoway / Ullapool.

Nachdem unsere Auszuschließend zu den Mainlands nun doch endlich geklärt war, fuhren wir auf der wahnwitzigen B887 nach Hushinish. Und – wie schon erahnt – auf der Südseite der schmalen Landzunge war er, der nächste unheimlich tolle Sandstrand, bei bestem Wetter! Zur Nordseite der Landzunge führt ein schmaler, sandiger Fahrweg zu unserem nächsten Standplatz an einem kleinen Bootsanleger.

Den Rest des Tages verbrachten wir mit Faulenzen und Strandspaziergängen. Nadja lief 40 Minuten lang den Single Track zurück und überwiegend bergauf, um dann – trotz Gegenwind – keine 15 Minuten für den Rückweg zu brauchen (wir zitieren auch hier gerne wieder Obelix!) während Andreas 4 Makrelen an der Felsküste neben dem Anleger meuchelte.

Heute Morgen haben wir am Strand-Toilettenhäuschen zunächst einmal Ent- und Versorgt und uns über die handzahmen Parkplatz-Hühner amüsiert, die sicher auch von Touris gefüttert werden. Dann ging es bei immer noch super Wetter die wahnwitzige B887 zurück, an der das Castle Amhuinnsuidhe liegt.

Unsere erste Station an diesem Tag waren die Standing Stones of Callanish, ein prähistorischer Steinkreis (eigentlich eher eine Art Keltenkreuz mit Kreis im Zentrum – gell, Obelix), der auf einem Hügel in der Sonne steht.

Dann war da der Dun Carloway Broch: Die sehr beeindruckenden Reste eines Wohn-Festungsturmes in Eiform, der im 4. Jahrhundert v. Chr. von Pikten erbaut wurde. Der Broch bestand offensichtlich aus einem großen Innenraum mit einer Art Doppelwand ohne Fenster. In der Doppelwand kann man noch gut Treppen und Hohlräume, die vielleicht als Vorratsräume dienten, erkennen und z.T. auch begehen.

Wer will kann sich dann auch noch das Arnol Black House ansehen, ein traditionelles, mit Reet gedecktes typisches Hebridenhaus. Wir verzichteten allerdings und fuhren weiter zum Trushel Stone bei Barvas, der laut Reiseführer mit mehr als 6m Hohe der höchste Standing Stone Englands ist. Der Stein ist schon imposant, aber er steht recht vernachlässigt neben einer schrottplatzähnlichen Autowerkstatt (Es lebe das Zoomobjektiv!).

Nun ging es an die Nordspitze von Lewis, wo wir den Leuchtturm (Butt of Lewis) und vom wilden Atlantik umspülte Klippen bewunderten. In der Nachbarschaft des Leuchtturms findet sich sicher ein netter übernachtungsplatz. Aufgrund Nadja’s absurder Angst, einer von uns Dreien könnte sich wie ein Lemming in den Abgrund stürzen und des sehr kräftigen Windes fuhren wir jedoch wieder auszuschweißendem und fanden in den Dünen bei Barvas (von der A857 in Barvas aus der Beschilderung „Straid na Loch“ folgen) einen schönen übernachtungsplatz am Strand. Das Wetter überraschte uns den dritten Tag in Folge mit anhaltendem Sonnenschein, der Abend bot einen tollen Sonnenuntergang und die Nacht ein nettes Nordlicht!

11.09.2005: Lewis: Stornoway / Mainland: Ullapool
Etappe 9 in Karte

Wie ein schottlanderfahrener Freund schon sagte: „Lewis and Harris sind immer eine Reise wert!“ – es stimmt wirklich! Gestern um 13:45 Uhr ging unsere Fähre von Stornoway nach Ullapool. In Stornoway, einem sehr hübschen Ort, haben wir uns ein bisschen umgesehen und Nadja hat Urlaubsgeld in keltischen Silberschmuck investiert. Dann hatten wir eine ruhige, sonnige überfahrt nach Ullapool und auf dem Mainland auch das schottische Normalwetter wieder: Bedeckt mit kleinen Wolkenlücken und teils windig! Ullapool hat einen recht gut ausgestatteten Campingplatz, wo wir dann auch die Nacht verbrachten. Heute geht’s ab in den Nordwesten der Highlands.

13.09.2005: 
Durness / Smoo Cave / Tain
Etappe 10 in Karte

Die Fahrt nach Norden verlief ohne große Zwischenstopps. Vom Cookie aus genossen wir tolle Aussichten und bestaunten das Ardvreck Castle am Loch Assynt oder blickten ehrfürchtig in das Tal, das der Fluss Srath Dionard gearbeitet hat. Einen Besuch des Cape Wrath ließen wir ausfallen, da die Fähre langst weg war (Abfahrt, soweit wettertechnisch möglich, täglich um 11:00 Uhr) und man für diese kleine Expedition durchaus einen ganzen Tag veranschlagen Muss. In Durness fanden wir einen sehr schönen Campingplatz – und wie sollte es anders sein: oberhalb eines absolut tollen Sandstrandes.

Der Morgen wurde zeitweise von Militärfliegern gestört, die nicht nur lärmend ihre Manöver flogen, sondern obendrein unschuldige Felsen beschossen!

Nach etlichen, geruhsamen Strandspaziergängen ging es gestern morgen zunächst nur ein kleines Stückchen weiter zur Smoo Cave, einem zunächst riesigen Höhleneingang, der sich später zu einem schmalen Durchgang verengt. Hier kann man den Blick auf einen unterirdischen Wasserfall werfen und, wer will, ein Schlauchboot nehmen, um den Rest der Hohle zu erkunden! Sehr beeindruckend!

Dann ging es aber weiter die A838 und dann die A836 entlang, Richtung Süden über die Highlands. Einige Zwischenstopps, teils zum Angeln, teils zum Spazierengehen hatten einige juckende, rote Punkte zur Folge – warum haben wir eigentlich dieses Autan mit? Beim Anblick der heute menschenleeren Weiten des teils sehr moorigen Highlands fragt man sich, wovon die Menschen hier vor den Highland Claerances (Entvölkerung zum Zwecke der extensiven Schafzucht, begleitet von massiven Rodungen in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts) eigentlich leben konnten.

Nach langem hin und her haben wir einen Stellplatz in Tain (an der A9 an der Ostküste) gefunden. Wir stehen hinter dem Bahnhof auf einem großen Parkplatz (neben Sport- und Grünanlagen) mit Blick auf’s Meer, der zu einer großen Parkanlage gehrt. (Am Wochenende möchten wir hier nicht stehen, da dieser Parkplatz der Treffpunkt der örtlichen Dorfjungend ist, die aber wochentags „schon“ gegen 23:00 Uhr unter großem Gehupe und mit durchdrehenden Reifen nach Hause fährt!) 

15.09.2005: Inverewe Garden / Applecross / Eilean Donan Castle / Loch Leven mit Glencoe
Etappe 11 in Karte

Als wir aus Tain Richtung Westen losfuhren fing das schottisch-schlechte Wetter an und steigerte sich über schottisch-sehr-schlecht zu schottisch miserabel, je weiter wir in den Westen kamen. Da wir keine Lust hatten, bei Nullsicht Scenic Routen zu fahren, haben wir uns in die Highlands gestellt und den Rest des Tages mit Apfelpfannkuchen und Lesen verbracht. Nach dem Abendessen wurde uns klar, dass der ständig zunehmende Wind unsere Nachtruhe stören würde und wir machten uns im Dunkeln auf die Suche nach einem ruhigen und ebenen Plätzchen. Es gab ruhig, es gab eben, aber nicht beides zusammen. Also verbrachten wir eine ruhige, schiefe Nacht.

Der wettermäßig völlig verpatzte letzte Tag hat Janosch dermaßen mitgenommen, dass er am Morgen entgegen seiner Hundenatur nicht aus dem Cookie raus wollte!

Bei schottisch ganz gutem Wetter ging es an einer tollen Küste entlang zum Inverewe Garden, den man für 8,- / Person besichtigen kann. Da Hunde aber nicht besichtigen dürfen und Janosch noch etwas verstört schien, haben wir uns mit einem Waldspaziergang begnügt. Im guten Glauben, dass der vom Besucherzentrum des Inverewe Garden empfohlene Weg entsprechend präpariert sei, gingen wir in Teva-Sandalen. Das war in Anbetracht der gestrigen Regenmassen ein Fehler: Der Weg war sehr schlammig, als Entschädigung aber teilweise mit duftenden Pfifferlingen bestückt, die wir fürs Abendessen einpackten!

Nachdem wir unsere Füße trocken gelegt hatten ging es auf der A32 weiter, an Gairloch und einigen anderen Örtchen vorbei. Bei Kinlochewe schlug es uns auf der A896 nach Westen und bei Fornapress auf eine Scenic Route nach Applecross.

Vorsicht: der bei Torridon in einigen Karten verzeichnete Campingplatz ist nur für Zelte!

Nach einer tollen Passfahrt durch’s Highland mit teils sehr engen Stellen und Spitzkehren (leider bei schlechter Sicht) erreichten wir Applecross und suchten den einzigen und, wie sich herausstellen sollte, völlig überteuerten Campingplatz auf.

Nach einem entspannten Spaziergang durch den „Ort“ und am Strand lang, gab es die leckeren Pfifferlinge in Sahnesoe mit Nudeln – sehr lecker.

Die sanitären Einrichtungen in Applecross verdienen neben dem in Schottland blichen Prädikat „einfach bis sehr einfach“ (was prinzipiell nicht schlimm ist) den besonderen Zusatz „besonders schmuddelig“. Nadja teilte sich die Dusche mit lebenden und toten Schnaken in großer Anzahl und Ablageflächen sowie Nischen u.. waren mit einer besonders interessanten Schmutzschicht bedeckt. Renovierungspläne für 2005 hingen schon aus, nur putzen auszuschließenden man auch die neuen Anlagen!

Am nächsten Vormittag ging es bei diesmal toller Sicht den Pass und die Spitzkehren zurück und auf der A890 Richtung Dornie, wo wir zunächst kurz vor der Brücke einen Touri-Parkplatz ansteuerten. Von hieraus hat man den ersten tollen Blick auf Eilean Donan Castle. Außerdem war aus Richtung Castle ein Gedudel zu hören.

Aus der Auszuschließendem sieht das Castle natürlich noch besser aus und auch die Quelle des Gedudels konnte nun beugt werden.

Weiter ging es auf der A87 und später A82 durch grandiose Landschaften. Ein Zwischenstopp in Fort Willam bestätigte unsere Vermutung: Muss nicht sein, wenn man nicht in den zahlreichen Outdoor-Outlets shoppen möchte – oder wie wär’s mit dem einzigartigen Highländerschwert „Excalibur“?

Ein Abstecher zum Loch Leven (B863) bringt uns nach etlichen tollen Blicken auf Glencoe mit dem dahinterliegenden Berg Bidean nam Bian zu unserem heutigen Stellplatz am Nordufer des Lochs auf einen Rastplatz gegenüber einem Friedhof („Hu-Hu“).

17.09.05: Rannoch Moor / Stirling
Etappe 12 in Karte

Unfassbar aber wahr: Morgen Nachmittag sollen wir wieder zuhause sein und unserer bundesbürgerlichen Wahlpflicht nachgehen? Auch gestern hat sich das drohende Ende unseres Urlaubs im Bestreben bemerkbar gemacht, möglichst weit in den Süden zu kommen.

Von Loch Leven aus sind wir auf der A82 quer durch das Rannoch Moor gefahren. Dann gab es einen kurzen Abstecher zu den Dochart Falls bei Killin. Die Wasserfälle würden wir nach unserem Besuch eher als Stromschnellen bezeichnen. Man kann sich aber vorstellen (und Fotos ansehen), wie das Wasser hier braust, wenn der Fluss mehr Wasser führt.

Weiter auf der A84 gab es in Strathyre einen schönen langen Spaziergang entlang der sehr gut ausgebauten Bikerstrecke (offensichtlich eine alte Bahntrasse, heute ohne Gleise!) mit Blick auf Loch Lubnaig. Außerdem haben wir die örtliche Village Bar ausprobiert – sehr interessant: Zunächst haben wir uns eigenhändig die Menükarte organisiert, unser Essen ausgesucht und die Karten wieder zugeklappt – wie man das eben so macht. Dann haben wir gewartet, lange gewartet. Dann haben wir beobachtet, gut beobachtet und festgestellt, dass man hier an der Theke bestellt und seine Getränke selbst abholt. Vorsichtshalber haben wir bei der Bestellung gefragt, wie lange das Essen denn brauchte, denn auch das hatten wir mittlerweile raus: Zeit spielt in dieser Bar keine Rolle! Die Zeitschätzung des Wirts stellte uns aber auch mit großzügigen Aufschlag unsererseits zufrieden, so dass wir Vorspeisen und Hauptgericht sowie zwei große Cidre orderten. Dann haben wir wieder gewartet, sehr lange – viel länger, als mit Zeitaufschlag. Irgendwann kam das Essen dann doch: Vorspeise und Hauptgericht zusammen. Zum Schluss wollte der Wirt uns auch noch um 4,- betuppen! Gut, dass wir i.d.R. Selbstkocher sind!

Weiter ging’s Richtung Stirling. Die beeindruckende Burganlage ist schon von weitem von der A84 aus zu sehen. In Stirling sucht man den Weg des steilsten Anstiegs und kommt so automatisch beim Castle an (Parkgebühr für ein WoMo und 3 Stunden 4,- / Eintritt pro Person 8,-). Vom Castle aus hat man auch eine nette Aussicht auf das Wallace Monument.

Stirling ist multikulturell – man sollte sich mal den Spaß gönnen, für ein paar Minuten von einer der zahlreiche Bänke in der Innenstadt aus die Leute zu beobachten – auch sehr interessant!

Am Stadtrand von Stirling haben wir uns in einem großen Supermarkt mit e- und trinkbarem eingedeckt, um uns anschließend bei dem Versuch, glimpflich an Glasgow vorbei zu kommen, kräftig zu verfahren. Irgendwie haben wir es dann doch auf die M80 geschafft. Was wir nicht geschafft haben: Den auf der Karte angezeigten Campingplatz in Douglas (M74, Jct. 13) zu finden, und so haben wir in einem Gewerbegebiet übernachtet.

Unser Schottlandurlaub neigt sich nun unwiderruflich dem Ende zu. Heute geht es auf der Nord-Südrutsche (M6 / M1) zurück nach Dover, von wo aus wir Morgen mit der Fähre den „Kontinent“ erreichen werden.

Resümee

Kurz um: Schottland – sehr zu empfehlen und gerne wieder!

Etwas ausführlicher:
Was wir ausdrücklich dazu sagen auszuschließende: Wir hatten wohl unwahrscheinliches Glück mit dem Wetter – das haben uns die Local People, mit denen wir gesprochen haben, immer wieder gesagt. Ein wirklich Mieswetter-Tag und zwei verregnete Nachmittage sind für eine Schottland-Rundreise wohl NIX!

Schottland (Great Britain) ist nicht billig: Diesel war mit 95 bis 107 Pence/l extrem teuer – je weiter nrdlich, desto teurer (zumindest ab der Grenze zu den Highlands)! Eine Übernachtung auf einem Campingplatz für ein WoMo und 2 Erwachsene kostet in der Regel 9,- bis 11,- (für Hunde wird meist nichts berechnet, Strom meist 2,- extra). Kurs aktuell 1 = 1,50 . Die Ausstattung der sanitären Anlagen ist sehr einfach und entspricht häufig nicht den Vorstellungen des hygieneverwöhnten Deutschen. Plätze zum „wild campen“ sind selten (zumindest wenn man sich wie wir an die Schilder halt und sie nicht wie bei Briten! gesehen ignoriert), je weiter im Norden, desto eher kann man sich mal so in die Gegend stellen.

Den Whisky bring man sich besser aus Deutschland oder von der Kanalfähre mit, da ist er nämlich deutlich günstiger.

Andreas hat nur im Meer geangelt und Makrelen und Pollacks gefangen. Es gibt aber viele Seen und Flüsse mit Lachsen und Forellen, wobei an einigen Lachsflüssen wohl Bestandsprobleme durch die vielen Lachszuchten und die dadurch massiv auftretenden Krankheiten und Parasiten existieren.

Der schottische Westen ist grandios und sehr abwechslungsreich. Besonders gut haben uns Mull, Lewis and Harris sowie der äußere Nordwesten des Mainlands gefallen. Der nette Wechsel zwischen Sandstränden und Felsklippen am Meer, S- und Salzwasserlochs in der hügeligen bis bergigen Landschaft ist sehr kurzweilig und die vielen historischen und prähistorischen Sehenswürdigkeiten bieten für jeden etwas. Ab und zu (selbst im entlegensten Highland) sieht man noch „die“ britische rote Telefonzelle. übrigens: Eine Telefonzelle in un- oder schwachbebauter Umgebung ist fast immer ein guter Hinweis auf ein fehlendes Handy-Netz!

Wir haben „den Schotten an sich“ als sehr netten, höflichen und hilfsbereiten Menschen kennen gelernt, immer bemüht um gute Tipps!