Norwegen / Yddin
Januar/Februar 2013

Insgesamt verliefen die Urlaubsvorbereitungen außergewöhnlich: Aus beruflichen Terminen bei uns beiden fiel eine Reise in der ersten Märzhälfte diesmal flach und Mitte/Ende Februar waren die Mieten für die Hütten einfach zu teuer – blieb Ende Januar / Anfang Februar!

Durch Zufall hatte Andreas im Internet eine Gesellschaft aufgetan, bei der eine Hütte in Yddin für deutlich weniger zu mieten war, als bei Harald selbst – also schlug er zu. Eine Woche vor unserer Abreise wurde dann unsere Buchung mit dem Argument storniert, dass der Hüttenwirt die Hütte selbst benötigten würde. Durch einen Anruf bei Harald stellte sich letztendlich heraus, dass Harald nur keine Lust hatte, für recht wenig Geld zu vermieten. Nach langem Hin und Her haben wir die Hütte dann aber doch bekommen – wir hätten aber auch Alternativen gehabt – Putten Seter z.B. – hier waren wir auch schon mal zum Skilanglauf!.

Die eineinhalbtägigen, intensiven Vorbereitungen vor unserer Abreise wurden damit gekrönt, dass sich Andreas am Samstagmorgen einen Hexenschuss zuzog. Auf der Fährüberfahrt Helsingör – Helsingborg hatte er so heftige Schmerzen, dass ich vorschlug ins örtliche Krankenhaus zu fahren. Das wollte Andreas aber nicht und so setzten wir unsere Fahrt auf der geplanten Route fort.

Am Abend fiel mir ein, dass ich Novalgin-Tropfen dabei hatte – hiervon nahm er vorm Schlafengehen und am nächsten Tag, so dass die Beschwerden erträglicher wurden.

Jetzt fehlte nur noch, dass wir an der schwedisch – norwegischen Grenze gefilzt wurden – aber anders als im Jahr zuvor, war die Zollstation ruhig und verschlafen.

Die Straßenverhältnisse wurden immer winterlicher – ja, wir waren unterwegs in den Winterurlaub, aber solche Verhältnisse hatten wir auf der Fahrt in den Norden lange nicht mehr gehabt. Als wir von Heggenes aus nach Yddin abbogen – hier geht es etliche Höhenmeter hinauf – war die Straße schneebedeckt und unter der Schneedecke war Eis. Also mussten die Schneeketten aufgezogen werden. So hatte sich unser neues Wohnmobil, die „Krabbe“, die erste große Fahrt wohl nicht vorgestellt.

Trotz Andreas Rückenproblemen und den winterlichen Straßenverhältnissen kamen wir nach 1450 km und ca. 17,5 Stunden Fahrt recht früh am Nachmittag in Yddin an und bezogen mit unserm ganzen Gepäck die Hütte 8.

Die nächste Überraschung ließ nicht lange auf sich warten: Die Wasserleitungen waren eingefroren, was Harald sichtlich peinlich war. Für den ersten Abend und für den ersten Morgen bekamen wir einen 5l Kanister Trinkwasser und ein 10l Kanister Brauchwasser für die Toilettenspülung. Am nächsten Vormittag sollte der „Rohrleitungsmann“ kommen und alles wieder richten und tatsächlich hatten wir am frühen Vormittag wieder fließend Wasser.

Erstaunlich, wie schnell man sich hier einlebt und wie schnell man sich von Arbeitsstress und Anreise hier oben erholt.

Ich hatte ja befürchtet, dass ich aufgrund Andreas‘ Hexenschuss die ersten Tage alleine meine Touren laufen muss, doch schon am ersten Tag lief Andreas mit – erst kleinere Touren und ohne Gepäck, dann aber auch größere Touren mit Fotorucksack. Sein Fazit: „Bewegung hilft“. Auch die Schmerztropfen konnten zum Glück nach wenigen Tagen abgesetzt werden.

Das Wetter war deutlich besser als für die ersten Urlaubstage angesagt, aber die Temperaturen recht niedrig. Dagegen hilft Bewegung und die richtige Kleidung, was auch für Janosch und Merle gilt.

Aufgrund des vielen Neuschnees, des z.T. starken Winds und der während der Woche wenigen Langläufer waren Montag und Dienstag keine Loipen gespurt, so dass wir unsere Tourenski anschnallten und den kleinen Janosch lieber nicht auf die längeren Touren mitnahmen. Ich hatte mir vorgenommen, ihn bei guten Verhältnissen Touren bis max. 15 km mitlaufen zu lassen – langsam und mit ein paar Pausen.

Mittwoch war das Wetter zunächst nicht ganz so toll und wir hatten vor, nach Fagernes zu fahren, um dort die vom Tierarzt dokumentierte, obligatorische Bandwurmtablette einwerfen zu lassen.

An diesem Morgen schlug Harald auf und wollte wissen, welche Tour wir laufen möchten – er wollte selbst für die Loipe sorgen. Wir suchten uns die Tour durch’s Raudalen aus und gestalteten unseren Trip nach Fagernes trotz der wunderschönen Winterlandschaft kurz. Natürlich mussten wir vor der Bergfahrt nach Yddin wieder die Schneeketten aufziehen – Übung macht den Meister!

So kamen wir in den Genuss einer fast jungfräulichen Loipe, die am nächsten Tag aber leider verblasen war.

Die nächsten Tage gestalteten wir mit mehr oder weniger ausgedehnten Touren – der Langlauftag begann aber immer mit der ca. 3,5 km langen Hausloipe, da wir Janosch aufgrund von Neuschnee oder Wind nicht auf längere Touren mitnehmen wollten.

Das Hüttenleben war gewohnt ruhig und gemütlich. Aufgrund der diesmal ausfallenden Infrastruktur der Sausewind-Reisegruppe, mit der wir uns sonst zumindest zeitweise das Hüttendorf teilen, blieben diesmal die nachmittäglichen Saunabesuche aus – wäre Quatsch, die riesige Sauna wegen zwei Besuchern anzuheizen.

lecker Whisky

lecker Whisky

… stimm1

… stimmt!

komisches Objektiv!

komisches Objektiv!

Ausgerechnet zu Andreas Geburtstag kam dann die nächste unangenehme Überraschung: Janosch pinkelte Blut … und hatte häufigen Harndrang, aber zum Glück kein Fieber. Wie sich später herausstellte, war der Urin klar, am Ende des Pinkels gab es aber immer mehr oder weniger viel Blut.

Eine Lektüre im Hundegesundheitsbuch ließ Rückschlüsse auf eine Blasenentzündung im besseren Falle und Blasensteine im schlechteren Falle zu. Beunruhigt rief ich die Notfall-Nummer der Tierklinik in Recklinghausen an- es war schließlich Sonntag. Aufgrund seiner Vorerkrankungen empfahl man mir, heute noch einen Tierarzt aufzusuchen.

Harald half uns, telefonisch Kontakt mit dem Notfalldienst des Tierarztes in Fagernes aufzunehmen, so bekamen wir einen Termin um 16:00 Uhr.

Bewaffnet mit einer Urinprobe machten wir uns kurz vor 15:00 Uhr auf dem Weg zum Tierarzt, der Janosch sehr gründlich untersuchte und auch die Urinprobe analysierte, Nach etwas über einer Stunde verließen wir den sehr netten Tierarzt mit der Diagnose Blasenentzündung. Der Tierarztbesuch war incl. Antibiotika mit 781 Kr. recht günstig – schließlich waren auch ausreichend Leckerchen für die Hunde geflossen.

Natürlich mussten wieder die Schneeketten aufgezogen werden – diesmal im Dunklen auf dem glücklicherweise beleuchteten Parkplatz des kleinen Supermarkts in Heggenes.

Eine Langlauftour blieb heute aus – was aber auch nicht wirklich schlimm war, denn es war bislang der unangenehmste und kälteste Tag.

Am nächsten Tag ging es Janosch schon sichtlich besser und die (sichtbaren) Blutungen und der Harndrang blieben aus.  Da man sich ja unter Antibiotika schonen muss, blieben für den Rest des Urlaubs auch die längeren Touren für Janosch aus. … hoffentlich auch weitere, negative Überraschungen!?

An unserem vorletzten Skitag hatten wir Spitzenwetter: Strahlender Sonnenschein und kein Wind. Also machten wir uns zunächst auf, die Hausrunde für Janosch zu absolvieren und dann ging es aufs Fjell. Wir hatten eine super Tour, die uns nördlich vom Kjoelafjell mit unheimlich schöner Aussicht auf das Jotunheimen zurück zum Hüttendorf führte.
Die folgende Nacht war mit -21°C die kälteste und der Morgen unseres letzten Skitags begann mit -15°C und Nebel – beides hielt sich bis in den späten Vormittag, so dass wir zunächst keine Lust auf eine Langlauftour verspürten. Am späten Vormittag machten wir uns aber auf die Fluß-Loipe: Schön und kalt … und leider die letzte Tour unseres Urlaubs!
Die letzte Nacht wurde noch kälter und unsere Einpackaktion gestaltete sich dementsprechend unkomfortabel. Zum Glück und zu Haralds Verwunderung sprang der Diesel trotz -25°C an und wir machten uns auf den langen Weg nach Hause.