Norwegen
August 2008

Abreise und 1. Übernachtung
08. / 09. Aug. 2008

Freitagabend gegen 18:00 Uhr sind wir von Zuhause mit Fernziel Lofoten / Vesteralen (Norwegen) aufgebrochen.

Unser WoMo war gut bepackt und obwohl wir doch recht gute Routine in Urlaubsvorbereitungen haben, beschleicht einem immer wieder das komische Gefühl, etwas vergessen zu haben.

Wir sind an diesem Abend noch bis Lensahn (ca. 40 km vor Fehmarn) gekommen und haben in Lensahn an einem netten See auf einem WoMo-Stellplatz übernachtet. Am nächsten Morgen haben wir einen Rundgang um den See gemacht. Merle hat eine Husky-Hündin getroffen, mit der sie spielen konnte und dann ging es weiter nach Puttgarden um mit der Fähre nach Rodby überzusetzten. Leider war es für die leckeren dänischen Fritten, die es auf der Fähre gibt, noch zu früh.

2. Übernachtung
09. / 10. Aug. 2008

Die weitere Fahrt durch Dänemark und Schweden verlief zügig und problemlos, so dass wir abends schon in Fredrikstad (kurz hinter der schwedisch / norwegischen Grenze) an einer Marina neben einer alten Festung unseren Übernachtungsplatz fanden. Die Marina kannten wir von unserem letzten Norwegen-Sommerurlaub 2004.

Am nächsten Tag ging die Fahrt durch Norwegen los – E 6 bis Höhe Trondheim. Auch in Norwegen gibt es sonntags Kaffee-Fahrer,  die so über die Straßen bummeln.

Auf dieser Strecke war es nicht so einfach ein ruhiges Plätzchen für eine Mittagspause und einen schönen Weg für die Hunde zu finden. Wir hielten schließlich auf dem Parkplatz einer Stabkirche (Stavkirke) bei Ringebu. Die Stabkirche haben wir uns, wie es so unsere Art ist (die Hunde hätten allein im Auto bleiben müssen), nur von außen angesehen.

3. Übernachtung
10. / 11. Aug. 2008

Den Übernachtungsplatz für diese Nacht fanden wir an einer winzigen Marina an der 717 bei Rye (vielleicht 30 km nördlich von Trondheim).

Hier gab es bei bestem Wetter abends und am nächsten Morgen für Andreas Angelei (Ergebnis: ein Dorsch) und für den Rest des Rudels Spiele an einem kleinen Sandstrand.

4. Übernachtung 
11. / 12. Aug. 2008

Dann ging es mit kleinen Zwischenstopps weiter gen Norden. Nicht weit, denn am frühen Nachmittag kamen wir an einen genialen Platz mit super Blick auf eine Schärenlandschaft (Sundet an der 715 / kurz bevor diese vom Meer weg und Richtung Osten / Landesinnere auf die RV 17 führt).

Hier gab es für Andreas und die beiden Vierbeiner den ersten (und letzten?) selbst gefangenen Fisch zu essen.

Außerdem gab es an diesem Platz leckere Krabbenpanzer, mit denen man prima spielen konnte, Schlick in dem man sich die Pfoten einsauen kann und jede Menge weitere Gelegenheiten für Unsinn.

Der Platz war so interessant, dass uns Mad Merle deutlich vor „ihrer Zeit“ (= normaler Weise gegen 8:00 Uhr) weckte. Ich dachte noch „… ja, die Makrele will Merle verlassen …“, mach die WoMo-Tür auf, Merlchen springt raus und sucht einen Krabbenpanzer um ihre gestrigen Spiele fortzusetzen. Von „Geschäfte erledigen“ erstmal keine Rede.

Beide Hunde fanden den Platz offensichtlich so genial, dass sie nicht ins WoMo steigen wollten, als die Fahrt vortgesetzt werden sollte (für beide leicht zu erkennen, denn wir räumen ja auf). Janosch als Musterknabe ließ sich dann doch irgendwann ins WoMo bugsieren … Merle nicht. Erst als wir alle Türen von innen schlossen und so taten, als ob wir losfahren würden, kam sie angetrottet.

Nun kamen wir auf die berühmte RV 17, eine Touriroute an der Küste entlang bis nach Bodö. 
Wir sind diese Strecke schon einmal 1996 auf unserer Reise zum Nordkap gefahren.

5. Übernachtung 
12. / 13. Aug. 2008

Der nächste Touri-Stopp war Brönnöysund. Hier haben wir eine ruhige Nacht an der Marina verbracht, obwohl diese mitten in der (relativ großen) Stadt liegt.

Am nächsten Tag ging es zu einer Kraxel-Tour zum Torghatten. Hier hat der Legende nach ein Troll einem anderen den Hut mit einem Pfeil zerschossen. Genau in diesem Moment ging die Sonne auf, was bekanntlich die Trolle dazu veranlasst, sich in Stein zu verwandeln. Den nun steinernen Hut mit Loch drin, kann man heute beäugen und bekraxeln.

6. Übernachtung 
13. / 14. Aug. 2008

In dieser Nacht haben wir an einer kleinen Marina an der RV 17 irgendwo zwischen Sjonedet und Fujtstad (Höhe Mo i Rana) übernachtet. Am nächsten Morgen sind wir das erste Mal in diesem Urlaub von Nieselregen überrascht worden.

Der 14.08. ist der Tag, an dem wir den Polarkreis mit der Fähre überquert haben.

Leider war das Wetter bei der Überfahrt nicht sehr gut. Weil die Norweger irgend ein  Problem mit Hunden in Räumen haben, in denen es etwas zu essen geben könnte, mussten wir die Überfahrt auf dem „Sonnen“deck ohne Sonne verbringen. 
Auf Höhe des Polarkreises befindet sich am Ufer ein Globus (auf dem Foto recht weit links im Bild).

7. Übernachtung
14. / 15. Aug. 2008

Nun ging es auf die letzte Etappe auf der RV 17 nach Bodö.

Kurz vor Bodögab es am für Angler bekannten Saltstraumen eine Pause. Der Saltstraumenist eine Meeresenge, durch die durch die Gezeiten gezwungen Unmengen Wasser gepresst wird. Mit dem Wasser zwangsläufig auch Fische – und die versuchen die Angler zu fangen.

Während Andreas tat, was ein Angler am Saltstraumen tun muss, hat der Rest des Rudels einen Spaziergang unternommen. Später trafen wir uns dann zum Fotoshooting wieder. Später trafen wir uns dann zum Fotoshooting wieder.

Dann ging es weiter nach Bodö. Hier wollten wir mit der Fähre nach Moskenes auf den Lofoten übersetzten. Wir kamen irgend wann abends in Bodöan, haben etwas Lebensmittel eingekauft, den Tank mit Diesel gefüllt und den Fähranleger aufgesucht, um für den nächten Morgen eine Passage zu reservieren und uns über das Handling unserer Vierbeiner auf der Fähre zu informieren. Das Büro der Fährgesellschaft war aber bereits geschlossen.

Wir suchten uns eine nette Übernachtungsmöglichkeit – nein, diesmal nicht an einer Marina, denn der Hafen war uns eindeutig zu groß und zu laut. Diesmal fanden wir ein erstaunlich ruhiges Plätzchen auf einer Industriebrache. Das Gelände wurde von den Hundehaltern Bodös auch als Hundeauslauf genutzt – wir waren also in bester Gesellschaft.

In Vorfreude auf die Lofoten haben wir an diesem Abend eine der beiden mitgeführten Flaschen Wein geköpft.

Am nächsten Morgen ging es dann zeitig um 8:00 Uhr zum Fähranleger, wo wir während wir auf die Fähre warten mussen, frühstücken wollten. Andreas hatte schon Wasser aufgesetzt und ich habe eine Fähr-Kassiererin, die irgendwo in der Morgensonne rumstand, gefragt, wie das mit den Hunden auf der Fähre läuft. Die Antwort war niederschmetternd: Die Hunde sollten im Auto bleiben – die Überfahrt dauert 3 1/2 Stunden. Das war für uns indiskutabel, was ich der netten Frau auch mitteilte. Sie rief extra noch irgendwen an, um nach möglichen Ausnahmen zu fragen, das Ergebnis blieb leider das gleiche.

Also haben wir die Frühstücksvorbereitungen abgebrochen, sind wieder zu unserem Übernachtungsplatz zurück gefahren und haben dort gefrühstückt und dabei die Alternativroute geplant: Auf der E 6 bis nach Bognes und dann mit der Fähre nach Lödingen auf den Vesteralen.

Die Lofoten und die Vesteralen sind auf der Landkarte eine zusammen gedruppelte Inselgruppe. So kammen wir schließlich dort hin, wo wir hin wollten, nur eben über einen Umweg und mit dem Umstand, dass wir die Inselgruppe nicht von Südwesten nach Nordosten aufrollen konnten, sondern umgekehrt und dann für die Rückreise wieder nach Nordosten mussten.

8. Übernachtung
15. / 16. Aug. 2008

Natürlich mussten wir mit den Hunden die einstündige Überfahrt wieder auf dem „Sonnen“deck verbringen – diesmal aber mit Sonne und viel Wind. Schon von der Fähre aus viel uns kurz vor dem Anlegen in Lödingen eine Halbinsel mit Leuchtturm auf, auf der auch zahlreiche Wohnmobile standen – offensichtlich eine Superlage.

Diese Stelle suchten wir auf, als wir wieder festen Boden unter den Rädern hatten – es war eine Marina mit WoMo-Stellplatz. Hier konnte man für 100 Kronen mit einem tollen Blick auf das Meer und die gegenüber liegenden Berge übernachten.

Den Rest des Tages verbrachten wir mit Strandspaziergängen, einer kurzen Ortsbegehung zwecks Eierkauf und Duschen. In der Zwischenzeit nahmen Wind und Bewölkung fleißig zu und wuchsen zu Sturm und Plästerregen heran.

Die Nacht war sehr unruhig und nass! Und auch am nächsten Tag zeigte sich das Wetter nicht von seiner freundlichen Seite. Erst gegen Mittag besserte es sich – es blieb aber extrem windig.

9. Übernachtung
16. / 17. Aug. 2008

Am Morgen ist der Sog (=Zwangsbelüftung für die Campingtoilette) ausgefallen. Eine originalgetreue Reparatur war unmöglich. Das hieß: entweder ein Provisorium oder ein beim Gebrauch stinkendes Klo. Andreas entschied sich für ein Provisorium und erstand in einem Kaufhaus die nötigen Teile.

Wir besichtigten eine verlassene Fischersiedlung bei Langenes und Nyksund, einen verfallenen Hafen. Eine Gruppe Deutscher bringt Nyksund wieder auf Trap – Fortschritte lassen sich erahnen.

Den Rest des Nachmittags verbrachten wir mit der Suche nach einem geeigneten Übernachtungsplatz. Wie so häufig gestaltete sich die Suche aufgrund unserer gehobenen Ansprüche schwierig:

  1. Zugang zum Meer für’s Angeln – mindestens jedoch Meerblick
  2. ruhige Lage
  3. möglichst Freilauf für die Hunde

Wir entschieden uns leider dazu, eine „Naturstraße“ (=Schotterstraße, diese aber mit besonders vielen Schlaglöchern) auf die Halbinsel nach Stinnes zu fahren. Das war sehr nervenaufreibend und letztendlich mussten wir bei unserem Übernachtungsplatz Kompromisse machen.

10. Übernachtung
17. / 18. Aug. 2008

Nach einem gemütlichen Frühstück ging es los, auf Besichtigungstour, die mit Strandspaziergängen unterbrochen wurde: Ein Grabhügel aus dem 3. / 4. Jahrhundert und eine Skulptur (Mannen Fra Havet = Mann vom Meer) auf einer kleinen Halbinsel, um die wir herumlaufen konnten.

Das Wetter besserte sich ständig und am frühen Nachmittag hatten wir prima Sonnenschein, kaum Wind und die durchschnittliche Temperatur auf den Lofoten(12 °C) erreicht. In der Sonne und im Windschatten wird das aber ganz schön warm!

Den Stellplatz für diese Nacht fanden wir am frühen Nachmittag … genau: An einer Marina. Als wir ankamen, haben gerade zwei Norweger an ihrem Boot rumgebastelt. Auf unsere Frage, ob wir hier wohl übernachten dürften, griff der Eine zu seinem Handy, rief irgendwo an und gab uns dann ein freundliches ok.

Den Rest des Tages verbrachte Andreas mit Angeln und Fotografieren – beides erfolgreich. Merle und Janosch machten das Gelände unsicher. Merle fand im Fjell-Gestrüpp ständig irgendwelche uralten Knochen, die ich ihr dann wegnehmen musste. Nebenher schrieb ich an unserem Reisebericht.

Wieder war der Platz für die Hunde so interessant, dass sie am nächsten Morgen bei der Abreise ausbüxen wollten.

11. Übernachtung
18. / 19. Aug. 2008

Den Rest des Tages verbrachten wir eigentlich mit nix! Wir sind auf den Vesteralen bis Melbu gefahren um dort mit der Fähre nach Fiskeböl überzusetzten, womit wir nun die Lofotenerreicht hatten. Zwischendurch haben wir an einem Strand ausgiebige Pause gemacht und ein Sonnenbad (ja, in kurzer Hose und T-Shirt) genommen, während die Hunde sich im umgegrabenen, feuchten Sand abgekühlt haben.

Da Andreas irgendwie nach Zivilisation war, haben wir für die heutige Nacht einen Campingplatz bei Sandsletta angesteuert.

Unser Stellplatz lag direkt am Fjord. Am Abend sind wir am Ufer des Fjords entlang gegangen und dann auf einer Halbinsel herum gekraxelt. Das es morgen Blaubeerpfannkuchen geben soll, musste noch für die Blaubeeren gesorgt werden. Während wir Zweibeiner die kleinen blauen Beeren suchten, sicherte Janosch das Gelände … und Mad Merle schmiss sich auf alles, nach dem ich gerade griff. Oder besser noch, sie biss ins Gestrüpp.

Der nächste Morgen weckte uns mit Nieselregen, was ja nun auch zu erwarten war, da der Luftdruck stark gefallen war.

Andreas hatte für mich auf dem gestrigen Abendspaziergang ein Geburtstagssträußchen organisiert … unter widrigen Bedingungen: Beide Hunde an der Leine … Janosch zog in diverse Richtungen und Merle biss in die Blumen, nach denen Andreas griff! Dass dabei ein so schönes Sträußchen heraus kommen konnte!

Nach einem Frühstück, einer gründlichen Dusche und ver- und entsorgen der diversen WoMo-Tanks hörte der Regen auf und die Reise ging es weiter. Zuerst sahen wir uns eine kleine Kirche auf einer winzigen Landzunge (Sildpollnes) – die wohl wegen ihrer grandiosen Umgebung am häufigsten fotografierte Kirche Norwegens.

Dann gab es einen Abstecher nach Henningsvaer – dem Venedig der Lofoten. 
Nach der Besichtigungstour bereitete Andreas eine leckere Überdosis Blaubeerpfannkuchen.

12. Übernachtung
19. / 20. Aug. 2008

Am späten Nachmittag fuhren wir bei absolut tollem Wetter und toller Sicht einen Fjord lang – hier suchten wir uns einen Stellplatz: Kurz vor einer Sundbrücke auf einer Landzunge.

Auch am nächsten Tag gab es erst einmal lange mehr oder weniger starken Regen.

Da ich gerne ein paar dienstliche e-mails und auch die Norwegengrüsse an die Verwandtschaft, Freunde und Bekannte per e-mail versenden wollte, machten wir einen Stopp in Leknes und suchten ein Internetcafè. Tatsächlich sahen wir auf der Straße ein Hinweisschild „Cafe¨ @ …“ – das müsste doch wohl ein Internetcafe¨ sein, oder. Also sind Andreas und ich mit unseren beiden Notebooks bewaffnet rein.

Zu unserer Überraschung kamen wir in eine Art Cafeteria, in der sich überwiegend ältere Leute aufhielten. Die Bedienung sprach weder englisch noch deutsch, bat aber eine ihrer Gäste, die ein wenig englisch sprach, in Erfahrung zu bringen, was wir denn eigentlich wünschten. Nach dem ihr unser Wunsch, mit unseren eigenen Notebooks einen Internetzugang zu erhalten klar war, bat sie uns einen Platz an und telefonierte Hilfe herbei. Bald kam ein netter Mann in die Cafeteria, meinte auf Englisch, wir könnten ja mal probieren, ins Netz des Cafés zu kommen – tatsächlich hatten sie einen PC in einer Ecke des Cafés stehen. Da wir aber leider nicht in das Netz kamen und der nette Mann uns auch nicht mehr weiter helfen konnte, empfahl er uns in die öffentliche Bibliothek zu gehen.

13. Übernachtung
20. / 21. Aug. 2008

Tatsächlich – in der öffentlichen Bibliothek erhielten wir kostenlos für 4 Stunden Internetzugang – das müssen wir uns für die Zukunft merken! Nun konnten wir eine Stunde des verregneten Vormittag für die Erledigung dienstlicher und privater e-mails, dem uploaden des aktuellen Wallbaumrudel-Tagebuchs und dem betrachten des Regenradars im Internet nutzen.

Gegen Mittag besserte sich das Wetter und gegen Nachmittag wurde es richtig sonnig und warm.

Wir sahen uns drei Strände an, die natürlich auch begangen wurden, aßen zwischendurch zu Mittag und suchten uns dann den Strand bei Haukland als Übernachtungsplatz aus. Wenn nicht die unzähligen Schafe nebst der Schafsknödel gewesen wären – oder wenn wir von unseren haarigen Mitbewohnern Vernunft erwarten könnten („… nein, wir dürfen keine Schafsknödel essen und auch die Produzenten der Knödel nicht jagen!“), hätten die beiden die ganze Zeit frei herumlaufen können.

Am Nachmittag machten wir noch einen langen Spaziergang entlang der alten Straße nach Uttakleiv und noch einmal diverse kürzere Strandspaziergänge am Abend.

Der nächste Tag zeigte sich wettertechnisch von einer hartnäckig schlechten Seite. Die deutliche Wetterbesserung um die Mittagszeit und die Sonnenperioden am Nachmittag blieben leider aus, es hörte aber am späten Vormittag immerhin auf zu regnen. Also sahen wir uns bei norwegisch-mäßig gutem Wetter „A“ an, der südlichste, mit dem Auto zu erreichende Ort der Lofoten. Wir waren beide etwas enttäuscht: Vor 12 Jahren war „A“ noch ein nettes, liebevoll hergerichtetes Freiluftmuseum. Heute ist „A“ ein Touristennepp.

14. und 15. Übernachtung
21. – 23. Aug. 2008

Auf der Fahrt auf der E 10 sahen wir Schafe auf dem mit Gras bewachsenen Dach eines Gebäudes herumklettern. Wie die da drauf gekommen sind, blieb uns ein Rätsel, denn es führte keine Rampe auf das Dach. Vielleicht hat der Bauer die da rauf gebracht, damit die das Gras abfressen?

Nach einem Angelstopp mit Mittagspause (Andreas während des Mittagessens über seine gerade unterbrochene Angelei „… Fliegenfischen ist doch die eleganteste Methode, keine Fische zu fangen …“) ging es nach Fredvang, wo wir einen kleinen Campingplatz an einer flachen Bucht mit Sandstrand als Übernachtungsplatz aufsuchten.

Nach der Ankunft gab es gleich einen Spaziergang den Strand und abgeernteten Weiden die Bucht entlang.

Am Abend fing es dann richtig an zu schütten … und am nächsten Tag ging es so weiter. Spaziergänge in Regenzeug für uns Zweibeiner und intensive Trockenaktionen für die Vierbeiner. Nein das war wirklich nicht schön. Eigentlich wollten wir an diesem Tag eine kleine Wanderung zu einem winzigen, verlassenen Fischerort entlang einer Bucht machen – bei diesem Wetter undenkbar. Wer weiß, was die Norweger unter einer kleinen Wanderung verstehen, weiß, was ich meine.

Also verbrachten wir einen verregneten Tag im schönen Fredvang – ohne Sicht.

Auch die Plattfische, die Andreas im Regen angelte, konnten die Stimmung nicht heben.

Erst der nächste Morgen war wieder freundlich. Strandspaziergang, Frühstück, duschen, ver- und entsorgen und dann doch noch die kleine Wanderung zu dem verlassenen Fischerort. Von dem Fischerort war nichts mehr übrig … man konnte mit viel Fantasie ein paar Mauern erahnen. Außerdem gab es noch einen Brunnen, der offensichtlich auch noch genutzt wurde, denn irgendein Norweger hat sich eine kleine Hütte an dieses Plätzchen gebaut.

16. Überbachtung
23. / 24. Aug. 2008

Kurz bevor wir wieder am WoMo waren fing es dann doch tatsächlich wieder an zu regnen. Zum Glück war es nicht wieder ein Dauerregen, sondern ein Schauer.

Dann schoben die Regenwolken wirklich ab, so dass wir eine schöne Besichtigungstour durch Nusfjord machen konnten. Nusfjord ist ein sehr hübscher Fischerort auf der Südseite der Lofoten mit einem kleinen und engen Hafen, der von Rorbus umsäumt ist. Wenn die Fischer im Sommer abgezogen sind, können Touristen, wie überall auch auf den Lofoten, in den Rorbus übernachten. In einer stillgelegten „Trendamperie“ konnte man einen Kurzfilm über Nusfjord sehen. Gezeigt wurden sehr schöne und beeindruckende Bilder über das Leben in Nusfjord um 1900 und heute.

Dann ging es weiter: Ein Fototermin in Myrland. Als wir gerade weiter fahren wollten, tummelten sich kleine Wale in Ufernähe.

Unseren heutigen Übernachtungsplatz fanden wir in Eggum, einen bei Loften-Mitternachtssonnen-Touristen sehr bekannten Strand – klar, auf der Nordseite der Lofoten. Hier verbrachten wir an einer teilweise zerbröselten Radarstation der Deutschen aus dem 2. Weltkrieg zusammen mit ein paar anderen WoMos und Zeltern eine ruhige Nacht. Wie eine Schautafel erklärt, ist diese Radarstation heute ein „beliebtes Ausflugsziel“ … schön, wenn die Norweger das so sehen können. Unterhalb der Radarstation ist vor kurzem ein Cafè eingerichtet worden.

Der Tag begann viel versprechend mit viel Sonne und hielt auch, was er versprach, so dass wir erst einmal gar nicht ans Weiterfahren dachten.

Erst einmal machten wir mit den Hunden einen schönen Spaziergang zu einer Skulptur, die weit abseits der Radarstation steht. Diese Skulptur (von zwei gegenüber liegenden Seiten entweder ein Menschenkopf im Profil und von den anderen, gegenüberliegenden Seiten irgend etwas Undefinierbares – raffiniert gemacht!) wird von den hier ansässigen Schafen genau so genutzt, wie die Holzbänke und -tische an der Radarstation: Zum Rückenschubbeln. Wollreste und Dreck sind hierfür der Beweis. Am Abend konnten wir beobachten, wie Schafe zielstrebig zum Rückenschubbeln die Holztische aufsuchten – keine Frage, wofür die Dinger sonst von den Menschen aufgestellt sein konnten.

Dann ging es zurück zur Besichtigung der Radarstation und einem anschließenden Sonnenbad. Da es nun schon Mittag war, beschlossen wir hier zu essen. Während Andreas für unser leibliches Wohl sorgte gammelte ich mit den beiden Vierbeinern auf einer Schafrückenschubbel-Bank in der Sonne rum. Ein Hermelin wieselte herum und plünderte die Mülleimer und eine dreiköpfige, deutsche Kleinfamilie mit Hündin kam vorbei. Wie sich in einer kurzen Unterhaltung herausstellte, ein Medizinerpaar mit Tochter, die seit zwei Jahren auf den Lofoten leben.

Später haben wir mit den Dreien noch eine ganze Weile in dem Cafe¨ gesessen und uns unterhalten.

Gegen 15:00 Uhr ging es dann doch noch ein Stück weiter, bis nach Brenna, wo wir kurz vor dem Ortseingang einen netten Übernachtungsplatz mit Blick nach Nordwesten auf das offene Meer fanden. Hier fing Andreas erstmal drei Köhler.

Gegen 21:15 Uhr konnten wir der Sonne beim spektakulären Untergang zusehen – Hauptsache, sie kommt morgen wieder!

Ja, die Sonne kam wieder – erst etwas verhalten und gegen Mittag mit aller Macht. 
Unsere nächste Etappe auf den Lofoten führte uns nach Digermulen. Auf halben Weg am Raftsund entlang gab es einen Angelstopp mit drei dicken Fischen.

17. Übernachtung
24. / 25. Aug. 2008

In Anbetracht der nahenden Anstrengung gab es in Digermulen für die Vierbeiner und uns ein üppiges Mittagessen. Wir Zweibeiner bekamen eine Überdosis Pfannekuchen mit Römme und Jordbaer- und Bringebaersyltetoy (Erdbeer- und Himbeermarmelade). Dann packten wir unsere sieben Sachen und brachen auf zu unserer „auch für Kinder geeigneten“ Tour auf den Digermulenkollen: Auf den Spuren von Kaiser Willhelm II (der ist da zweimal mit seinem „allerhöchsten Gefolge“ raufgeklettert und hat jedesmal eine Steintafel hinterlassen) ging es auf 4,2 km schlappe 384 m hoch!

Für Kinder geeignet heißt wohl: es geht nicht über loses Gestein und rollenden Schotter und es gibt auch keine wirkliche Absturzgefahr – nur z.T. kräftigen Anstieg und ein bisschen Sumpf.

Nach 1h 10 min oben angekommen hatten wir eine grandiose Aussicht über den Vestfjord, den Raftsund und konnten den Eingang zum Trollfjord erahnen.

Ein Adler zog über uns seine Kreise. (In Erinnerung an den traurigen Bericht, nach dem vor etlichen Jahren der Dackel eines Jägers in den Alpen von einem Adler geraubt worden war, behielt ich Janosch in meiner Nähe.)

Merle beschimpfte die Boote, die auf dem Raftsund zu sehen waren. Dann kam auch noch ein Schiff der Hurtigroute vorbei, blies ins Horn und verschwand im Trollfjord.

Wir verbrachten gut 1 1/2 Stunden auf dem Kollen und trugen uns auch in das Gipfelbuch ein – es war grandios!

Der Abstieg war nicht ganz so schlimm, wie ich wegen des z.T. sehr starken Gefälles befürchtet hatte. Die Hunde waren uns gegenüber wegen ihres „Allradantriebs“ sowohl rauf als auch runter eindeutig im Vorteil. Merle hatte so viel Spaß an der Tour, dass sie an verschiedenen Stellen (feiner Schotter und sumpfiges Gelände) wie verrückt im Kreis lief – ganz Mad Merle eben.

Die Nacht verbrachten wir an der Südspitze der Halbinsel kurz vor Arstein mit einem tollen Blick über den Vestfjord auf das Festland – es war unsere letzte Nacht auf den Lofoten.

Am nächsten Morgen brachen wir nach einem Frühstück und einem Strandspaziergang auf nach Lödingen, um dort die Fähre zurück zum Festland zu nehmen.

18. Übernachtung
25. / 26. Aug. 2008

Die Fahrt Richtung Süden wurde unterbrochen von einer netten Mittagspause. Vor dem Mittagessen gingen wir erst einmal eine alte, mehr oder weniger mit Gestrüpp bewachsene Straße entlang und aßen Blaubeeren und Preiselbeeren die üppig in der Gegend herum wuchsen. Vom Geschmack der unverfeinerten Preiselbeeren bin ich ja in diesem Sommerurlaub enttäuscht worden – sie schmecken eigentlich nach Nichts!

Die Nacht verbrachten wir an der Marina in Mo i Rana – gut bewacht von der örtlichen Polizei und dem Wachdienst, der ab und an vorbei kam, um nachzusehen, ob noch alle Boote da lagen, wo sie hingehören.

Am nächsten Morgen wollte Andreas einen Einkaufsbummel machen – er war auf der Suche nach einer Gusspfanne mit geriffeltem Boden in bewährter norwegischer Qualität. Was er fand war ein tolles Glasbild, das wir in einem Geschäft für Handarbeitsbedarf und Glasbläserkunst kauften … wenn Männer Einkaufsbummel machen!

19. Übernachtung
26. / 27. Aug. 2008

Der Weg auf der E 6 führte über den Polarkreis planmäßig weiter in den Süden. Ein netter Zwischenstopp in Naskogan, wo wir erst am Namsen entlang spazieren gegangen sind und uns dann ein sehr spätes Mittagessen gegönnt haben.

Unseren Übernachtungsplatz fanden wir, in dem wir kurz nach Steinkjer erst auf die „761“ und dann auf die „755“ zurück Richtung E 6 gefahren sind: Von der „755“ führt eine kleine Straße zu einem Badeplatz – ein riesiges Gelände, auf dem die Hunde prima frei herum laufen können, denn in der Nachsaison war jetzt nichts mehr los.

Auf der weiteren Fahr die E 6 entlang Richtung Süden gab es einen Zwischenstopp am Magalaupet, eine von einem stark strömenden Fluss in den Fels gewaschene, tiefe Schneise.

Später, beim Aufstieg in das Dovrefjell, sind wir lange auf der alten E 6 entlang spazieren gegangen. Da die neue E 6 weit weg war und die angrenzende Bahnlinie durch einen Zaun von der alten Straße abgegrenzt war, konnten die Hunde frei laufen.

20. Übernachtung
27. / 28. Aug. 2008

In Otta erstand Andreas endlich seine Gusspfanne mit Rillen – in dem Geschäft, in dem er vor 3 1/2 Jahren eine einfache Gusspfanne (ohne Rillen) gekauft hat.

Auf der weiteren Fahrt stellte sich langsam die Frage nach dem Übernachtungsplatz. Da wir ja mittlerweile im Binnenland waren, war mit den beliebten Marinas nicht mehr zu rechnen. Beim Blick auf die Karte stach uns der kleine Ort „Maurvangen“ ins Auge … es wäre zwar ein Umweg … aber schließlich ist es da schön: Wir waren dort zwei mal im Winter zum Skilanglauf und drei mal im Sommer um den berühmten Besseggen zu gehen.

Auf dem Weg nach Maurvangen gab es noch eine Besichtigung der Stavkirke bei Heidal.

Im Zielgebiet suchten wir lieber nicht den Campingplatz auf sondern übernachteten auf einem großen Wanderparkplatz auf halben Weg nach Gjendesheim (dem Startplatz für die Besseggen-Wanderung).

Das Wetter war eher schlecht und es wurde in dieser Nacht sehr kalt – schließlich waren wir auf ca. 1200 Meter Höhe. Um so überraschter waren wir, als es am nächsten Morgen sonnig und mild war – perfektes Wetter für eine Fjell-Wanderung.

Nach einem Frühstück machten wir uns auf nach Valdresflya, zwei bewirtschafte Hütten im Nichts an der Straße, die von Wanderern genutzt werden.

Wir suchten uns eine Tour in Richtung eines Sees aus, die wir ca. 4 km gehen wollten, um am Fuß eines Berges einen Blick auf den See zu werfen.

Wir waren noch nicht weit gekommen – Andreas war mit „Spiegelbild“-Fotos beschäftigt und Merle mit einem mumifizierten Lemming, den sie nicht hergeben wollte. 

Schließlich holten uns vier Norweger ein, mit denen wir uns ein bisschen unterhielten.
Durch die Norweger abgelenkt, gab Merle endlich den armen Lemming her, der dann ordnungsgemäß unter einem Stein begraben wurde.

Der eine Norweger erkundigte uns nach unserer Tour und als er erfuhr, dass es wir nur eine kurze Tour machen wollte, gab er uns den Tipp zurück und auf einen Berg auf der anderen Straßenseite zu gehen.
Das taten wir dann auch und hatten eine tolle Sicht auf die Umgebung! Man soll immer auf die Tipps der Einheimischen hören!

20. Übernachtung
28. / 29. Aug. 2008

Zurück am WoMo gab es für alle ein Mittagessen und dann ging es wieder weiter, Richtung Süden.
Ein paar Stunden später gab es den Kulturschock – erst die Einsamkeit und Wildnis des Fjells und dann Oslo!

An diesem Abend verließen wir Norwegen und fanden unseren Übernachtungsplatz auf einem kleinen Parkplatz in einem winzigen Naturschutzgebiet in Kragenaes bei tollem Sonnenuntergang. Hier wimmelte es von Wildgänsen, die auch nachts durch die Gegend zeterten.

21. Übernachtung
29. / 30. Aug. 2008

Am nächsten Tag ging es weiter – heute sollten wir Skandinavien verlassen – unfassbar, dass wir morgen wieder zuhause sein sollen?!

Ein planmäßiger, langer Stopp in Varberg / Schweden: Hier war ein Radrennen und brachte zusammen mit vielen Zuschauern und Ausflüglern unseren Strandspaziergang etwas durcheinander, die Stippvisite war aber trotzdem sehr schön.

22. Übernachtung
30. / 31. Aug. 2008

Die Fahrt durch Schweden und Dänemark verlief unspektakulär. 
Die letzte Fähre in diesem Urlaub von Rodby nach Puttgarden unterhielt uns mit einem tollen Sonnenuntergang und Pommes. 
Die Nacht verbrachten wir in einem Industriegebiet in Reinheim und kamen am Sonntag bei besten Wetter gegen 13:30 Uhr zuhause an.

Resümee

Es ist zwar recht viel Fahrerei gewesen, dennoch kamen wir alle auf unsere Kosten. 
Die abwechslungsreiche Landschaften Norwegens und die vielen Eindrücke lassen die Zeit wie im Fluge vergehen: Nach ein paar Tagen hat man den Eindruck, schon Wochen unterwegs zu sein. Wo waren wir gestern doch gleich und wo bin ich heute morgen wach geworden?

Kleine, harmlose Spaziergänge an Sandstände bis hin zu anspruchsvollen Bergbesteigungen … in Norwegen findet man alles.

Und wo waren die Mücken, die mich in den anderen Sommerurlauben in Norwegen aussaugen wollten? Ausgetrocknet, wie die Süßwasservorräte auf den Lofoten?

Und die sonst so zahlreichen Fische für Andreas? In der ersten Urlaubshälfte haben sie sich rar gemacht, in der zweiten Hälfte hatte der Angler wieder Erfolg, und verwöhnte sich selbst und seine vierbeinigen Rudelmitglieder mit üppigen Fischmahlzeiten.

Und dann diese netten, hilfsbereiten Norweger … klar: wir kommen wieder – spätestens im März 2009 zum Skilanglauf!