Südschweden und Dänemark
August 2019

Dieses Jahr stand unser Reiseziel für den Sommerurlaub lange in der Schwebe. Ich hielt mich bei der Entscheidung zurück, denn ich wollte nicht Schuld haben, wenn der Erfolg von Andreas‘ Angelaktivitäten hinter seinen Erwartungen zurückblieb – nur nach Dänemark wollte ich nicht. So entschied sich Andreas Ende Juli für Südschweden.

Freitagabend (09.08.) sollte es los gehen und ich fing diesmal mit den Vorbereitungen bereits am Donnerstag an, da ich am Freitagvormittag noch berufliche Termine hatte.

Vorbereitungen mit Hindernissen

Donnerstagvormittag wusch ich Bettzeug, Handtücher, Geschirrtücher etc. und machte klar Schiff – auch die Schrankfächer wurden von mir inspiziert, in denen sich so manch Überflüssiges angesammelt hatte.

Zwischendurch gab es den üblichen, langen Hundespaziergang mit den haarigen Mädels. Auf dem letzten Drittel des Spaziergangs fing Grit an zu lahmen. Sie hatte deutliche Probleme mit der rechten Vorderpfote aufzutreten und legte sich dann auch tatsächlich hin. Natürlich hatte ich kein Handy mit – was soll ich mit einem Handy? Das lenkt mich doch nur ab, wo ich doch auf die Hunde aufpassen muss. Das rächte sich nun – ich hatte keine Möglichkeit, z.B. über unsere Notfall-WhatsApp-Gruppe  Hilfe zu holen. Also trug ich die arme, 15,5 kg schwere Maus mit Unterbrechungen bis zu Rosi und Jürgen, die auf dem Weg nach Hause wohnen. Beide passten auf die Mädels auf, während ich nach Hause lief und mit dem Auto zurückkam, um die beiden Hunde abzuholen. Zwei Stunden fehlten nun für die Reisevorbereitungen. Ich befürchtete für den folgenden Tag weiteren Zeitverlust, weil ich mit Grit zum Tierarzt müsste, aber glücklicherweise war mit der Pfote am Freitag wieder alles in Ordnung – dafür aber mit der Gasanlage des WoMo nicht. Das bemerkte ich, als ich den Kühlschrank anstellen wollte. Zunächst hatte ich den Kühlschrank selbst in Verdacht, der in den letzten Monaten mehrfach Probleme gemacht hatte. Erst eine telefonische Nachfrage bei Andreas brachte mich auf den Gedanken, dass etwas mit der Gasanlage selbst nicht stimmen könnte. Das bestätigte sich, denn auch beim Kocher kam kein Gas an. Ich bemühte die Bedienungsanleitung und das Internet, drückte die grünen Knöpfe und versuchte mehrfach zwischen den beiden Gasflaschen umzuschalten, wobei ich mir nicht sicher war, ob ich das richtig machte. Schließlich gab ich auf und packte den Rest ein. Dabei fiel mir auf, dass ich auch noch einige Lebensmittel kaufen müsste.

Als Andreas zuhause ankam, probierte er in Sachen Gaszufuhr so ziemlich das Gleiche, wie ich – ohne Erfolg. Wir zogen schon in Erwägung, erst nach einem Werkstattbesuch in Urlaub fahren zu können, bis Andreas auf den Gedanken kam, dass er beim Wechseln der mobilen Gasflasche den Chrashsensor ausgelöst haben könnte … tatsächlich, das war es, aber gut zu wissen, dass das Ding funktioniert. 

Kurz vor 19:00 Uhr ging die Fahrt Richtung Oldenburg in Holstein dann los. Durch Andreas Aufmerksamkeit kamen wir nicht in die Vollsperrung auf der A 1 bei Hamburg, sondern umfuhren sie, was uns einen kleinen Zeitverlust kostete. Um 23:40 Uhr kamen wir am WoMo-Stellplatz am Wallmuseum in Oldenburg i.H. an, wo wir eine ruhige Nacht verbrachten.

10.08.2019 / Ankunft in Schweden

Es war ein sehr schwüler und warmer Samstagmorgen. Wie üblich, machte ich mit den Hunden einen Morgenspaziergang, bei dem ich auch ein paar Mal den unerwartet hohen Wall in Oldenburg i.H. zu sehen bekam, während Andreas das Frühstück machte.

Dann machten wir uns auf nach Puttgarden, von wo aus wir mit der Fähre nach Dänemark übersetzten und dann auf die imposante Brücke über den großen Belt fuhren. Leider war es sehr diesig, so dass die Aussicht getrübt war.

In Schweden angekommen, steuerten wir den ersten potenziellen, aber völlig überlaufenen und überteuerten Wohnmobilstellplatz bei einem Hafen in Skanör an. Das war es nicht, was wir uns für unseren ersten Urlaubsplatz vorstellten. Wir fuhren zurück Richtung Malmö und machten in einem kleinen Naturreservat eine lange Mittagspause mit Hundespaziergang, bei dem Gina das erste Mal in ihrem sieben Monate alten Leben eine Begegnung mit einem Pferd hatte. Etliche hundert Meter sog sie den Geruch auf, den die Hufe des Pferdes auf dem feinen Schotter hinterlassen hatten.

Schließlich fanden wir gegen 17:00 Uhr einen hübschen Übernachtungsplatz an einem Kanal bei Vellinge. Hier stand schon ein WoMo und wir stellten uns auf die andere Seite des großzügigen Platzes. Im weiteren Verlauf des Nachmittags und abends zogen Gewitter und Schauer an uns vorbei … alles was wir direkt davon abbekamen, war z.T. heftiger Wind.

Andreas ging ein bisschen angeln, fing aber nichts, so dass wir den Rest des Abends erst in der Abendsonne draußen und später im WoMo verbrachten.  

11.08.2019 / Ystad

In der Nacht kam starker Wind auf, der uns den ganzen Tag begleiten sollte.

Beim Frühstück beschlossen wir, nach Ystad zu fahren. Diese schwedische Küstenstadt wurde durch Henning Mankels Wallander-Krimis bekannt.

Wie schon am Tag davor bemerkten wir, dass auch um Ystad die kleinen Bäume mit Wassersäcken bewässert wurden. Das wurde in diesem Sommer erstmals auch in unserer Heimatstadt Bochum so gemacht und unser Nachbar Volker hat für die Eiche im Wendekreis unserer Siedlung mehrere Wassersäcke gekauft … der Klimawandel lässt grüßen.

Diesmal fanden wir sehr schnell einen Übernachtungsplatz ein Stück außerhalb von Ystad auf einem Parkplatz einer Badestelle mit genialem Blick auf den Strand und das Meer – es war noch nicht mal 11:00 Uhr vormittags. Wir schlugen unser Lager auf, machten Pause und beschlossen zu Fuß die vier Kilometer nach Ystad zu gehen.

Von unserem Stellplatz aus führte ein Fußweg direkt an der Küste entlang nach Ystad. Wir besichtigten den Hafen und suchten dabei auch nach der Gelegenheit, ein Mittagessen zu bekommen. Am Hafen gab es zwei Restaurants, die aber nichts Vegetarisches im Angebot hatten.

Wir verließen den Hafen, schlenderten durch kleine Straßen und kamen tatsächlich an einer Pizzeria vorbei. Ihr Nachteil war: Wir durften mit den Hunden nicht rein und die Sitzplätze draußen lagen im Schatten und im Wind. Von hier aus konnten wir aber einen sehr hübschen Platz sehen, der von weiteren Restaurationen umringt war … Eiscafés und Nobelrestaurants – das war nicht das was wir suchten. Auch die Nebenstraßen des Platzes hatten nichts nach unseren Vorstellungen zu bieten. Da gab es zwar ein „Subway“, aber so hungrig waren wir dann doch nicht.

Und dann fanden wir doch noch eine kleine Pizzeria. Wie üblich wartete ich draußen mit den Hunden, während Andreas unsere Bestellung aufgab. Eine junge Frau kam vorbei und Gina war sofort von ihren nackten, in Sandalen steckenden Füßen begeistert. Ich entschuldigte mich auf Englisch für meinen aufdringlichen Junghund und die junge Frau antwortete auf Deutsch, dass sie keine Probleme mit Hunden hätte – schließlich käme sie gerade von einem Agility-Turnier. Im weiteren Gespräch kam heraus, dass sie ihre Freundin in Ystad besuchte, die just an diesem Tag ihr Agility Debüt hatte … leider mit einer Disqualifikation, weil der Hund drei Mal am Reifen vorbeigelaufen war.

Die Pizzen, die wir hier bekamen, hatten fünf von fünf Sternen verdient, das Ambiente nur einen.

Nachdem wir aufgegessen hatten, gingen wir zurück zum Hafen und kamen auf dem Weg dorthin an zwei Pizzerien vorbei, bei denen wir für’s Ambiente sicher mehr als einen Stern vergeben hätten.

Ohne Kommissar Wallander gesehen zu haben, schlugen wir den Rückweg zu unserem Stellplatz ein. Nun hatten wir den Wind im Gesicht, hatten aber den Eindruck, dass er etwas nachgelassen hatte.

Gegen 15:30 Uhr erreichten wir das WoMo und faulenzten in der Sonne, während der Wind stetig nachließ. Am frühen Abend machte Andreas noch absurd-schöne Strandfotos.

12.08.2019 / Nogersund

Nach einem wilden und sandigen Strandspaziergang und einem gemütlichen Frühstück machten wir uns am nächsten Tag auf nach Nogersund. Hier erwartete uns am Hafen des kleinen Ortes ein gut ausgestatteter WoMo Stellplatz. Wir schlugen unser Lager bei warmem aber kräftigem Wind und Sonne  auf einer der sehr großzügigen Stellflächen  mit Blick nach Südwesten auf`s Meer auf.

Links neben uns campten Schweden, die dauertelefonierten und eine Art schwedische Volksmusik hörten. Rechts neben uns gesellten sich Leute aus Berlin. Andreas unternahm mehrere Angelversuche und ich erkundete mit den Hunden die nähere Umgebung um den WoMo-Stellplatz: Da war der Hafen, zwei Bistros, die Fischverarbeitung und in einiger Entfernung eine Art Industriegebiet.

Am Nachmittag unternahmen wir mit Andreas zusammen noch einmal eine Erkundungstour, gingen aber diesmal ein bisschen in Landesinnere, weil Google Maps ein Naturreservat ankündigte, dass wir denn auch fanden. Hier gab es zwei Wanderwege. Der eine führte durch ein umzäuntes Gelände der Küste entlang. Dem folgten wir wenige Meter weit, bis ich Kuhfladen entdeckte und mich weigerte, mit den Hunden weiter zu gehen; der Schreck der übermütigen Kuhherde im vergangenen Sommer auf Gotland steckte mit noch in den Knochen. Wir kehrten um, und nahmen den „Findlingsweg“ – eine Schneise im lichten Wald, auf der zahlreiche Findlinge herum lagen. Der Untergrund verriet, dass es hier normalerweise sehr nass und sumpfig ist … der Klimawandel lässt grüßen.

Am WoMo zurück setzten wir uns in die späte Nachmittagssonne und genossen später einen Whisky, was unsere Berliner Nachbaren positiv kommentierten und versprachen, später noch mal vorbei zu kommen.

Tatsächlich gesellten sich die Berliner (Andrea und Maik) später mit einem Whisky zu uns. Wir quatschten bis kurz vor Mitternacht und Andreas und Maik sahen am klaren Nachthimmel trotz Mondschein und der Beleuchtung des Hafens einige Sternschnuppen.

13.08.2019 / Öland

Am nächsten Morgen war es bewölkt und es gab sogar ab und zu Nieselregen.

Wir nutzten das Angebot des WoMo-Stellplatzes kostenlos zu Duschen. Zwischendurch brachte ich den Müll weg. Auf dem Rückweg, während ich warten musste, weil eines der überdimensionierten Monster WoMos den Stellplatz wechseln wollte und rückwärts manövrierte, kam ich mit einem Mann aus Norddeutschland ins Gespräch. Wir unterhielten uns darüber, wohin man mit so großen WoMos eher nicht hinfahren könnte. Andreas gesellte sich dazu und im weiteren Verlauf des Gesprächs berichtete der Mann und seine Frau von Öland. Wir beschlossen spontan, nach Öland zu fahren – schließlich hatten wir ja sonst nichts vor.

Nach ca. zwei Stunden Fahrt erreichten wir die Brücke, die vom Festland nach Öland führt. Auf Öland angekommen, konsultierten wir zunächst eine Tourist Information, um uns mit Karten und Reiseinformationen einzudecken. Dann fuhren wir Richtung Norden und nutzten die Gelegenheit, bei einer Golfanlage eine Pizza und ein Leicht-Øl zum Mittagessen zu bekommen: Pizza vier Sterne, Ambiente auch vier Sterne: Wir saßen bei schönen Wetter in einem hübschen Innenhof, die Bedienung war ausgesprochen freundlich und hilfsbereit und eine kleine Portion Krautsalat war im Preis inbegriffen.

Die zahlreichen Gelegenheiten in Borgholm auf einem Stell- oder Campingplatz zu übernachten, ließen wir an uns vorbeiziehen –wie man für diese Stellplätze Geld bezahlen konnte, erschloss sich uns nicht.

Bei Dujpvik fanden wir einen kleinen Campingplatz direkt am Kiesstrand, der damit warb, dass an ihm seit 1950 nichts mehr verändert wurde. Es gab ein Plumpsklo und an jedem Tag kommt morgens jemand vorbei, um ca. 13 Euro pro Übernachtung einzusammeln.

Nach dem wir alles Notwendige aufgebaut hatten, unternahmen wir einen Spaziergang: Andreas entlang an der Wasserlinie und ich mit den Hunden wegen der Unwegsamkeit auf dem groben Kies oberhalb des Strandes, so dass Andreas und ich uns aus den Augen verloren, die Hunde Andreas aber wohl an mehreren Stellen witterten. Unterwegs gab es zwei Schauer und es war sehr windig. Zurück am WoMo fanden wir Andreas auf der Rückbank des WoMos sitzend vor.

Wir fütterten die Hunde und leiteten den Feierabend ein. Bei Erdnüssen und Rotwein studierten wir die Unterlagen, die wir in der Touristen Information bekommen hatten. 

14.08.2019 / Der Norden Ölands

Am Morgen war es sonnig, windig und mit knapp über 12°C ungewohnt kühl. Wie immer ging es direkt nach dem Aufstehen mit den Hunden raus. Diesmal hatten wir die Möglichkeit zwischen der kleinen, schwach befahrenen Straße und dem steil zum Kiesstrand abfallenden Gelände zwischen den vertrockneten und verblühten Natternköpfen umher zu streunern.

Nach dem Frühstück fuhren wir die schmale, z.T. als Radweg ausgezeichnete Küstenstraße Richtung Norden und fanden mehrere Stellen, an denen wir auch wild hätten übernachten können. Die Strecke erinnerte uns an die Klappersteinküste Gotlands.

Wir machten an verschiedenen Stellen Stopp, wie z.B. an einem Sandstein-Steinbruch, mit einer Windmühle deren Job es war, die Sandsteinplatten Plan zu hobeln, oder an einem winzigen Fischerhafen mit ein paar kleinen Holzhäuschen.

Im Norden der Insel besichtigten wir den Leuchtturm „Langer Erik“. Danach gab es Mittagessen und anschließend statteten wir dem Trollskogen einen Besuch ab. Dieses naturbelassene Waldareal liegt gegenüber dem Leuchtturm. Der Start der verschieden langen Toren durch den Trollskogen liegt in einem großen Besucherzentrum. Die riesigen Parkplätze lassen erahnen, wie voll es hier zur Hauptsaison sein mag.

Wir begannen unsere Tour wie alle anderen Besucher auf einem breiten und sehr gut begehbaren Fußweg. Im weiteren Verlauf der Tour verzweigten sich die Wege. Unsere ca. 4,5 km lange Tour wurde immer unwegsamer. Sie führte entlang der Küste an einem alten Schiffswrack vorbei und dann durch ein Kieferwald, wo viele Bäume während ihres Wachstums sich dem Wind beugend in komischen Windungen über den Boden robbten, um dann doch den Schuss in die Höhe zu wagen.

ca. 900 Jahre alte Eiche
ca. 900 Jahre alte Eiche

Der Weg führte an einer ca. 900 Jahre alten Eiche und verschiedenen Zeugnissen menschlicher Zivilisation vorbei, wie Hügelgräber, Befestigungsgräben und Vorrichtungen zum Teerkochen. Es war eine schöne und abwechslungsreiche Tour – sehr zu empfehlen.

Nun klapperten wir die Ostküste Richtung Süden nach einem netten Übernachtungsplatz ab. An den Badestellen war das Übernachten verboten und wir hatten keine Lust, uns auf Camping- oder WoMo-Stellplätze ohne Sicht zu stellen. Wir erinnerten uns an die Option, auf der kleinen Küstenstraße im Westen zu übernachten und wechselten bei Löttorp auf die Westseite der Insel. Bei Eskilslund fanden wir auf einer alten Fahrspur neben der eigentlichen Straße eine Übernachtungsmöglichkeit. Hier standen wir zwar trotz Keilen schief, hatten aber freie Sicht auf den Kalmar-Sund und den Sonnenuntergang und der Wind pfiff um unser WoMo.

15. – 16.08.2019 / Ölands Süden

In der zweiten Nachthälfte ließ der Wind nach, morgens schien die Sonne und es war gefühlt angenehm warm – das Thermometer zeigte 12,7 °C an.

Da unser Stellplatz zwischen zwei Färists lag, zwischen denen kein Vieh weidete und die Straße kaum frequentiert war, beschäftigte ich nach dem Frühstück die Hunde einzeln. Gina hatte mit ihren 7 Monaten vergessen, was Platz ist – die Pubertät lässt grüßen – und beide brauchten ein bisschen intensive Bewegung und Beschäftigung. Und die verblühten und vertrockneten blauen Natternköpfe missbrauchten die Hunde als Verteiler für ihre Samen, die sich im Fell der beiden Hunde festsetzten.

Unser Navi sollte uns auf den Fågelvägen und in den Süden von Öland führen. Der Fågelvägen ist eine 50 km lange Küstenstrecke, die an vielen Sehenswürdigkeiten vorbeiführt. Unser Navi meinte, dass die Elfe von WoMo auch alle keinen, unwegsamen und ausgewaschenen Straßen fahren könnte und lotste uns von Beginn der heutigen Tour an von der Route, die wir tags zuvor Richtung Norden gefahren waren, weg. Irgendwann gaben wir den steten Anweisungen des Navi nach und folgten einer der experimentell kleinen Straßen.

Es dauerte nicht lange und wir sahen ein, dass das ein Fehler war. Andreas wendete auf der Fahrspur – denn den Namen „Straße“ hatte der Track, auf dem wir uns gerade befanden, wirklich nicht verdient.

Wir erreichten eine normal befahrbare Straße, die uns weiter nach Norden brachte. 50 Minuten später fuhren wir an fünf Windmühlen Ölands vorbei, die sich entlang des Fågelvägen positionierten. Nebenbei war auch noch ein Runenstein zu bestaunen.

Anschließend besichtigten wir noch die Ismanstorps Borg, eine Art Festung, die zwischen 300 und 900 n.Ch. zumindest zeitweise besiedelt war.

Die Ismanstorps Borg ist eine Ringburg mit einer Außenmauer von ca. 127 Meter Durchmesser, in deren Inneren sich 95 kleine Gebäude befanden. Die Grundmauern sind heute noch zu sehen. Wenn man in der Ringburg steht, verliert man leicht den Überblick, wenn man aber auf die Mauer klettert, kann man die Grundrisse der kleinen Gebäude erahnen.

Unseren Stellplatz fanden wir um die Mittagszeit auf dem WoMo Stellplatz von Bläsinge Hamn. Es war mittlerweile so windig und kühl geworden, dass ich kurze Hose und T-Shirt gegen eine lange Hose und ein langärmliges Shirt getauscht hatte. Zu Mittag gab es für Andreas Fish and Chips und für mich (den ersten) vegetarischen Burger und Chips. Nach einem Kaffee und einer kleinen Pause gingen wir mit den Hunden spazieren und die beiden Mädels ließen an dem kleinen Sandstrand mal so richtig den Portie raus.

Der von uns befürchtete Regen blieb aus und der Wind ließ gegen Abend auch wieder nach – bei 13,8°C gegen 19:30 Uhr ging Andreas mit kurzer Hose noch einmal angeln.

Der nächste Morgen startete für die Hunde und mich mit einem Strandspaziergang, während Andreas wie üblich das Frühstück machte.

Bei gutem Wetter fuhren wir los und folgten dem Fågelvägen, der uns an einigen Stellen einen Blick auf die Stora Alvar bot – hier bilden Kalksteinplatten mit einer dünnen Humusschicht die Grundlage für eine mehr oder weniger karge Vegetation. Währens Andreas an einer Stelle ein Foto der Alvar machte und ich im Auto wartete, sprach mich eine Schwedin an, die hier aus einem Brunnen Wasser für ihre Pflanzen holte. Im Verlauf des Gesprächs klärte sie mich auf, dass auf diesem Teil der Insel inklusive der Brücke zum Festland am nächsten Tag alle Straßen wegen eines Iron Man gesperrt wäre. Deshalb beschlossen Andreas und ich, noch an diesem Tag Öland zu verlassen.

Wir fuhren weiter zum Langen Jan – der Leuchtturm, der am südlichen Ende steht – und besichtigten auf dem Weg zurück nach Norden das Gettlinge Gravfält, ein fast zwei Kilometer langes Gräberfeld. Bei Ausgrabungen hat man hier ein vollständig erhaltenes Grab eines Mannes gefunden, dem man seine Waffen und Werkzeuge mit ins Grab gelegt hat.

Auf der weiteren Fahrt fuhren wir eine kleine Straße entlang, die uns ins Landesinnere und somit ins Alvar zu einem kleinen Parkplatz führte. Hier machten wir Mittagspause und gingen dann mit den Hunden einen Fuß- und Radweg durchs Alvar lang.

Am Nachmittag verließen wir Öland und fanden nach langer Sucherei einen Campingplatz in Timmernabben.

17.08.2019 / Unser Versuch nach Aland zu fahren

Nach dem wir gefrühstückt, geduscht und Ver- und Entsorgt hatten fuhren wir Richtung Grisslehamn, um ggf. von dort aus die Fähre nach Aland zu nehmen. Aland ist eine Finnische Inselgruppe, auf der aber Schwedisch gesprochen wird.

Es war eine recht lange Fahrt und wir waren erst nach 17:00 Uhr in Grisslehamn. Das Fährbüro war noch geöffnet und Andreas sondierte die Möglichkeit nach Aland überzusetzen.

Kein Problem, die nächste Fähre legte um 20:00 Uhr ab, die Überfahrt würde gut zwei Stunden dauern und auch mit Hunden wäre es problemlos, nach Aland zu fahren. Wir brächten nur die Impfpässe und in der Cafeteria der Fähre gäbe es spezielle Bereiche, wo man sich mit Hunden aufhalten könnte. Andreas buchte und wir machten mit den Hunden einen Bummel durch Grisslehamn.

Mir kam der Gedanke, dass wir vielleicht doch noch mal die Einreisebestimmungen für Hunde nach Finnland überprüfen sollten. Am WoMo angekommen, griff ich mir mein Handy, googlete und bekam die enttäuschende Auskunft, dass die Hunde neben der gültigen Tollwutimpfung und dem Impfpass auch eine im Impfpass eingetragene Bandwurmbehandlung haben müsste, die mindestens 24 und maximal 120 Stunden vor der Einreise gegeben werden müsste. Das wars dann mit dem spontanen Ausflug nach Finnland. Andreas gab das Ticket zurück; der Ticketpreis würde auf unser Konto zurückgebucht werden. Da heute Samstag war, zogen wir in Erwägung, am Montag bei einem Tierarzt das Bandwurm-Prozedere durchführen zu lassen.

Die Stellplatzsuche gestaltete sich nicht zuletzt wegen unserer hohen Ansprüche schwierig. Wir wollten mindestens auf’s Meer sehen, wenn nicht direkt am Wasser stehen, nicht zu dicht gepackt mit anderen Wohnmobilisten und mit der Möglichkeit, dass Andreas angeln und ich gut mit den Hunden einen Spaziergang machen könnte – am liebsten wild. Der Campingplatz in Grisslehamn war überfüllt, die Stellplätze am Hafen waren vergeben und auf einem 9 km entfernten Campingplatz bei Singö stand man zwar nicht dicht gepackt, aber mit Null Sicht auf’s Wasser und auch für einen Hundespaziergang gab es keine Möglichkeit – und das ganze für schlappe 28 €!

Wir fuhren die Halbinsel ab, in der Hoffnung, doch noch was Besseres zu finden – umsonst. Unsere Stimmung sank auf einen Tiefpunkt und wir beschlossen, doch die aus unserer Sicht überteuerte Übernachtungsmöglichkeit bei Singö zu nehmen. Dort angekommen, gab uns eine Mückenplage den Rest.

Bei Erdnüssen und Rotwein verwarfen wir die Option nach Aland zu fahren, und beschlossen, von Sonntagnachmittag bis Dienstagvormitttag Stockholm anzuschauen und dann den restlichen Urlaub in Dänemark zu verbringen.

Die empfohlene Stellplatzreservierung für die kommenden zwei Nächte klappte problemlos.

18.08.2019 / Badestopp für Hunde und Stockholm

Der Morgen begann freundlich, obwohl die Wettervorhersage nicht so gut aussah – auch eine graue Wolkenwand gab keinen nennenswerten Regen – am Abend zuvor und in der Nacht hatte es ein bisschen Niederschlag gegeben.

Wir machten uns auf den Weg nach Stockholm. Da unser Stellplatz erst ab 14:00 Uhr verfügbar war, hatten wir jede Menge Zeit für einen Stopp an einem Badeplatz ohne Badegäste. Hier angelte Andreas, während Grit und Gina am Strand herumtollten. Es gab zwei Stege, auf einem schlecht zugänglichen stand Andreas mit seiner Angel, der andere Steg hatte seinen Zugang an der Badestelle und beide Enden der Stege lagen sich mit großem Abstand gegenüber. Immer wieder rannten die Hunde auf den Steg an der Badestelle Richtung Ende und irgendwann war Gina nicht mehr zu bremsen und plumpste am Stegende ins Wasser – es war das erste Mal, das Gina schwamm – zielstrebig an den Strand und nicht, wie ich zunächst befürchtete, an das Stegende, wo sie ins Wasser gefallen war.

Grit, die auf dieselbe Art und Weise eine Schwimmeinlage hatte, als sie ein paar Jahre jünger war, machte den gleichen Fehler nicht noch einmal, schwamm aber heute mehrfach und hatte sichtlich Spaß dabei. Gina ging nach ihrer unfreiwilligen Schwimmaktion zwar weiter ins Wasser, unternahm aber keine Schwimmversuche mehr. Die beiden hatten sichtlich Spaß und ich bedauerte es, keine Kamera mitgenommen zu haben.

Mit nur einem Verfahrer in Stockholms Autobahn-Unterwelt fanden wir unseren Stellplatz in der Nähe der Stockholmer Altstadt. Für 32 €/Nacht stehen wir mit anderen Wohnmobilisten unter einer Auto-Brücke gut 30 Minuten zu Fuß entfernt von der Altstadt. Hier angekommen gab es erstmal ein Mittagessen mit Weißwein und Nachtisch.

Nachdem wir uns häuslich eingerichtet und gestärkt hatten – so gegen 15:30 Uhr – gingen wir los! Wir mussten aufgrund einer riesigen Baustelle einen Umweg gehen und der Tumult von Fußgängern, Läufern, Radfahrern, E-Scootern und Autos war zunächst für uns Zweibeiner stressig. Grit und Gina schien das alles nichts auszumachen. Wir erreichten die Altstadt und drangen in einer der kleinen Gassen in das Touristengewirr ein. Grit und Gina entlockten so manchen Entgegenkommenden ein Lächeln und einige Leute baten darum, die Beiden streicheln zu dürfen.

Wir kamen zum Königspalast – ich hatte ja fast gedacht, das die Figuren, die da Wache schoben, Pappfiguren waren, bis ich registrierte, dass sie den Kopf bewegten.

Wir gingen rechts am Palast vorbei und kamen am Ende der Insel an einen der schmalen Meeresarme, hier gab es massig Angebote für Ausflugsfahrten mit Booten. Einer der Ticketverkäufer sprach uns auch gleich an, aber wir wollten erst am nächsten Tag – zu meinem Geburtstag – eine Tour machen. Der Ticketverkäufer versprach uns einen guten Rabatt, wenn wir das Ticket schon heute kaufen, beriet uns wegen des Tourenangebots und verkaufte uns dann zwei Tickets für den ursprünglichen Preis von 440 Kronen für 300 Kronen.

Wir setzten unseren Rundgang fort und kamen an ein Schiff, auf dem sich viele, überwiegend dunkelhäutige Menschen aufhielten. Hier wurde richtig laute und richtig gute Musik gespielt, die das ganze Areal hinter dem Königspalast beschallte. Ein ganz besonderes Flair vor der gediegenen Gebäudekulisse.

Wir gingen noch ein bisschen durch die Straßen, tranken einen Kaffee, weil ich doch mal dringend eine Toilette brauchte und gingen dann durch die engen Gassen wieder zurück, durch die wir gekommen waren. Mittlerweile war es nicht mehr ganz so voll wie 3 Stunden zuvor.

Heute war Ginas Tag der Premieren: Sowohl die Schwimm- wie auch die Stadtbesichtigungspremiere bestand sie mit Bravour! Das Getümmel und der Lärm der Leute und des Verkehrs interessierte sie überhaupt nicht. Vielmehr interessierte sie sich für all die interessierten Dinge, die auf dem Boden lagen oder die die Leute bei sich trugen. Einmal konnte ich nur knapp verhindern, dass sie in die Papiertüte biss, die eine Asiatin bei sich trug.

Gegen 19:40 Uhr kamen wir wieder am WoMo an. Die Hunde bekamen ihr wohlverdientes und mit Möhre und Kaustick erweitertes Abendessen, es fing an zu regnen und wir läuteten den Feierabend an.

Die WetterApp versprach, dass es die Nacht über regnen und ab morgenfrüh trocken und das Wetter freundlich sein würde – wir werden dabei sein.

19.08.2019 / Geburtstag in Stockholm

Tatsächlich goss es in der Nacht bis ca. 24:00 Uhr wie aus Kübeln und ich hatte schon Sorge, dass sich die WetterApp mit der Vorhersage vertan hätte.

Morgens machten uns die Hunde kurz vor sieben Uhr wach und weil ich das Gefühl hatte, das Gina mal dringend austreten müsste, beeilte ich mich mit dem Anziehen. Wir machten einen größeren Morgenspaziergang durch den Park, an dessen Grenze der WoMo-Stellplatz lag. Da ich die Gegend nicht kannte, behielt ich meine beiden Trolle lieber an der Leine – schließlich war das eine Parkanlage. Irgendwann kam ein Labrador auf uns zu. Ich kenne meine Pappenheimer und weiß, was es bedeutet, wenn Grit mit aufrechtstehender Rute steifbeinig dasteht. Der Labrador und Gina hatten freundlichen Kontakt während ich Grit versuchte, von dem Labrador fern zu halten. Als sich dann der junge Mann, der zu dem Labrador gehörte, näherte, bat ich ihn auf Englisch, seinen Hund zurück zu rufen. Als Reaktion erhielt ich eine Schimpfparade, nach dem Motto, dass dieser Park der einzige Ort in Stockholm sei, wo man seinen Hund freilaufen lassen könnte und wenn mir das nicht passt, dürfte ich nicht hierher kommen. Ich versuchte mich zu rechtfertige – aber was soll man mit Leuten diskutieren, die kein Glück beim Denken haben.

Zurück am WoMo hatte Andreas das Frühstück vorbereitet und den Tisch mit einem Windröschen und Kerzen schön geschmückt – ich hatte ja Geburtstag!

Irgendwann zwischen 9:30 und 10:00 Uhr machten wir uns Richtung Stockholmer Altstadt auf. Zielsicher steuerten wir den Bereich hinter dem Palast an, von wo die von uns gebuchte Tour mit einem Ausflugsboot startete. Wir bekamen Ohrhörer und konnten während der gut 50-minütigen Fahrt in Deutsch der Beschreibung der Umgebung lauschen. Es war nicht immer einfach herauszufinden, über welches der Gebäude am Ufer gerade gesprochen wurde, aber es war eine sehr schöne Tour.

Zurück an Land berichtigten wir eine der Inseln, die weniger touristisch aufgemacht waren und hofften, ein Restaurant mit vernünftigen Preisen und vegetarischem Angebot zu finden – leider gab es hier nichts.

Wir beschlossen, zurück zu Altstadt zu gehen. Kurz bevor wir die Rückseite des Palastes erreicht hatten, erschien aus einer Richtung auf der Straße ein Aufmarsch aus Pferden und trommelnden Soldaten in tollen Uniformen – der Wachwechsel für den Palast. Während Grit die Situation gelassen hinnahm versuchte Gina zwischen den Beinen der Passanten eine bessere Sicht auf das Geschehen zu erhaschen, was nicht nur bei uns für Belustigung sorgte.

Zurück in den Gassen der Altstadt fanden wir nach einer Weile Suchen einen echten Italiener, der auch noch freie Tische hatte. Wer aber glaubt, man könnte sich einfach so an einen Tisch setzen, hat die Rechnung ohne den geschäftstüchtigen und singenden Wirt gemacht. Da wir mit zwei Hunden einen Platz benötigten, wurden ein kleiner Tisch und zwei Stühle nebst Tischdekoration aus der Mitte der anderen Tische herbeigetragen, so dass wir am Rande zu sitzen kamen. Diese Pizza bekam 5 Sterne, das Ambiente drei – es war zwar lustig, aber auf dem Kopfsteinpflaster wackelten die Stühle, es war hektisch und die sanitären Anlagen waren so la-la.

Ich denke, mit mehr als 17 € war das die teuerste Pizza meines Lebens – nun gut es war Stockholm und ich hatte Geburtstag.

Danach gab es eine Fotosession an einer uniformierten Skulptur, die sich die Brille zurechtrückt, schräg gegenüber der Pizzeria.

Abschließend wollte ich unbedingt noch zu der winzig kleinen Skulptur „der Junge, der den Mond anschaut“, oder „Iron Boy“. Wenn man der Skulptur dreimal über den Kopf streichelt, geht in diesem Jahr ein Wunsch in Erfüllung und in Anbetracht der vielen Desaster, die wir im Jahr 2019 hatten, dachte ich, dass ein Besuch bei der 15 cm kleinen Skulptur nicht schaden könnte. Mit Hilfe von Google Maps und den Hinweisen von Ortskundigen fanden wir die unscheinbare Skulptur in einem Innenhof einer ebenso unscheinbaren, kleinen Kirche umringt von Reisegruppen. Nach einer Weile musste ich einsehen, dass es nichts bringt, höflich zu warten, bis die eine Reisegruppe die kleine Skulptur freigab und drängelte mich wie die anderen Leute einfach dazwischen, um dem Iron Boy dreimal über den Kopf zu streicheln.

Zu guter Letzt wollte Andreas noch ein Eis. Wir suchten uns einen Weg durch etwas leerere Gassen und wurden unterwegs das X. Mal auf die Hunde angesprochen. Wir wissen nicht, wie viele Rationen Fremdschmusen die beiden Mädels in den letzten zwei Tagen bekommen haben.

In der zentralen Touri-Gasse angekommen, verging Andreas in Anbetracht der Preise der Appetit: Eine Kugel Eis sollte 8, drei Kugeln 10 € kosten.

Wir gingen zurück zum WoMo, machten zur Feier meines Geburtstages eine sehr gute Flasche Sekt auf und verbrachten den Rest des Tages in aller Ruhe.

20.08.2019 / Vättern

Auch wenn wir unseren Stellplatz erst um 14:00 Uhr verlassen mussten, drängte es uns nicht noch einmal in den Stockholmer Trubel. Wir beschlossen ins Binnenland zum Vättern zu fahren, wo Andreas ohne Angelkarte angeln konnte.

Zwischendurch gab es Mittagspause am Schleusensystem von Berg (Bergs Slussar). Hier waren gerade zwei kleine Segelboote hochgeschleust und die letzte Etappe der Schleusaktion war, das sich die Straßenbrücke für die Segelboote öffnete, damit sie hindurch fahren konnten.

Nach der Mittagspause gab es einen Tankstopp und dann sollte es weiter zum Vättern. Wie so häufig schlief ich während der Fahrt ein und wurde von Andreas Worten „Wir haben ein Problem mit dem Motor“ geweckt. Das Display unseres WoMos zeigte „Motor überprüfen lassen“ an. Oh ha … Andreas steuerte die nächste Tankstelle an – die beunruhigende Meldung auf dem Display blieb uns leider erhalten. Dank des modernen Kommunikationszeitalters fand Andreas per Google auf dem Handy einen Wohnmobilhändler wenige Kilometer von uns entfernt. Nach ca. 18 minütiger Fahrt erreichten wir den Händler, der uns zwar nicht technisch helfen konnte, uns aber die nächste Womo-Werkstatt ins Handy tippte. Wir mussten eine Weile warten, bis das passende Diagnosegerät frei wurde und ein sehr junger Mechaniker das WoMo samt Hunden und mir in die Werkstatthalle fuhr. Andreas folgte zu Fuß. Der Mechaniker schloss das Diagnosegerät an, warf diverse Blicke in das Notebook, krabbelte unter das WoMo und ging dann zu Andreas, um ihn über seine Erkenntnisse ins Bild zu setzten: der Sensor des Dieselpartikelfilters musste ausgetauscht werden. Ich musste während der Reparatur mit den Hunden das WoMo verlassen und nutzte die Zeit für einen kleinen Spaziergang durch das locker bebaute, recht grüne Gewerbegebiet. Als ich zurück kam war der Sensor getaucht und Andreas bezahlte schlappe 400 € für die Reparatur – ein Großteil des Rechnungsbetrags ging auf den Sensor.

Am späten Nachmitttag erreichten wir bei gutem Wetter den Hafen des kleinen Örtchens Hästholmen, der auch ein Campingplatz hatte und ein paar Hütten vermietete. Die Stellplätze lagen direkt am Wasser und während Andreas uns anmeldete, schwamm ein Mann mit seinem Hund in der Bucht herum.

Wir waren aber froh, dass der Schaden so schnell behoben werden konnte und setzten unsere Fahrt Richtung Vättern fort.

Für den Preis von umgerechnet 11 € hatten wir einen tollen Stellplatz und konnten 1A sanitäre Anlagen einschließlich einer kostenlosen warmen Dusche benutzen.

21.08.2019 / Ängelsbäckstrand an der schwedischen Westküste

Am nächsten Morgen machte ich vor dem Frühstück mit den Hunden einen langen Spaziergang entlang eines Radwegs, weil Andreas im See schwimmen wollte. Als wir zurückkamen, saß Andreas am gedeckten Frühstückstisch in der Morgensonne – das Bad im See ist aufgrund der Wassertemperaturen eher kurz ausgefallen.

Wir hielten Schwätzchen mit den deutschen Nachbarn zur rechten und zur linken, nahmen das freundliche Angebot einer warmen Dusche wahr und machten uns auf den Weg zur schwedischen Westküste nach Ängelbäck, wo Andreas eine kleine Marina mit angrenzenden Sandstrand ausgemacht hatte. Diesmal verlief die Fahrt ohne Panne. Wir fuhren durch schlechtes Wetter und zum ersten Mal während unseres Urlaubs regnete es tagsüber kräftig. An unserem Ziel angekommen, hatten wir wieder freundliches Wetter, einen tollen Blick auf’s Meer und die Hunde konnten am nahen Strand ausgiebig herum trollen – nur Fische gab es nicht.

22.bis 25.08.2019 / Fyns Norden

Über die Brücke über den Großen Belt fuhren wir weiter zum nördlichsten Zipfel der Insel Fyn. Hier gibt es einen sehr gut ausgestatteten Campingplatz mit Zugang zum Sandstrand und großzügig angelegten Stellplätzen. Wir fanden einen hübschen Stellplatz, der an drei Seiten von einer Hecke eingefasst war. Auf der Stirnseite hatte die Hecke eine Lücke, die auf eine große Wiese führte, die zwischen dem Campingplatz und dem Sandstrand liegt.

Wir schlugen unser Lager für ein paare Tage auf, denn das Wetter sollte in den nächsten Tagen sehr gut werden.

Am ersten Abend machen wir einen Spaziergang entlang des Sandstrands in südliche Richtung.

Der nächste Tag versprach sehr warm zu werden und ich beschloss noch am Vormittag mit den Hunden einen ausgedehnten Spaziergang zu unternehmen. Der Norden von Fyn gabelt sich in zwei Halbinseln: Im Westen Fyns Hoved und im Osten Horseklint. Ich beschloss, Fyns Hoved zu besuchen. Dieser Teil des Nordzipfels ist im westlichen Teil von Steilküste geprägt, der östliche Teil ist eher flach. In der Mitte der Halbinsel ist eine umzäunte Viehweide für Rinder und Schafe. Es war ein sehr schöner Spaziergang von ca. 2 ½ Stunden, obwohl die Hunde besser an der Leine bleiben mussten. Ohne Hunde braucht man wahrscheinlich nur zwei Stunden.

An den folgenden beiden Tagen ging ich wegen der hohen Temperaturen mit den Hunden erst am Abend los und dann zu Horseklint, denn hier konnte ich am Ende der Halbinsel die Hunde am Strand toben lassen.

26. und 27.08.2019 / Ærø

Montagmorgen wollten wir den hübschen Campingplatz verlassen. Da wir für diesen Tag eine Fähre nach Ærø bekamen, beschlossen wir, der kleinen Insel einen Besuch abzustatten. Die Fähre war winzig und als zunächst zwei große LKW mit Anhänger auf die Fähre fuhren, hatten wir Zweifel, ob wir trotz Buchung tatsächlich mitgenommen würden – doch, es hatte geklappt. Ein irgendwie schusselig wirkender Mensch in Uniform bugsierte alle Fahrzeuge an Deck. Nachdem der schusselig wirkende Offizielle zu uns kam und sich vergewisserte, dass unser WoMo ganz sicher nicht höher als 3 Meter ist, kamen wir als viertes an Deck. Nachdem wir mit den Hunden den extrem steilen Aufgang mit den schmalen Fußtritten rauf zum Deck geschafft hatten, setzten wir uns nach draußen und die Mini-Fähre fuhr los. Selbst auf See war es immer noch unangenehm schwül. Der schusselig wirkende Offizielle kam zu uns, scherzte mit uns und stellte uns unser Ticket aus. Er erklärte uns zu unserer Verwunderung, dass das Ticket auch die Abfahrt von der Insel beinhaltete und zwei Monate gültig war.

Nach gut einer Stunde erreichten wir Søby auf Ærø und besuchten zunächst den hübschen, von einem Golfplatz umgebenen Leuchtturm im Norden der Insel. Eine Bank am Kiesstrand lud uns zum Verweilen ein, kleine und lästige Insekten vertrieben uns aber sehr schnell. Nachdem wir uns den nördlichsten der drei Campingplätze auf Ærø angesehen hatten, steuerten wir den Campingplatz bei  Ærøsköbing an. Nachdem wir uns häuslich eingerichteten hatten, besuchten wir den Hafen und die hübsche Altstadt von Ærøsköbing.

Obwohl es noch recht warm war, verbrachten wir den Abend wegen der omnipäsenten, fliegenden Plagegeister besser im WoMo – ich hatte schon genug juckende Insektenstiche kassiert.

Am nächsten Morgen beschlossen wir wegen der fliegenden Plagegeister und der nicht sehr schön gelegenen Campingplätze Ærø wieder zu verlassen und buchten für 18:10 Uhr eine Fähre.

Wir hatten also noch sehr viel Zeit. Wir besuchten das Örtchen Marstal im Südosten der Insel und fanden anschließend einen kleinen Badestrand im Südwesten. Hier verbrachten wir bei Temperaturen über 30 °C und extrem hoher Luftfeuchtigkeit die Zeit mit Mittagessen, Nickerchen und Badeeinlage.

Gegen 17:00 Uhr machten wir uns auf den Weg zum Fähranleger nach Søby. Hier nahmen wir eine voll elektrisch fahrende, offensichtlich nagelneue Fähre namens „Ellen“ nach Alsen.

Da wir recht spät einen von Andreas ausgesuchten Campingplatz erreichen würden, hatte Andreas telefonisch unsere Ankunft angekündigt.

Bei unserer Ankunft war die Rezeption lange nicht mehr besetzt. Glücklicherweise fand Andreas einen blauen Briefkasten, in dem für Spätankommer Pass für die Schranke und Duschkarte hinterlegt war. Wir suchten uns einen schönen Platz aus und läuteten den Feierabend ein.

Am späten Abend ging Andreas mit Grit und Gina nach unten, an den breiten Sandstrand – ich konnte die Hunde toben hören!

28. bis 31.08.2019 / Alsen

Der nächste Tag begann heiß und schwül. Bei der Anmeldung stellte sich heraus, dass wir unseren Stellplatz noch einmal verlegen mussten – aber wir fanden einen mindestens genau so schönen Platz direkt am mit Buschröschen bewachsenen Steilhang.

Die Ausstattung des Campinglatzes kann ohne Übertreibung als luxuriös bezeichnet werden.

Wir unternahmen einen Spaziergang entlang des Sandstrands Richtung Süden; wegen der zahlreichen Badegäste mussten Grit und Gina an der Leine bleiben. Den Rest des Tages verbrachten wir wegen der hohen Temperaturen und der hohen Lufttemperaturen eher passiv. Erst am Abend, als die Badegäste den Strand geräumt hatten und es etwas kühler war, ließen wir die Hunde am Strand toben.

Am späten Abend kündigte Wetterleuchten ein Gewitter an, das uns tatsächlich gegen Mitternacht erreichte. Wir räumten vorsichtshalber die Markise ein, die zwar mit einem Sturmband gesichert war, aber wir wollten nichts riskieren.

Bis morgens um 8:00 Uhr regnete es immer wieder und zum Teil heftig. Nach Abzug des letzten Regens ging ich mit den Hunden runter an den Strand und dann gab es Frühstück – draußen und mit kurzer Hose, denn es war schon wieder fast 20°C warm.

Im Laufe des Vormittags wurde das Wetter immer freundlicher und es zogen wieder Badegäste an den Strand. So mussten wir beim Strandspaziergang am Nachmittag die beiden haarigen Mädels zeitweise an die Leine nehmen.

Der Urlaub ging nun zu Ende … es gab noch einen Besuch bei Andreas Tante, die in Leck wohnt und Sonntag fuhren wir wir wieder nach Hause.