Frankreich / September 2007

Endlich Urlaub!
Tour de France – ganz ohne Dope!

Eigentlich sahen unsere Urlaubspläne für diesen Sommer ja etwas anders aus: Wir wollten nach Norwegen – unserem Standard- und Lieblingsurlausziel. Merle hat jedoch die strengen Einreisebestimmungen nicht erfüllt – der Tollwut-Titer in Merles Blut liegt zur Zeit nur bei 0,45, muss aber bei 0,5 liegen. Einer von Andreas Kollegen meinte daraufhin “ … warum lasst ihr sie dann nicht einfach Zuhause?“ Der hat ja keine Ahnung… nein, wir machen nur zusammen Urlaub! So haben wir hin und her disponiert und sind in der Nachsaison nach Frankreich gefahren.

In den ersten zwei Wochen Frankreichurlaub hatten wir echt tolles Wetter. In einer Nacht hatte es mal zwei Stunden geregnet, sonst Sonne, Wind und ab der zweiten Urlaubswoche auch Meer! In der dritten Woche hat es dann Montagvormittag geregnet und dann hatte uns das schöne Wetter wieder.

Begonnen hat unsere Tour de France in Argentat an der Dordogne im Zentralmassiv. Nachdem wir ein paar Tage in Argentat in einem zum Campingplatz umgebauten Schlosspark abgehangen haben, sind wir gen Westen gefahren – und mit einigen Zwischenstopps, wie z.B. in Cognac (ohne denselben zu genießen) am Atlantik angekommen – ein Stück nördlich von Bordeaux.

Dann haben wir uns an der Atlantikküste entlang gen Norden gehangelt und übernachtet, wo es uns gefallen hat bzw. wo wir ein nettes Plätzchen gefunden haben.

Badestopps verliefen meist harmlos – nur der eine nicht: Während Andreas (fast) keine Fische gefangen hat, habe ich mit den beiden haarigen Freunden im Atlantik geplanscht und versucht, Me(e)rle, unsere Portugiesische Wasserhunde-Dame, zum Schwimmen zu bewegen – leider vergebens. Dafür hat sich – von mir unbemerkt – die Flut angeschlichen und meinen Rucksack zum Schwimmen gebracht – mit zwei Geldbeuteln (incl. EC- und Kreditkarten und diversen Euronen), meinem Handy, dem Buch, das mir Harald und Anita geschenkt haben… Ich habe zwar alles aus dem Wasser gefischt, die Trockenversuche für Handy und Buch waren aber leider vergebens. Das Buch muss ich mir jetzt noch einmal kaufen, damit ich weiß, wie die Geschichte zu Ende geht. Auch ein neues Mobiltelefon ist fällig.

Nun sollte man ja meinen, dass Andreas aus meinem Fehler etwas gelernt hat und dem Meerwasser mit genug Skepsis begegnet. Weit gefehlt: Am Tag nachdem mein Handy ein Meerwasserbad nahm stand Andreas in kurzer Hose im Meer und angelte, das Handy in der Hosentasche. Eine der schönen Atlantikwellen erreichte das Hosenbein und somit auch das Handy. Intensive Trockenversuche erwiesen sich zunächst als erfolgreich. Beim zweiten Telefonat gab das Handy jedoch endgültig den Geist auf. Um die anstehenden dienstlichen Telefonate erledigen zu können, mussten wir uns eine altertümliche Telefonkarte für öffentliche Telefonzellen kaufen.  

Janosch, der wohl direkt aus dem Spielzeugwarengeschäft kommt (wie zwei deutsche Touristinnen meinten, als sie noch nicht wussten, dass ich auch Deutsche bin) schwimmt im Atlantik und fischt seine Spielsachen aus dem Wasser. Bei Merle dagegen („chien bien“, wie viele Franzosen uns versichert haben), planscht im Meer herum, blubbert ab und an ins Wasser, schwimmt aber nicht. Ich habe ja gedacht, dass die Gene beim Anblick von Atlantik, Sonne (und fast keine Fische) durchschlagen – nee!

Wie kühlen sich die Hunde am Strand?

  • Pudel planschen im kühlen Nass und schwimmen ab und an ein bisschen!
  • Portugiesische Wasserhunde buddeln sich ein Loch im Sand und legen sich rein. Wenn der Sand trocken und warm ist, wird das Sandkörbchen einfach noch einmal umgegraben.

Je weiter wir in den Norden der Bretagne kamen desto rauer wurde die Küste. Aber es findet sich immer wieder ein netter Sandstrand zwischen den Felsen.

Am zweiten Sonntag unseres Urlaubs zog der Himmel doch tatsächlich zu und am frühen Abend gab es sogar etwas Sprühregen. Der Spuk war jedoch nach zwei Stunden vorbei, der Regen zog ab und gab die Sicht frei auf eine Gruppe von skurrilen Fels-Inseln gegenüber unseres schönen, einsam gelegenen (wilden) Stellplatzes an der Bretonischen Steilküste. Andreas hat einen Weg runter zum Wasser gefunden und endlich Fische gemeuchelt: Zwei große Wolfsbarsche für den erfolgreichen Zweibeiner und vier Makrelen für die geduldigen Vierbeiner!

Unserer Dope auf der Tour de France bestand – ich schwöre es – aus Käse, der so fett ist, dass sich der Cholesterinspiegel dreht (Zitat Andreas), Cidre, Rotwein, Baguette, Artischocken mit Creme Fraiche und sonstigen französischen Hausmittelchen!