Südschweden und Dänemark
August 2019

Dieses Jahr stand unser Reiseziel für den Sommerurlaub lange in der Schwebe. Ich hielt mich bei der Entscheidung zurück, denn ich wollte nicht Schuld haben, wenn der Erfolg von Andreas‘ Angelaktivitäten hinter seinen Erwartungen zurückblieb – nur nach Dänemark wollte ich nicht. So entschied sich Andreas Ende Juli für Südschweden.

Freitagabend (09.08.) sollte es los gehen und ich fing diesmal mit den Vorbereitungen bereits am Donnerstag an, da ich am Freitagvormittag noch berufliche Termine hatte.

Vorbereitungen mit Hindernissen

Donnerstagvormittag wusch ich Bettzeug, Handtücher, Geschirrtücher etc. und machte klar Schiff – auch die Schrankfächer wurden von mir inspiziert, in denen sich so manch Überflüssiges angesammelt hatte.

Zwischendurch gab es den üblichen, langen Hundespaziergang mit den haarigen Mädels. Auf dem letzten Drittel des Spaziergangs fing Grit an zu lahmen. Sie hatte deutliche Probleme mit der rechten Vorderpfote aufzutreten und legte sich dann auch tatsächlich hin. Natürlich hatte ich kein Handy mit – was soll ich mit einem Handy? Das lenkt mich doch nur ab, wo ich doch auf die Hunde aufpassen muss. Das rächte sich nun – ich hatte keine Möglichkeit, z.B. über unsere Notfall-WhatsApp-Gruppe  Hilfe zu holen. Also trug ich die arme, 15,5 kg schwere Maus mit Unterbrechungen bis zu Rosi und Jürgen, die auf dem Weg nach Hause wohnen. Beide passten auf die Mädels auf, während ich nach Hause lief und mit dem Auto zurückkam, um die beiden Hunde abzuholen. Zwei Stunden fehlten nun für die Reisevorbereitungen. Ich befürchtete für den folgenden Tag weiteren Zeitverlust, weil ich mit Grit zum Tierarzt müsste, aber glücklicherweise war mit der Pfote am Freitag wieder alles in Ordnung – dafür aber mit der Gasanlage des WoMo nicht. Das bemerkte ich, als ich den Kühlschrank anstellen wollte. Zunächst hatte ich den Kühlschrank selbst in Verdacht, der in den letzten Monaten mehrfach Probleme gemacht hatte. Erst eine telefonische Nachfrage bei Andreas brachte mich auf den Gedanken, dass etwas mit der Gasanlage selbst nicht stimmen könnte. Das bestätigte sich, denn auch beim Kocher kam kein Gas an. Ich bemühte die Bedienungsanleitung und das Internet, drückte die grünen Knöpfe und versuchte mehrfach zwischen den beiden Gasflaschen umzuschalten, wobei ich mir nicht sicher war, ob ich das richtig machte. Schließlich gab ich auf und packte den Rest ein. Dabei fiel mir auf, dass ich auch noch einige Lebensmittel kaufen müsste.

Als Andreas zuhause ankam, probierte er in Sachen Gaszufuhr so ziemlich das Gleiche, wie ich – ohne Erfolg. Wir zogen schon in Erwägung, erst nach einem Werkstattbesuch in Urlaub fahren zu können, bis Andreas auf den Gedanken kam, dass er beim Wechseln der mobilen Gasflasche den Chrashsensor ausgelöst haben könnte … tatsächlich, das war es, aber gut zu wissen, dass das Ding funktioniert. 

Kurz vor 19:00 Uhr ging die Fahrt Richtung Oldenburg in Holstein dann los. Durch Andreas Aufmerksamkeit kamen wir nicht in die Vollsperrung auf der A 1 bei Hamburg, sondern umfuhren sie, was uns einen kleinen Zeitverlust kostete. Um 23:40 Uhr kamen wir am WoMo-Stellplatz am Wallmuseum in Oldenburg i.H. an, wo wir eine ruhige Nacht verbrachten.

10.08.2019 / Ankunft in Schweden

Es war ein sehr schwüler und warmer Samstagmorgen. Wie üblich, machte ich mit den Hunden einen Morgenspaziergang, bei dem ich auch ein paar Mal den unerwartet hohen Wall in Oldenburg i.H. zu sehen bekam, während Andreas das Frühstück machte.

Dann machten wir uns auf nach Puttgarden, von wo aus wir mit der Fähre nach Dänemark übersetzten und dann auf die imposante Brücke über den großen Belt fuhren. Leider war es sehr diesig, so dass die Aussicht getrübt war.

In Schweden angekommen, steuerten wir den ersten potenziellen, aber völlig überlaufenen und überteuerten Wohnmobilstellplatz bei einem Hafen in Skanör an. Das war es nicht, was wir uns für unseren ersten Urlaubsplatz vorstellten. Wir fuhren zurück Richtung Malmö und machten in einem kleinen Naturreservat eine lange Mittagspause mit Hundespaziergang, bei dem Gina das erste Mal in ihrem sieben Monate alten Leben eine Begegnung mit einem Pferd hatte. Etliche hundert Meter sog sie den Geruch auf, den die Hufe des Pferdes auf dem feinen Schotter hinterlassen hatten.

Schließlich fanden wir gegen 17:00 Uhr einen hübschen Übernachtungsplatz an einem Kanal bei Vellinge. Hier stand schon ein WoMo und wir stellten uns auf die andere Seite des großzügigen Platzes. Im weiteren Verlauf des Nachmittags und abends zogen Gewitter und Schauer an uns vorbei … alles was wir direkt davon abbekamen, war z.T. heftiger Wind.

Andreas ging ein bisschen angeln, fing aber nichts, so dass wir den Rest des Abends erst in der Abendsonne draußen und später im WoMo verbrachten.  

11.08.2019 / Ystad

In der Nacht kam starker Wind auf, der uns den ganzen Tag begleiten sollte.

Beim Frühstück beschlossen wir, nach Ystad zu fahren. Diese schwedische Küstenstadt wurde durch Henning Mankels Wallander-Krimis bekannt.

Wie schon am Tag davor bemerkten wir, dass auch um Ystad die kleinen Bäume mit Wassersäcken bewässert wurden. Das wurde in diesem Sommer erstmals auch in unserer Heimatstadt Bochum so gemacht und unser Nachbar Volker hat für die Eiche im Wendekreis unserer Siedlung mehrere Wassersäcke gekauft … der Klimawandel lässt grüßen.

Diesmal fanden wir sehr schnell einen Übernachtungsplatz ein Stück außerhalb von Ystad auf einem Parkplatz einer Badestelle mit genialem Blick auf den Strand und das Meer – es war noch nicht mal 11:00 Uhr vormittags. Wir schlugen unser Lager auf, machten Pause und beschlossen zu Fuß die vier Kilometer nach Ystad zu gehen.

Von unserem Stellplatz aus führte ein Fußweg direkt an der Küste entlang nach Ystad. Wir besichtigten den Hafen und suchten dabei auch nach der Gelegenheit, ein Mittagessen zu bekommen. Am Hafen gab es zwei Restaurants, die aber nichts Vegetarisches im Angebot hatten.

Wir verließen den Hafen, schlenderten durch kleine Straßen und kamen tatsächlich an einer Pizzeria vorbei. Ihr Nachteil war: Wir durften mit den Hunden nicht rein und die Sitzplätze draußen lagen im Schatten und im Wind. Von hier aus konnten wir aber einen sehr hübschen Platz sehen, der von weiteren Restaurationen umringt war … Eiscafés und Nobelrestaurants – das war nicht das was wir suchten. Auch die Nebenstraßen des Platzes hatten nichts nach unseren Vorstellungen zu bieten. Da gab es zwar ein „Subway“, aber so hungrig waren wir dann doch nicht.

Und dann fanden wir doch noch eine kleine Pizzeria. Wie üblich wartete ich draußen mit den Hunden, während Andreas unsere Bestellung aufgab. Eine junge Frau kam vorbei und Gina war sofort von ihren nackten, in Sandalen steckenden Füßen begeistert. Ich entschuldigte mich auf Englisch für meinen aufdringlichen Junghund und die junge Frau antwortete auf Deutsch, dass sie keine Probleme mit Hunden hätte – schließlich käme sie gerade von einem Agility-Turnier. Im weiteren Gespräch kam heraus, dass sie ihre Freundin in Ystad besuchte, die just an diesem Tag ihr Agility Debüt hatte … leider mit einer Disqualifikation, weil der Hund drei Mal am Reifen vorbeigelaufen war.

Die Pizzen, die wir hier bekamen, hatten fünf von fünf Sternen verdient, das Ambiente nur einen.

Nachdem wir aufgegessen hatten, gingen wir zurück zum Hafen und kamen auf dem Weg dorthin an zwei Pizzerien vorbei, bei denen wir für’s Ambiente sicher mehr als einen Stern vergeben hätten.

Ohne Kommissar Wallander gesehen zu haben, schlugen wir den Rückweg zu unserem Stellplatz ein. Nun hatten wir den Wind im Gesicht, hatten aber den Eindruck, dass er etwas nachgelassen hatte.

Gegen 15:30 Uhr erreichten wir das WoMo und faulenzten in der Sonne, während der Wind stetig nachließ. Am frühen Abend machte Andreas noch absurd-schöne Strandfotos.

12.08.2019 / Nogersund

Nach einem wilden und sandigen Strandspaziergang und einem gemütlichen Frühstück machten wir uns am nächsten Tag auf nach Nogersund. Hier erwartete uns am Hafen des kleinen Ortes ein gut ausgestatteter WoMo Stellplatz. Wir schlugen unser Lager bei warmem aber kräftigem Wind und Sonne  auf einer der sehr großzügigen Stellflächen  mit Blick nach Südwesten auf`s Meer auf.

Links neben uns campten Schweden, die dauertelefonierten und eine Art schwedische Volksmusik hörten. Rechts neben uns gesellten sich Leute aus Berlin. Andreas unternahm mehrere Angelversuche und ich erkundete mit den Hunden die nähere Umgebung um den WoMo-Stellplatz: Da war der Hafen, zwei Bistros, die Fischverarbeitung und in einiger Entfernung eine Art Industriegebiet.

Am Nachmittag unternahmen wir mit Andreas zusammen noch einmal eine Erkundungstour, gingen aber diesmal ein bisschen in Landesinnere, weil Google Maps ein Naturreservat ankündigte, dass wir denn auch fanden. Hier gab es zwei Wanderwege. Der eine führte durch ein umzäuntes Gelände der Küste entlang. Dem folgten wir wenige Meter weit, bis ich Kuhfladen entdeckte und mich weigerte, mit den Hunden weiter zu gehen; der Schreck der übermütigen Kuhherde im vergangenen Sommer auf Gotland steckte mit noch in den Knochen. Wir kehrten um, und nahmen den „Findlingsweg“ – eine Schneise im lichten Wald, auf der zahlreiche Findlinge herum lagen. Der Untergrund verriet, dass es hier normalerweise sehr nass und sumpfig ist … der Klimawandel lässt grüßen.

Am WoMo zurück setzten wir uns in die späte Nachmittagssonne und genossen später einen Whisky, was unsere Berliner Nachbaren positiv kommentierten und versprachen, später noch mal vorbei zu kommen.

Tatsächlich gesellten sich die Berliner (Andrea und Maik) später mit einem Whisky zu uns. Wir quatschten bis kurz vor Mitternacht und Andreas und Maik sahen am klaren Nachthimmel trotz Mondschein und der Beleuchtung des Hafens einige Sternschnuppen.

13.08.2019 / Öland

Am nächsten Morgen war es bewölkt und es gab sogar ab und zu Nieselregen.

Wir nutzten das Angebot des WoMo-Stellplatzes kostenlos zu Duschen. Zwischendurch brachte ich den Müll weg. Auf dem Rückweg, während ich warten musste, weil eines der überdimensionierten Monster WoMos den Stellplatz wechseln wollte und rückwärts manövrierte, kam ich mit einem Mann aus Norddeutschland ins Gespräch. Wir unterhielten uns darüber, wohin man mit so großen WoMos eher nicht hinfahren könnte. Andreas gesellte sich dazu und im weiteren Verlauf des Gesprächs berichtete der Mann und seine Frau von Öland. Wir beschlossen spontan, nach Öland zu fahren – schließlich hatten wir ja sonst nichts vor.

Nach ca. zwei Stunden Fahrt erreichten wir die Brücke, die vom Festland nach Öland führt. Auf Öland angekommen, konsultierten wir zunächst eine Tourist Information, um uns mit Karten und Reiseinformationen einzudecken. Dann fuhren wir Richtung Norden und nutzten die Gelegenheit, bei einer Golfanlage eine Pizza und ein Leicht-Øl zum Mittagessen zu bekommen: Pizza vier Sterne, Ambiente auch vier Sterne: Wir saßen bei schönen Wetter in einem hübschen Innenhof, die Bedienung war ausgesprochen freundlich und hilfsbereit und eine kleine Portion Krautsalat war im Preis inbegriffen.

Die zahlreichen Gelegenheiten in Borgholm auf einem Stell- oder Campingplatz zu übernachten, ließen wir an uns vorbeiziehen –wie man für diese Stellplätze Geld bezahlen konnte, erschloss sich uns nicht.

Bei Dujpvik fanden wir einen kleinen Campingplatz direkt am Kiesstrand, der damit warb, dass an ihm seit 1950 nichts mehr verändert wurde. Es gab ein Plumpsklo und an jedem Tag kommt morgens jemand vorbei, um ca. 13 Euro pro Übernachtung einzusammeln.

Nach dem wir alles Notwendige aufgebaut hatten, unternahmen wir einen Spaziergang: Andreas entlang an der Wasserlinie und ich mit den Hunden wegen der Unwegsamkeit auf dem groben Kies oberhalb des Strandes, so dass Andreas und ich uns aus den Augen verloren, die Hunde Andreas aber wohl an mehreren Stellen witterten. Unterwegs gab es zwei Schauer und es war sehr windig. Zurück am WoMo fanden wir Andreas auf der Rückbank des WoMos sitzend vor.

Wir fütterten die Hunde und leiteten den Feierabend ein. Bei Erdnüssen und Rotwein studierten wir die Unterlagen, die wir in der Touristen Information bekommen hatten. 

14.08.2019 / Der Norden Ölands

Am Morgen war es sonnig, windig und mit knapp über 12°C ungewohnt kühl. Wie immer ging es direkt nach dem Aufstehen mit den Hunden raus. Diesmal hatten wir die Möglichkeit zwischen der kleinen, schwach befahrenen Straße und dem steil zum Kiesstrand abfallenden Gelände zwischen den vertrockneten und verblühten Natternköpfen umher zu streunern.

Nach dem Frühstück fuhren wir die schmale, z.T. als Radweg ausgezeichnete Küstenstraße Richtung Norden und fanden mehrere Stellen, an denen wir auch wild hätten übernachten können. Die Strecke erinnerte uns an die Klappersteinküste Gotlands.

Wir machten an verschiedenen Stellen Stopp, wie z.B. an einem Sandstein-Steinbruch, mit einer Windmühle deren Job es war, die Sandsteinplatten Plan zu hobeln, oder an einem winzigen Fischerhafen mit ein paar kleinen Holzhäuschen.

Im Norden der Insel besichtigten wir den Leuchtturm „Langer Erik“. Danach gab es Mittagessen und anschließend statteten wir dem Trollskogen einen Besuch ab. Dieses naturbelassene Waldareal liegt gegenüber dem Leuchtturm. Der Start der verschieden langen Toren durch den Trollskogen liegt in einem großen Besucherzentrum. Die riesigen Parkplätze lassen erahnen, wie voll es hier zur Hauptsaison sein mag.

Wir begannen unsere Tour wie alle anderen Besucher auf einem breiten und sehr gut begehbaren Fußweg. Im weiteren Verlauf der Tour verzweigten sich die Wege. Unsere ca. 4,5 km lange Tour wurde immer unwegsamer. Sie führte entlang der Küste an einem alten Schiffswrack vorbei und dann durch ein Kieferwald, wo viele Bäume während ihres Wachstums sich dem Wind beugend in komischen Windungen über den Boden robbten, um dann doch den Schuss in die Höhe zu wagen.

ca. 900 Jahre alte Eiche
ca. 900 Jahre alte Eiche

Der Weg führte an einer ca. 900 Jahre alten Eiche und verschiedenen Zeugnissen menschlicher Zivilisation vorbei, wie Hügelgräber, Befestigungsgräben und Vorrichtungen zum Teerkochen. Es war eine schöne und abwechslungsreiche Tour – sehr zu empfehlen.

Nun klapperten wir die Ostküste Richtung Süden nach einem netten Übernachtungsplatz ab. An den Badestellen war das Übernachten verboten und wir hatten keine Lust, uns auf Camping- oder WoMo-Stellplätze ohne Sicht zu stellen. Wir erinnerten uns an die Option, auf der kleinen Küstenstraße im Westen zu übernachten und wechselten bei Löttorp auf die Westseite der Insel. Bei Eskilslund fanden wir auf einer alten Fahrspur neben der eigentlichen Straße eine Übernachtungsmöglichkeit. Hier standen wir zwar trotz Keilen schief, hatten aber freie Sicht auf den Kalmar-Sund und den Sonnenuntergang und der Wind pfiff um unser WoMo.

15. – 16.08.2019 / Ölands Süden

In der zweiten Nachthälfte ließ der Wind nach, morgens schien die Sonne und es war gefühlt angenehm warm – das Thermometer zeigte 12,7 °C an.

Da unser Stellplatz zwischen zwei Färists lag, zwischen denen kein Vieh weidete und die Straße kaum frequentiert war, beschäftigte ich nach dem Frühstück die Hunde einzeln. Gina hatte mit ihren 7 Monaten vergessen, was Platz ist – die Pubertät lässt grüßen – und beide brauchten ein bisschen intensive Bewegung und Beschäftigung. Und die verblühten und vertrockneten blauen Natternköpfe missbrauchten die Hunde als Verteiler für ihre Samen, die sich im Fell der beiden Hunde festsetzten.

Unser Navi sollte uns auf den Fågelvägen und in den Süden von Öland führen. Der Fågelvägen ist eine 50 km lange Küstenstrecke, die an vielen Sehenswürdigkeiten vorbeiführt. Unser Navi meinte, dass die Elfe von WoMo auch alle keinen, unwegsamen und ausgewaschenen Straßen fahren könnte und lotste uns von Beginn der heutigen Tour an von der Route, die wir tags zuvor Richtung Norden gefahren waren, weg. Irgendwann gaben wir den steten Anweisungen des Navi nach und folgten einer der experimentell kleinen Straßen.

Es dauerte nicht lange und wir sahen ein, dass das ein Fehler war. Andreas wendete auf der Fahrspur – denn den Namen „Straße“ hatte der Track, auf dem wir uns gerade befanden, wirklich nicht verdient.

Wir erreichten eine normal befahrbare Straße, die uns weiter nach Norden brachte. 50 Minuten später fuhren wir an fünf Windmühlen Ölands vorbei, die sich entlang des Fågelvägen positionierten. Nebenbei war auch noch ein Runenstein zu bestaunen.

Anschließend besichtigten wir noch die Ismanstorps Borg, eine Art Festung, die zwischen 300 und 900 n.Ch. zumindest zeitweise besiedelt war.

Die Ismanstorps Borg ist eine Ringburg mit einer Außenmauer von ca. 127 Meter Durchmesser, in deren Inneren sich 95 kleine Gebäude befanden. Die Grundmauern sind heute noch zu sehen. Wenn man in der Ringburg steht, verliert man leicht den Überblick, wenn man aber auf die Mauer klettert, kann man die Grundrisse der kleinen Gebäude erahnen.

Unseren Stellplatz fanden wir um die Mittagszeit auf dem WoMo Stellplatz von Bläsinge Hamn. Es war mittlerweile so windig und kühl geworden, dass ich kurze Hose und T-Shirt gegen eine lange Hose und ein langärmliges Shirt getauscht hatte. Zu Mittag gab es für Andreas Fish and Chips und für mich (den ersten) vegetarischen Burger und Chips. Nach einem Kaffee und einer kleinen Pause gingen wir mit den Hunden spazieren und die beiden Mädels ließen an dem kleinen Sandstrand mal so richtig den Portie raus.

Der von uns befürchtete Regen blieb aus und der Wind ließ gegen Abend auch wieder nach – bei 13,8°C gegen 19:30 Uhr ging Andreas mit kurzer Hose noch einmal angeln.

Der nächste Morgen startete für die Hunde und mich mit einem Strandspaziergang, während Andreas wie üblich das Frühstück machte.

Bei gutem Wetter fuhren wir los und folgten dem Fågelvägen, der uns an einigen Stellen einen Blick auf die Stora Alvar bot – hier bilden Kalksteinplatten mit einer dünnen Humusschicht die Grundlage für eine mehr oder weniger karge Vegetation. Währens Andreas an einer Stelle ein Foto der Alvar machte und ich im Auto wartete, sprach mich eine Schwedin an, die hier aus einem Brunnen Wasser für ihre Pflanzen holte. Im Verlauf des Gesprächs klärte sie mich auf, dass auf diesem Teil der Insel inklusive der Brücke zum Festland am nächsten Tag alle Straßen wegen eines Iron Man gesperrt wäre. Deshalb beschlossen Andreas und ich, noch an diesem Tag Öland zu verlassen.

Wir fuhren weiter zum Langen Jan – der Leuchtturm, der am südlichen Ende steht – und besichtigten auf dem Weg zurück nach Norden das Gettlinge Gravfält, ein fast zwei Kilometer langes Gräberfeld. Bei Ausgrabungen hat man hier ein vollständig erhaltenes Grab eines Mannes gefunden, dem man seine Waffen und Werkzeuge mit ins Grab gelegt hat.

Auf der weiteren Fahrt fuhren wir eine kleine Straße entlang, die uns ins Landesinnere und somit ins Alvar zu einem kleinen Parkplatz führte. Hier machten wir Mittagspause und gingen dann mit den Hunden einen Fuß- und Radweg durchs Alvar lang.

Am Nachmittag verließen wir Öland und fanden nach langer Sucherei einen Campingplatz in Timmernabben.